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Marktmusik: Duo Metzner und Perry

Fulminantes Feuerwerk gezündet

Ahlen

Roman D. Metzner und Aaron Perry zeigten am Samstag bei der Marktmusik, dass sich Freddie Mercury und „Queen“ auch mit Akkordeon und Gesang huldigen lassen.

Dierk Hartleb

Auf seinem Akkordeon ersetzte Roman D. Metzner beim Auftritt im Rahmen der Foto:

Zehn Jahre Marktmusik mit den Songs von „Queen“. Nicht auszudenken, wenn dieses Konzert unter normalen Umständen stattgefunden hätte. Die Bartholomäuskirche wäre vermutlich aus allen Nähten geplatzt, selbst wenn Kantor Andreas Blechmann in die größere St.-Marien-Kirche umgezogen wäre.

Aber unter Corona-Bedingungen standen Roman D. Metzner und Aaron Perry am Samstag in einer fast gähnend leeren St.-Ludgeri-Kirche, in der sich ein Dutzend Zuhörer und Techniker verloren. Dass die Kirche zeitweise dennoch bebte, ist allein das Verdienst der beiden Künstler, die wie entfesselt spielten und sangen. Ein Akkordeon, das ein Orchester ersetzt, wie es in der Ankündigung und auf der Homepage vielversprechend heißt, wie soll das gehen?

Unbegründete Skepsis

Doch die Skepsis erwies sich als unbegründet. Denn mit dem ersten Song nahmen Metzner und Perry ihre Zuhörer in der Kirche und im Livestream auf eine Zeitreise in das goldene Queen-Zeitalter. Im Wechsel zwischen gefühlvollen Balladen wie „You take my breath away“ oder „Save me“ und mitreißenden Songs wie „Who wants to live forever“ und „We are the champions“ entstand das musikalische Porträt eines Künstlers, der zu den prägenden Musikern der 1970er- und 1980er Jahre zählte.

Aaron Perry bei der Marktmusik. Foto: Dierk Hartleb

Eingestimmt durch die Einführung von Andreas Blechmann, der den Sänger – Mercury nannte sich zunächst Freddie Bulsara und war indischer Herkunft – als einen von der Spiritualität des Zoroastrismus beeinflussten feinfühligen Menschen bezeichnete, griff Metzner in seiner Anmoderation die religiöse Prägung des jungen Mercury auf und erläuterte ihren Niederschlag auf die Poesie der Texte, die Perry mit einer stimmlichen Ausdruckskraft umsetzte, die immer wieder ein Gänsehautgefühl aufkommen ließ.

Grandios, wie der gebürtige Engländer, der in Dortmund als Gesanglehrer tätig ist, den typischen Sound der Songs Mercurys auferstehen ließ und ihnen mit seinem bemerkenswerten Stimmenumfang bis hin zu einer schwindelerregenden Höhe dennoch eine eigene Note verlieh.

Musikalische Symbiose

Das Akkordeon an seiner Seite, gespielt von Roman D. Metzner, stand dieser gesanglichen Glanzleistung in keiner Weise zurück, sondern erwies sich im Gegenteil als gleichberechtigter Partner einer perfekt gestalteten musikalischen Symbiose.

Wie sehr es Mercury verstand, Elemente klassischer Musik mit den Rhythmen der Rockmusik zu verbinden, wurde bei dem Song „Bohemian Rhapsody“ deutlich, den das Publikum trotz Minimalbesetzung in der Kirche enthusiastisch feierte.

„Es ist für uns sehr ungewöhnlich, unter diesen Umständen zu spielen“, gestand Metzner ein. Gleichwohl seien sie sehr dankbar, überhaupt mit ihrem Programm auftreten zu können.

Ihr letztes Stück „We are the champions“ widmeten sie dem Veranstalter- und Technikerteam um Andreas Blechmann und Michael Oertel.

Die Begegnung mit den beiden Musikern der „The Royal Squeeze Box“ (Die königliche Quetschkommode) wird den Zuhörern, ob analog oder digital, noch lange in Erinnerung bleiben.

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