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St. Pankratius verabschiedete Büchereileiter Heinz Piecha

„Fast so lange im Einsatz wie die Queen“

Vorhelm

Heinz Piecha war 65 Jahre für die Vorhelmer Pfarrbücherei tätig. Mit Irmgard Stratmann stellte er jetzt seine Nachfolgerin vor.

Von Ralf Steinhorst

Eine Ära geht in der Pfarrbücherei St. Pankratius zu Ende: Angela Diethe, Pastor Michael Kroes, Heinz Piecha, Irmgard Stratmann und Lucia Piecha (vordere Reihe v. l.) mit dem gesamten Büchereiteam. Foto: Ralf Steinhorst

Ein Stabwechsel mit vielen Emotionen: In der Pfarrbücherei von St. Pankratius ging am Sonntagmorgen eine Ära zu Ende. Nach 65 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit dort, davon 42 Jahre in leitender Funktion, übergab Heinz Piecha den Schlüssel an seine Nachfolgerin Irmgard Stratmann.

Passend zum Buchsonntag schied Heinz Piecha damit zumindest offiziell aus dem Büchereidienst aus. Denn ob es ihn „nicht ab und zu doch noch jucken wird, auszuhelfen“, wollte er nicht ausschließen. Er versicherte aber seiner Nachfolgerin Irmgard Stratmann, dass er sie immer unterstützen werde, wenn sie seine Hilfe brauche.

Natürlich hat Heinz Piecha in 65 Jahren Pfarrbücherei viel erlebt. Und so zeichnete er diese Zeit noch einmal nach. Im Jahr 1957 sprach ihn die damalige Büchereileiterin Maria Fiedler an, ob er nicht Lust hätte, in der Einrichtung auszuhelfen. Da ihm das Lesen schon immer großen Spaß machte, fiel es ihm nicht schwer zuzusagen.

Mehrmals wechselte die Einrichtung den Ort

Mehrere Umzüge kennzeichneten die Laufbahn Heinz Piechas, zuletzt im Jahr 2010 in die heutigen Räumlichkeiten im Pfarrheim. Die Bücherei wurde im Jahr 1904 gegründet und blickt folglich bald auf eine über 120-jährige Vergangenheit zurück. Zunächst war sie m Hause Schlingenkötter an der Hauptstraße – gegenüber der Bäckerei Düchting – untergebracht. Bevor 1963 der Umzug in das Gebäude in der Nähe der Kirche erfolgte, war sie noch kurz in der alten Vikarie ansässig. 26 Jahre später, also im Jahr 1989, erfolgte ein Umbau mit einer Vergößerung von 55 auf 90 Quadratmetern. Piecha hat alles ordentlich dokumentiert.

Aber auch viele Mitarbeiter prägten in den 65 Jahren den Weg des agilen Mannes: „Es sind circa 35 Erwachsene und fast 100 Kinder und Jugendliche aus Vorhelm, die mich begleitet haben.“ 1980 schließlich übernahm Heinz Piecha die Leitung der Pfarrbücherei. Er dankte allen Weggefährten für ihre Unterstützung.

„Das wird nur durch das 70-jährige Thronjubiläum der Königin übertroffen“, zeigte Pastor Michael Kroes die Dimension der langen Dienstzeit von Heinz Piecha auf und sorgte damit für ein Schmunzeln bei dem Geehrten und seinen Gästen. In der Hoffnung, irgendwie mögen die 70 Jahre dann doch noch zusammenkommen, entließ der Geistliche den Vorhelmer aber dennoch aus der Verpflichtung in der ersten Reihe. Im Bistum jedenfalls sei man auf eine stolze Zahl wie 65 Jahre gar nicht eingerichtet. „Für solche Anlässe stehen keine Jubiläumsurkunden zur Verfügung“, so Kroes.

Einen „Schatz mit viel Wissen“ verwaltet

Heinz Piecha habe in seiner Tätigkeit einen „Schatz mit viel Wissen verwaltet“ und die Menschen mit diesem Schatz zusammengeführt, lobte der Pfarrer. Seine Frau habe ihm dabei immer den Rücken freigehalten, nutzte Michael Kroes die Gelegenheit, auch Lucia Piecha für ihr Verständnis zu danken. Sie habe mit ihrem Mann gewissermaßen „die Bücherei gleich mitgeheiratet“.

Mit Irmgard Stratmann ist die Nachfolge jedoch gesichert. Seit 2018 ist sie in der Bücherei tätig. „Das sind große Spuren“, weiß sie um das Vermächtnis von Heinz Piecha und kündigte an, sie wolle natürlich eigene Schritte gehen. Ihre Kinder habe sie schon eingespannt, was Pfarrer Michael Kroes humorvoll kommentierte: „Du hast die Bücherei ja schon zu einem Familienunternehmen gemacht.“ Alle Beteiligten wünschten für die Zukunft alles Gute.

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