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70er Jahre leben im Heimatmuseum auf

Für Kassettenrekorder wurde lange gespart

Ahlen

„Bravo“ und der „Starschnitt“ – in den 1970er Jahren für fast jeden Jugendlichen ein Muss. Ebenso wie die neusten Errungenschaften der Technik, zum Beispiel der Kassettenrekorder. Zu sehen aktuell im Ahlener Heimatmuseum.

Von Peter Schniederjürgen

Der Vorhelmer Sammler Martin Falkenhain mit seinem ersten Kassettenrekorder.Ein Blick auf die Exponate der 70er-Jahre-Ausstellung. Foto: Peter Schniederjürgen

Suzi Quatro in Lebensgröße auf der Tenne des Heimatmuseums – ein Hingucker der neuen Ausstellung rund um die 70er Jahres des vergangenen Jahrhunderts. „Ein unglaublich spannendes Jahrzehnt mit ganz vielen Veränderungen in allen Lebensbereichen“, stellt Kati Peterleweling von der städtischen Kulturverwaltung fest.

Suzi Quatro als Starschnitt Foto: Peter Schniederjürgen

Darum auch der Titel: „Die 70er in Westfalen – Disco, Demo, Denkanstöße“. Die Basis der Ausstellung, die für die kommenden drei Wochen zu sehen ist, wird vom Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) gestellt. Viele Fotos und Texte kommen dorther. „Wir haben die Schau aber noch mit Ahlener Besonderheiten aufgestockt“, freut sich Gabriele Moser-Olthoff, die Leiterin des Heimatmuseums zur Eröffnung am Freitag.

Dafür haben Ahlener Musiker wie Hansi Hartings, Wolfgang „Brandy“ Brand und andere tief in ihre Sammlungen gegriffen. Viele musikalische Schätze in Form der unvergessenen Vinylscheiben kamen dabei wieder ans Licht. So hat der Vorhelmer Sammler Martin Falkenhain Unterhaltungselektronik aus seiner Jugend zur Verfügung gestellt. „Das ist mein erster Kassettenrekorder“, präsentiert er das Gerät nicht ohne Stolz. Denn zu jener Zeit war das Kassettengerät von „Universum“ eine echte Hi-Tech-Maschine und mit rund 150 Mark schon recht teuer. „Darauf wurde lange gespart“, schmunzelt der Vorhelmer Sammler. Wenn auch die Leistung der Geräte, was den produzierten Geräuschpegel anging, noch überschaubar war, kam es doch zu Konflikten mit den Erwachsenen. Damals waren die Worte „Hottentottenmusik“ – nicht etwa auf das afrikanische Volk bezogen, sondern auf Gammler, Langhaarige oder etwas milder Hippie – die nicht eben wertschätzende Meinung gegen das Lebensgefühl der damaligen Jugend.

Die 70er-Jahre-Ausstellung im Ahlener Heimatmuseum. Foto: Peter Schniederjürgen

Dazu gibt‘s Zeitschriften aus der Zeit. So auch die unvermeidliche „Bravo“. Sie war das Medium der Jugend. Attraktiv auch durch die „Starschnitte“. Wöchentlich gab es ein Bilddetail des verehrten Stars. Wenn alle Teile beisammen waren, zierte das jeweilige Idol in fast Lebensgröße zahllose Jugendzimmerwände. So kam auch Rockröhre Suzie auf die Tenne des Heimatmuseums. Hier ist sie mit den anderen Exponaten bis zum 4. Juli, immer freitags von 16 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr sowie auf Anfrage zu sehen.

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