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Lage im Iran Thema beim Internationalen Frauenfrühstück

Frauenrechte werden unterdrückt

Ahlen

Über die Situation in ihrer Heimat berichtete die Iranerin Maryam Bolandraftar beim Internationalen Frauenfrühstück. Sie erläuterte die Hintergründe der aktuellen Proteste.

Von Ralf Steinhorst

Kerzen mit Porträts von Iranerinnen und Iranern, die bei den Demonstrationen ihr Leben verloren, erinnerten beim Frauenfrühstück an die aktuelle Situation unter dem Mullah-Regime. Foto: Ralf Steinhorst

Der Iran beschäftigt zurzeit die Weltöffentlichkeit, weil die Bevölkerung für mehr Frauenrechte demon­striert und das Mullah-Regime versucht, diese mit roher Gewalt bis hin zu Hinrichtungen zu unterdrücken. Die Iranerin Maryam Bolandraftar, die im Jahr 2018 nach Deutschland floh und nun in Ahlen wohnt, gab am Samstag beim Internationalen Frauenfrühstück (IFF) in der Familienbildungsstätte einen Einblick in die Geschichte und Kultur ihres Heimatlandes und erläuterte die Hintergründe der Demonstrationen gerade zum jetzigen Zeitpunkt.

Maryam Bolandraftar

„Die Iraner sind eines der ältesten Kulturvölker der Erde“, verwies Maryam Bolandraftar auf das Perserreich, dass sich 500 vor Christus unter Kyros von Ägypten bis nach Afghanistan erstreckte. Damals lebten 40 Prozent aller Menschen unter persischer Herrschaft. Unter Kyros lebte eine liberale Gesellschaft, alle Religionen waren erlaubt. Eine geschichtliche Begebenheit, auf die sich heute viele Demonstranten bei ihrem Kampf gegen die muslimische Unterdrückung berufen. Erst mit der Niederlage der Perser gegen die Araber begann im Jahre 650 nach Christus die Islamisierung. 1926 kam die Dynastie der Pahlavis an die Macht, die beiden Schahs modernisierten das Land, allerdings auch mit harter Hand, bis zur Islamischen Revolution im Jahr 1979.

Frauen eigneten sich im Verborgenen Bildung an

Maryam Bolandraftar zeigte Filmaufnahmen aus den 1970er Jahren, in denen vor allem die Frauen ohne Kopftücher auffielen. Mit der Revolution fielen die Frauenrechte, im Verborgenen aber eigneten sich die Frauen weiter Wissen an wie die der Geschichte des Iran, wie Maryam Bolandraftar betonte: „Denn Wissen ist Macht.“ Dieses Wissen gaben sie an ihre Söhne und Töchter weiter: „Diese Kinder sind diejenigen, die heute für die Freiheit der Frauen auf die Straße gehen.“

Das nächste Internationale Frauenfrühstück findet am 18. Februar statt, dann ausnahmsweise erst um 17 Uhr. Grund ist der neunte Geburtstag des Treffens, der dann gefeiert wird. Die Organisatoren bitten um vorherige Anmeldung bei Laina Remer oder Rocio Siekaup. Das Nähcafe, dass donnerstags von 15 bis 17 Uhr in der Familienbildungsstätte stattfindet, sucht noch Sachspenden in Form von Wolle, Nähgarn, Stoffen oder Ähnlichem sowie Geldspenden. Diese können in der Familienbildungsstätte abgegeben werden.

VHS-Leiterin Nadine Köttendorf machte auf eine weitere Veranstaltung zum Thema Iran aufmerksam. Am 23. Februar um 19 Uhr wird der Autor Bahman Nirumand sein Buch „Der Weg in die Freiheit“ im Heimatmuseum vorstellen. Sabine Giesecke-Hellweg lud zur Tanzperformance „One Billion Rising“ für Frauenrechte am 14. Fe­bruar um 16.30 Uhr auf den Marktplatz ein.

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