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Zeche ein Paradies für Schnäppchenjäger

Flohmarkt-Fieber ist wieder da

Ahlen

Zwei Jahre war Pause, nun kamen die Schnäppchenjäger und Flohmarkt-Beschicker bei der Neuauflage des Zechenflohmarkts wieder voll auf ihre Kosten. Sogar die politische Prominenz war mit einem Stand vertreten.

Von Martin Feldhausund

Vom Start weg war die Lohnhalle gut besucht. Foto: Martin Feldhaus

Echte Schnäppchenjäger, Liebhaber auf der Suche nach nostalgisch angehauchten Produkten oder auch Verfechter des Nachhaltigkeitsgedankens: Sie alle schwören auf Flohmärkte. Und nicht nur sie waren froh, dass der Zechenflohmarkt am Sonntag nach der Absage im Dezember 2021 endlich wieder zum Trödeln einlud und somit eine nunmehr zweijährige Coronapause endete.

An insgesamt 70 Ständen fand sich mehr oder weniger alles, was das Herz begehrt. Es konnte wieder nach Herzenslust gestöbert und gefeilscht werden. Ein Angebot, auf das viele Ahlener – aber auch auswärtige Gäste – anscheinend nur gewartet haben. Sie strömten gleich mit der Eröffnung um 11 Uhr zahlreich zur Zeche Westfalen und ließen somit keinen Zweifel: Das Flohmarktfieber ist zurück in Ahlen.

Schallplatten? Ja, genau!

Gleich am Eingang der Lohnhalle kamen echte Musikfans auf ihre Kosten. Am Stand von Michael Oertel fand sich eine große Auswahl verschiedener Schallplatten. Schallplatten? Ja, genau! Die stehen bei vielen Liebhabern nach wie vor sehr hoch im Kurs. „Ein Besucher hat gleich fünf Stück von Modern Talking mitgenommen“, berichtete Oertel. Ein eher exklusiver Musikgeschmack. Denn am besten lief Rockmusik – ob es am Flohmarktort lag? „Rock am Schacht“ ließ grüßen. Die Flohmarkt-Rückkehr beurteilte Oertel positiv: „Er ist sehr gut besucht“, stellte er mit Blick auf die vielen hereinströmenden Besucher fest.

Denise Börner hoffte mit Tochter Leni, dass Kinderkleidung und aussortierte Spielzeuge Abnehmer finden Foto:

Viele Stände fanden sich auch in der Soccerkaue. Wo sonst passionierte Kicker über den Platz sprinten und Fußbälle ins Tor schießen, wurde am Sonntag gefeilscht und gehandelt. Zum Beispiel am Stand von Denise Börner, die gemeinsam mit Tochter Leni hoffte, dass gut erhaltene, aber mittlerweile zu kleine Kinderkleidung und aussortierte Spielzeuge Abnehmer finden.

Besucher „ausgehungert“

„Das ist mein erster Flohmarkt seit über zwei Jahren“, sagte Börner im Gespräch mit unserer Zeitung. Wie der lief? „Sehr gut. Ich kann mich nicht beklagen.“ Sie habe festgestellt, dass die Besucher sich sehr über die Gelegenheit zum Trödeln freuten, teilweise gar ausgehungert seien. Und: Der Zeitpunkt kurz vor dem Osterfest sei quasi perfekt für einen Flohmarkt. „Es werden viele Spielzeuge und sonstige Kleinigkeiten gekauft“, hatte die flohmarkterfahrene „Händlerin“ bei sich und den Nachbarständen beobachtet.

Schallplatten sind wieder mächtig in. Und die gab es bei Michael Oertel – inklusive Klangprobe. Foto: maf

In der Nähe hatte auch Rita Pöppinghaus-Voss, Ahlens stellvertretende Bürgermeisterin, ihren Tisch aufgebaut. Darauf zu finden: Unter anderem Dekoratives und einige Kleidungsstücke. Gehen die wohl gut weg? Das hoffte Pöppinghaus-Voss, jedoch nicht für sich selbst, sondern vielmehr für den guten Zweck. Denn die Einnahmen aus dem Flohmarktverkauf möchte sie komplett dem Ahlener Förderverein für Flüchtlinge überlassen, um so die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zu unterstützen. So stand es auch auf einem kleinen Schild, das neben ihrem Stand angebracht war. „Ich habe mir heute Morgen überlegt, das so zu machen“, berichtete sie. Man könne auch mal was abgeben und andere unterstützen, die gar nichts mehr haben.

Positivs Fazit

Insgesamt zog Hermann Huerkamp vom veranstaltenden Stadtteilbüro Ahlen Süd/Ost ein äußerst positives Fazit des Flohmarkt-Neustarts auf Westfalen: „Das ist gut angenommen worden“, zeigte er sich angesichts mehrerer hundert Besucher sehr zufrieden. Die hielten sich auch vorbildlich an die vom Veranstalter auf Grundlage des Hausrechts angeordnete Maskenpflicht: „Es gab keine Probleme“, so Huerkamp in der Nachbetrachtung.

Rita Pöppinghaus-Voss, Ahlens stellvertretende Bürgermeisterin, spendet ihren Flohmarkt-Erlös.Rita Pöppinghaus-Voss, Ahlens stellvertretende Bürgermeisterin, spendet ihren Flohmarkt-Erlös. Foto: maf
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