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Schuhfabrik-Kultursommer

Fernweh in Melodie und Verse verpackt

Ahlen

Als Worldpop könnte man bezeichnen, was die Multiinstrumentalistin Ronja Maltzahn zusammen mit Fede Marina und Alexa Nasenflöte auf die Kultursommer-Bühne brachte.

Von Martin Feldhaus

Fede Marina, Ronja Maltzahn und Alexa Nasenflöte luden das Publikum zu einer mehrsprachigen musikalischen Weltreise ein. Foto: Martin Feldhaus

Wie hört sich eigentlich Fernweh an? Die Antwort auf diese Frage liefert am Samstagabend beim Büz-Kultursommer das „Ronja Maltzahn Bluebird Trio“. Ronja Maltzahn (Ukulele, Piano, Cello, Gitarre, Gesang), Fede Marina (Gitarre, Bass, Percussion, Gesang) und Alexa Nasenflöte (Saxofon, Geige, Flöte, Gesang) begeistern mit dem Genre „Worldpop“, einer Mischung aus Akustik-Pop, Elementen des Folk und ein bisschen Indie – kombiniert ergibt das den Sound von Fernweh und entführt die Zuhörerinnen und Zuhörer vom Büz-Parkplatz auf eine kleine musikalische Weltreise durch verschiedene Sprachen und Länder.

Trägerin des Panikpreises

„Das Fernweh hat mich immer wieder heimgesucht“, bekennt die Multiinstrumentalistin Ronja Maltzahn, die 2021 den Panikpreis der Udo-Lindenberg-Stiftung erhielt, schon zu Beginn des Konzerts. Vor vier Jahren hat sie ihren argentinischen Musikpartner Fede in Italien kennengelernt, die beiden haben seitdem gemeinsam 15 Länder bereist, über 300 Konzerte gespielt und zwei Studioalben produziert. Entstanden sind hierbei Lieder, die von weiten Reisen, großen Träumen und Mut, von Begegnungen und Zusammenhalt handeln. Ronja Maltzahn trägt sie mit einer unverwechselbaren, ausdrucksstarken und rauchigen Stimme auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch vor.

Die musikalischen Darbietungen ergänzt sie dabei um kleine Anekdoten zur Entstehung der jeweiligen Lieder: So sei etwa der Titel „For­ever on the Road“ auf dem Beifahrersitz des Vans entstanden. Zudem präsentiert das Trio „Nebel“, den ersten deutschen Song Ronja Maltzahns, der vor wenigen Jahren auf einer Argentinienreise entstand. Die gebürtige Bad Pyrmonterin schreibt bereits seit 15 Jahren Lieder.

Das Trio lädt mehrmals auch das Publikum dazu ein, mitzumachen und etwa beim Stück „Sound of the Forest“ Teil der Geräuschkulisse des Liedes zu werden.

Ronja Räubertochter, ein Buch das Ronja Maltzahns Kindheit prägte – und das Bühnenbild bei ihrem Auftritt. Foto: Martin Feldhaus

Zwar ist beim Auftritt nicht jeder Platz besetzt, doch dafür zieht es auch Gäste aus Arnsberg und sogar Warburg zum Büz-Kultursommer. In der ersten Reihe sitzt etwa Stefan Pahner, der bereits mehrere Konzerte der drei Protagonisten des Abends besucht hat. Was ihn dabei fasziniert? „Die Vielfältigkeit der Musik“, sagt Stefan Pahner, der auf die Vielzahl von Instrumenten verweist, die die Musiker erklingen lassen. Zudem lebe Ronja Maltzahn Musik geradezu, aber immer auch mit Blick auf andere.

Die mitreißende und mehrsprachige musikalische Weltreise beendet Ronja Maltzahn mit einer Kurzlesung aus Astrid Lindgrens Klassiker „Ronja Räubertochter“. Dieses Buch habe ihre Kindheit geprägt, verrät sie und schließt mit einem Appel: „Die Welt braucht mehr Räubertochter.“ Den leidenschaftlich dargebotenen Musikmix belohnt das Publikum mit viel Applaus und der lautstarken Forderung nach einer Zugabe – anders als im März, als eine Ortsgruppe von „Fridays For Future“ Ronja Maltzahn wegen ihrer Dreadlocks nicht auftreten ließ und damit für ein gewaltiges Medienecho sorgte.

Die Ahlenerinnen und Ahlener sehen das definitiv anders Und wer weiß schon, wann es die nächste (musikalische) Weltreise gibt?

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