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Ahlens neue Erste Beigeordnete Stephanie Kosbab

Gefühlt schon angekommen

Ahlen

Mit Ahlens neuer Ersten Beigeordneten und Dezernentin für Schule, Kultur und Soziales, Stephanie Kosbab, ist der Verwaltungsvorstand wieder komplett. Über 16 Jahre war die Stelle vakant.

Von Ulrich Gösmann

Zuletzt saß hier 2005 ein Dezernent für Schule, Kultur und Soziales: Stephanie Kosbab übernahm am Dienstagmorgen die Position, die seit dem Weggang von Claus-Uwe Derichs über 16 Jahre vakant war. Foto: Ulrich Gösmann

Am Vortag bezog die Wuppertalerin ihre Wohnung im Ahlener Süden, jetzt sitzt sie an ihrem neuen Schreibtisch – und fühlt sich alles andere als fremd. Die ersten Begegnungen hätten sie bei ihren Vorabbesuchen schnell ankommen lassen, begeistert sich Stephanie Kosbab. Der 15. Februar soll nicht nur für die neue Erste Beigeordnete und Dezernentin der Fachbereiche Schule, Kultur und Soziales ein besonderer sein. „Es ist seit langer Zeit das erste Mal, dass der Verwaltungsvorstand wieder komplett ist“, betont Stadtsprecher Frank Merschhaus.

Komplett? Nicht ganz. Einer fehlt am Dienstagmorgen an vorderster Spitze. Bürgermeister Dr. Alexander Berger, in der Vorwoche positiv auf Corona getestet, pflegt noch die Quarantäne in häuslicher Isolation. Dass die Volljuristin auch die Position der Allgemeinen Stellvertreterin des Bürgermeisters bekleidet, tut zur Stunde nichts zur Sache. „Der Bürgermeister nimmt weiter seine Geschäfte wahr. Sozusagen im Homeoffice“, lässt der Stadtsprecher wissen. Also: kein Senkrechtstart der Neuen auf dem höchsten Chefsessel. Wobei Stephanie Kosbab schon bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt in Ahlen für eine Überraschung gut war. Für eine faustdicke, als sie sich in der Ratssitzung am 29. September 2021 bei der Wahl gegen Michael Ottmann durchsetzte.

Stephanie Kosbab

Viereinhalb Monate später beginnt für die 41-jährige Wuppertalerin ein neuer Lebensabschnitt. Ihren Job bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf hat sie nach neun Jahren aufgegeben. Zuletzt leitete sie dort das Landesprojekt „NRW bekämpft Energiearmut.“ Die Erinnerungen an den Abschied rühren sie auch an diesem Dienstag noch: „Da ist definitiv ein weinendes Auge dabeigewesen.“ Doch sollte sie wirklich einmal Heimweh haben, sei es bis zur Verbraucherzen­trale im Ahlener Rathaus ja auch nicht weit. Sagt‘s – und lacht.

Stadtbaurat Thomas Köpp und Personalleiterin Michaela Hewel empfangen Stephanie Kosbab am Morgen vor dem Rathaus. Foto: Stadt Ahlen

Für den Wechsel von der Wupper an die Werse nahm Ahlens neue Erste Beigeordnete und Dezernentin einen Umweg über die Nordsee. Einige ruhige Wintertage auf Juist sollten es noch sein, um in der Abgeschiedenheit einer kleinen Insel umzudenken. An diesem Dienstagmorgen steuert sie nach einer Tasse Kaffee zu Fuß ihren ersten Dienstweg zum Rathaus an, um unten von Stadtbaurat Thomas Köpp und Personalleiterin Michaela Hewel empfangen zu werden. In der sechsten Etage steht mit Zimmer 620 ein Büro für sie frei, das mit Claus-Uwe Derichs vor über 16 Jahren ein letztes Mal mit einem Dezernenten gleicher Fachausrichtungen besetzt gewesen war.

Panoramablick aus der sechsten Etage

Von hier oben hat die Neu-Ahlenerin einen Panoramablick auf die halbe Stadt. Und mit dem Städtischen Gymnasium, dem Kunstmuseum und den Stadtteil Süd/Ost auch ganz naheliegend auf das, was die ganze Breite ihrer Zuständigkeitsbereiche abdeckt. Am Vortag habe sie bereits eine Vorbesprechung mit dem Fachbereich 5 (Soziales) geführt, in der vorletzten Woche mit dem Fachbereich 4 (Schule). Warum nicht erst jetzt? „Das hätte mich nervös gemacht. Wenn man in so einen Geschäftsbereich reinkommt, nimmt man schon mal Kontakt auf, um nicht ganz bei Null zu starten“, sagt sie. Kontakte aus den Vorwochen würden ihr schon jetzt das Gefühl geben, nicht mehr fremd zu sein. „Ich treffe jetzt schon Leute, die ich kenne. Das ist großartig.“ Ja, das habe schon etwas Heimatliches. Aus ihren ersten Begegnungen habe sie die Ahlener als sehr aufgeschlossen wahrgenommen. Und das sei ein sehr schönes Gefühl.

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