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Zentrale Gedenkveranstaltung

Für ein Europa der Menschenrechte

Ahlen

Thomas Schmidt, Bürgermeister der Ahlener Partnerstadt Teltow, sprach im Rahmen des Volkstrauertags auf dem Markt. Und er machte einen interessanten Vorschlag.

Von Peter Schniederjürgen

Am Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewalt legten (v.l.) Dr. Alexander Berger, Thomas Schmidt und Oberstleutnant Christoph Linnenbaum Kränze nieder. Foto: Peter Schniederjürgen

Sehr unter dem Eindruck des Angriffskriegs Russlands in der Ukraine stand das Gedenken zum Volkstrauertag am Sonntag. Dabei forderten die Bürgermeister der Partnerstädte Ahlen und Teltow, Dr. Alexander Berger und Thomas Schmidt, weiter Solidarität mit dem unter der russischen Aggression leidenden ukrainischen Volk. Thomas Schmidt hielt dazu die Gedenkrede auf dem Marktplatz. Vor rund 300 Vertreterinnen und Vertretern aus Bürgerschaft, Vereinen und Institutionen schlug Thomas Schmidt für Ahlen und Teltow vor, gemeinsam mit Zagan, der polnischen Partnerstadt Teltows, eine Partnerschaft mit einer ukrainischen Stadt anzustreben. „Es wäre für mich ein starkes Zeichen, dass wir unsere von einem Angriffskrieg betroffenen ukrainischen Kommunen nicht im Stich lassen“, begründete Thomas Schmidt das Ansinnen, dass Hilfe geleistet und der russischen Kriegsmaschinerie der europäische Gedanke der Solidarität entgegengestellt werde. Teltow und das polnische Zagan sind seit 2006 als Städtepartner verbunden. „Wir dürfen darin nicht nachlassen, diese kriegerische Aggression zu ächten und für ein Europa der Menschenrechte, des Friedens und der Freiheit einzutreten“, appellierte Thomas Schmidt und forderte: „Lasst uns helfen so schnell es geht, die Menschen dort brauchen uns.“

Beeindruckt von Initiativen

„Solange und soweit es erforderlich sein sollte, bleibt Ahlen solidarisch“, unterstrich Dr. Alexander Berger dann. Die Stadt unternehme alles Notwendige, um den kommenden Kriegsflüchtlingen ein sicheres Obdach zu bieten. Sichtlich beeindruckt hob der Bürgermeister die Initiativen der Bürgerschaft wie die Kundgebungen des Ahlener Bündnisses für den Frieden hervor. Zugleich stellten die politischen Akteure in Ahlen alle erforderlichen Mittel zur Verfügung, um vertriebene Menschen aufzunehmen und ihre Integration in den Alltag zu erleichtern.

Deutschland sei eingebunden in ein stabiles System der demokratischen Werte und der kollektiven Sicherheit. Die Bundeswehr garantiere die Unabhängigkeit und schütze im atlantischen Bündnis auch die Souveränität befreundeter Nationen. „Dieser partnerschaftliche Zusammenhalt verleiht uns die Stärke, die wir brauchen, um den äußeren Gefahren zu trotzen. Ich bin überzeugt: Es werden am Ende des Konflikts die freiheitlich-demokratischen Gesellschaften sein, die den Sieg davontragen“, hob Alexander Berger hervor. Und er verurteilte dabei in scharfen Worten die täglichen Terrorangriffe auf Energie- und Versorgungseinrichtungen. „Sie haben nur einen Grund, die Zivilbevölkerung zu terrorisieren und die Menschen in die Flucht zu treiben“, folgerte Berger: Dahinter stehe die Absicht, die Stabilität in Europa zu schwächen. „In diesem an Abscheulichkeiten sowieso schon reichen Krieg zeigt es grausame Unmenschlichkeit, den schutzlosen Menschen vor dem bevorstehenden Winter Wärme und Wasser zu rauben“, verurteilte der Bürgermeister das russische Vorgehen.

Maike Frochte, Auszubildende in der Ahlener Stadtverwaltung, verlas das Totengedenken. Foto: Peter Schniederjürgen

Besonders hart ging Berger mit der russischen Propaganda ins Gericht. „Leider gehen ihr auch hier in Deutschland Menschen auf den Leim. Ich wünsche mir, dass wir entschieden allen Versuchen entgegentreten, aus Tätern Opfer und aus Opfern Täter zu machen“, stellte er klar. Wie dem Antisemitismus kein Raum zu geben sei, so konsequent müsse auch den propagandistischen Verdrehungen im Ukraine-Krieg entgegengetreten werden.

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