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Abschied von Prinz Philip I.

„Galionsfigur“ muss abdanken

Ahlen

Sein erstes Mal draußen in der Menschenmenge erlebte Philip I. (Rings) bei seinem Abschied. Am Samstag ging seine etwas andere Regentschaft als Ahlener Stadtprinz zu Ende.

-rst-

Der Marienplatz war sehr gut gefüllt. Die Karnevalisten der KG Neustadt (rechts in grünen Jacken) übernehmen die kommende Sessionsführung. Foto: Ralf Steinhorst

Eine der prägnantesten Regentschaftszeiten im Ahlener Karneval ging am Samstagmittag auf dem Marienplatz zu Ende. Mit der offiziellen Sessionseröffnung wurde Stadtprinz Philip I. (Rings), seine Adjutanten Ingo Rütten und Alexander Wilk sowie Standartenträger Andreas Burian mit großem Applaus verabschiedet.

Bei sonnigem Wetter mit angenehmen Temperaturen vergoss zumindest der Wettergott keine Tränen, beim scheidenden Stadtprinz Philip I. dürfte es innerlich etwas anders ausgesehen haben, obwohl er bis auf vermeintlich einen Moment sehr gefasst wirkte. Um es schnell hinter sich zu bringen, hatte der BAS-Vorsitzende Andreas Lerley ein Erbarmen und begann die Zeremonie schon wenige Minuten vor der offiziell karnevalistischen Zeit von 11.11 Uhr. Aus eigener Erfahrung wusste er: „Für Philip ist es heute ein schwieriger Gang.“

Anders, aber nicht schlecht

Es war pandemiebedingt eine andere Session, aber Philip sei volles Risiko gegangen, betonte Andreas Lerley: „Aber anders ist ja nicht das Synonym für schlecht.“ Und überhaupt sei der Austritt aus dem Ornat ein Eintritt in die Reihe der ehemaligen Prinzen, der heutige Tag sei für den scheidenden Prinzen also nicht nur traurig.

Der Moment des Abschieds ist gekommen: Stadtprinz Philip I. sieht traurig der Prinzenkette hinterher. Ingo Rütten, Alexander Wilk, Andre Rings und Bürgermeister Dr. Alexander Berger (v. l.) fühlen mit ihm. Foto: Ralf Steinhorst

„Draußen vor so vielen Menschen – mein erstes Mal“, übernahm dann Philip I. und machte so darauf aufmerksam, dass er als Tollität keinen Straßenkarneval erleben durfte. Und doch habe er mit den Menschen eine tolle Session erlebt. Bei den Terminen am Rosenmontag seien er und seine Combo den Menschen sehr viel näher gewesen, als es auf der Straße der Fall gewesen wäre: „Wir haben gezeigt, dass der Ahlener Karneval bunt ist.“ Nachdem er ein letztes Mal sein Prinzenlied „Mach dein Ding“ gesungen hatte, galt der Dank den vielen stillen Helfern im Hintergrund, die seine Regentschaft möglich gemacht hätten. Als das „Stadtoberhaupt der fünften Jahreszeit“ seine Prinzenkette, die Stadtkasse und den Stadtschlüssel an das „Stadtoberhaupt der anderen vier Jahreszeiten“, Bürgermeister Dr. Alexander Berger, zurückgeben musste, deuteten sich dann doch leichte Tränen an. „Du bist die Galionsfigur des Karnevals, der schwierig war – du bist ein Prinz unserer Herzen“, lobte der Bürgermeister sein jeckes Pendant. Dem nur noch ein Abschiedssatz blieb: „Das war es wirklich für mich, gleich wird die Strumpfhose ausgezogen.“ Mit Andrea Bocellis und Sarah Brightmans „Time to Say Goodbye“ wurde es dann am Ende dann doch richtig sentimental, da war der scheidende Stadtprinz längst mit dem ewigen Prinzenorden der Stadt Ahlen ausgestattet.

Der Bürgermeister hat die Stadtkasse wieder: Stadtprinz Philip I., Ingo Rütten, Alexander Wilk und Bürgermeister Dr. Alexander Berger ( vorne, v. l.). Foto: Ralf Steinhorst
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