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Sebastian Timm übernimmt

Firmenname Wilinski bleibt

Ahlen

Andreas Wilisnki geht, der Firmenname bleibt. Sebastian Timm übernimmt den Ahlener Sanitärbetrieb.

Von Ralf Steinhorst

Betriebsübergabe: Mit Sebastian Timm hat Andreas Wilinski (v. r.) einen Nachfolger für sein Unternehmen gefunden, für dessen Einarbeitung er sich viel Zeit genommen hat. Foto:  Ralf Steinhorst

Viele inhabergeführte Betriebe stehen vor der Herausforderung, einen Nachfolger zu finden. Dass es gut vorbereitet ganz reibungslos verlaufen kann, beweist das Sanitärunternehmen Wilinski. Andreas Wilinski verlässt mit dem Jahreswechsel die Brücke, sein Mitarbeiter Sebastian Timm übernimmt das Ruder.

„Es ist schon ein komisches Gefühl hier am letzten offiziellen Tag“, bekennt An­dreas Wilinski am Donnerstagnachmittag. Er gehe mit einem lachenden, aber auch weinenden Auge. Im Jahr 1994 hat er das mittelständische Unternehmen von seinem Vater Alfred übernommen, in das er nicht nur familiär hereingewachsen ist, sondern in dem er auch seine Ausbildung absolvierte. 45 Jahre war er im Familienunternehmen tätig. Seine Nachfolge hat er langfristig vorbereitet.

Andreas Wilinski

Wie? Man solle sich schon zehn Jahre vor einer Übergabe gedanklich damit beschäftigen, fünf Jahre für eine Planungsphase kalkulieren und sich schließlich drei Jahre für die akute Übernahme Zeit nehmen, erklärt der Neu-Ruheständler und schließt seine Empfehlung: „Das letzte Jahr war schon eine gleitende Übergabe“. Froh sei er, mit Sebastian Timm einen Nachfolger aus den eigenen Reihen gefunden zu haben: „Ich habe ihn nicht gesucht, er mich auch nicht. Wir haben uns gefunden“, beschreibt Andreas Wilinski die glückliche Fügung. Der 33-jährige Nachfolger ist seit 2006 im Betrieb, hat 2018 seine Meisterschulung absolviert und wird den Firmennamen weiter fortführen. „Das ist ein Traditionsbetrieb. So eine Firma lässt man nicht so einfach gehen“, erklärt er, dass beide schon vor seiner Meisterschulung über die Zukunft der Firma gesprochen haben. Es habe diesbezüglich immer eine gute Transparenz gegenüber Mitarbeitern und Kunden gegeben, um Verunsicherungen zu vermeiden.

So hat sich Andreas Wilinski immer mehr zurückgezogen. Seit einem Jahr gönnt er sich eine Vier-Tage-Woche, seit acht Wochen ist er sogar nur noch zwei Tage im Unternehmen. Auch aus Praxisgründen. Er habe gegenüber Sebastian Timm eine andere Art, eine Firma zu führen. Das sei natürlich. Es funktioniere nicht, wenn zwei Führungskräfte Ansagen machten. Um lachend hinzuzufügen: „In der letzten Zeit gehen die Leute an mir vorbei und beachten mich gar nicht mehr“. 180 Resturlaubstage habe er noch, ergänzt er ebenso augenzwinkernd. Sebastian Timm freut sich, dass es für ihn aufgrund der langen Übergabe kein Sprung ins kalte Wasser sei.

Als Innungsobermeister macht er weiter

So ganz zurückziehen wird sich Andreas Wilinski aus der Branche nicht. Der Innungsobermeister wird frischgewählt weitere fünf Jahre diese Aufgabe wahrnehmen und damit weiterhin im Vorstand der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf tätig sein. Daraus folgt, dass er auch im Fachverband aktiv bleiben wird. Trotzdem freut er sich schon darauf, mit seinem Wohnmobil mehr auf Reisen gehen zu können.

Sebastian Timm wird sich unterdessen hauptverantwortlich den aktuellen Themen stellen. Wie der Umrüstung der Heiztechnik auf Wärmepumpen. Das Interesse sieht er derzeit allerdings gegenüber dem vergangenen Sommer schwinden. Was auch wohl mit der Inflation und der Minderung der Kaufkraft sowie dem Zurückfahren von Förderungen seit Mitte August zusammenhänge, wie er vermutet.

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