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Kommandowechsel in der „Westfalen-Kaserne“

Gadow übergibt den Staffelstab

Ahlen

Mit einem feierlichen Appell vollzog sich im Aufklärungsbataillon 7 am Donnerstagnachmittag der Kommandowechsel: Oberstleutnant Timo Gadow wird von Oberstleutnant Christoph Linnenbaum als Kommandeur abgelöst.

Von Christian Wolff           und Peter Schniederjürgen

Der neue Kommandeur: Oberstleutnant Christoph Linnenbaum steht zum ersten Mal vor seiner Truppe. Zum feierlichen Übergabeappell sind alle Kompanien angetreten, dazu spielt das Luftwaffenmusikkorps Münster. Foto: Christian Wolff

Nur die Pferde fehlen, als die Titelmelodie der „Glorreichen Sieben“ übers Kasernengelände schallt. Der Hauch von Western ist gewollt, schließlich ist die Sieben eine magische Zahl im Ahlener Aufklärungsbataillon und in der Militärhistorie war die Truppengattung immer eng mit Reitern verbunden. Zur Verabschiedung des „Häuptlings“ kommen die Kompanien zum ersten Mal seit langer Zeit wieder in voller Stärke zusammen.

Umrahmt von den Längen des Luftwaffenmusikkorps Münster richtet sich Oberstleutnant Timo Gadow am Donnerstagnachmittag letztmals an die Soldaten der „Westfalen-Kaserne“ und hält dabei nicht hinterm Berg, wie sehr ihm der Standort und seine Menschen in den vergangenen drei Jahren ans Herz gewachsen sind. Viele Weggefährten nennt Gadow namentlich, viele Erlebnisse seien ihm beim Schreiben der Rede in den Sinn gekommen. Alles zu erwähnen sei unmöglich, sagt er, schließlich soll eine gute Rede nie länger als acht Minuten dauern. Im Fall der Aufklärer wohl besser sieben. „Diese Marke habe ich deutlich gerissen“, gesteht der Oberstleutnant. „Eine irre Zeit“, fasst der scheidende Kommandeur seine 1087 Tage in diesen Reihen zusammen. Aber: „Man hinterlässt nie ein bestelltes Feld. Man übergibt immer nur den Staffelstab.“ In diesem Fall geht er an Oberstleutnant Christoph Linnenbaum (41), dem Brigadegeneral Stephan Willer „viel Soldatenglück“ wünscht. Kommandoübergabe in der „Westfalen-Kaserne“Christian Wolff

Dann wird‘s noch einmal feierlich: Zum Abschied rollen gepanzerte Fahrzeuge an, die Fahne des 1. FC Köln wird ausgerollt und Oberstleutnant Timo Gadow samt Ehefrau Miriam sowie die Kinder Carolin und Florian an Bord gebeten. Eine gemeinsame Fahrt über das Kasernengelände verschenkt die Truppe unter dem Applaus der Gästetribüne.

Willer: „Ein großartiger Mensch“

In seinem Grußwort attestiert Willer dem bisherigen Kommandeur viele positive Eigenschaften. „Sie haben Ihre fachliche und menschliche Eignung wiederholt unter Beweis gestellt“, sagt er. „Sie sind ein großartiger Mensch.“ Dieser Bewertung schließen sich auch viele der Gratulanten an, die sich im Anschluss beim Empfang in der Mehrzweckhalle die Klinke in die Hand geben. Neben militärischen Ehrengästen sind auch Vertreter aus Politik und Gesellschaft mit von der Partie. Aufgrund der pandemiebedingten Einlassbeschränkungen können jedoch nicht alle Veteranen dabei sein. Doch Gelegenheit für spätere Begegnungen werde es geben, verspricht Timo Gadow zum Schluss. Er werde der Stadt Ahlen treu bleiben.

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