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SPD im Austausch

Gespräche über Schule, Krieg und Solidarität

Ahlen

Der Bundestagswahlkampf nimmt auch in Ahlen langsam Fahrt auf. Am Freitag war der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Rolf Mützenich, in der Stadt-Galerie zu Gast. Der heimische Abgeordnete Bernhard Daldrup hatte dazu verschiedene Gesprächspartner eingeladen.

Verschiedene Gesprächspartner hatte der Abgeordnete Bernhard Daldrup zur Gesprächsrunde mit Dr. Rolf Mützenich eingeladen. Die Themen waren breit gestreut. Foto: rpd

Eine „große Gesprächsbereitschaft gegenüber der SPD“ stellte Bundestagsmitglied Bernhard Daldrup zu Beginn der Gesprächsrunde mit dem Fraktionsvorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Rolf Mützenich, am Freitagmittag in der Stadtgalerie fest. Ausdrücklich meinte er: „Das wirkliche Leben spielt sich in der Kommunen ab.“

Als eine „starke Stimme in der Fraktion für die Kommunen“ bezeichnete Rolf Mützenich seinen Bundestagskollegen Daldrup. Der Fraktionsvorsitzende verdeutlichte: „Ohne einen Sozialstaat können wir keine Krise bewältigen!“ Als Beispiel nannte er die Verlängerung des Kurzarbeitergelds. Er fügte an, dass Klimapolitik nicht ohne soziale Gerechtigkeit funktionieren könne.

Andrea Jaunich vermisst Gerechtigkeit

Die erste Frage zur Schule der Zukunft richtete Moderator Dierk Hartleb an Gesamtschullehrerin Andrea Jaunich. Sie vermisse Gerechtigkeit. Alle Schülerinnen und Schüler sollten ein iPad erhalten. Die Ausstattung mit diesen Geräten sei je nach Einkommen der Eltern sehr unterschiedlich. „Die digitale Ausstattung ist nicht so gut, wie es oft in der Zeitung steht“, meinte sie und forderte kleinere Klassen sowie mehr Lehrer. Aber auch längeres gemeinsames Lernen sei notwendig.

Nach dem Zusammenhalt in seiner Firma Renner fragte Hartleb dann Jürgen Henke. Der Unternehmer berichtete von Gesprächen mit dem Betriebsrat, gemeinsamem Sport und dem täglichen Gang durch den Betrieb. Über sich berichtete Henke, dass er halb Finne sei und auch beide Staatsbürgerschaften besitze.

Von der großen Solidarität in Hinsicht auf die Katastrophenbewältigung in Deutschland und der Türkei sprach Serhat Ulusoy. Es habe ihn stark beeindruckt, dass er bei seinem Urlaub in der Türkei, von dem er gerade erst zurückgekehrt sei, immer wieder von Freunden in Deutschland angerufen wurde, die wissen wollten, ob er von den Bränden betroffen sei und wie es ihm gehe. Ulusoy: „Solidarität ist der Kitt der Gesellschaft.“ Er ergänzte: „Solidarität fällt nicht einfach vom Himmel.“

Zustimmung beim Thema Frieden

Die Deutsch-Amerikanerin Amanda Bailey möchte mit ihrem Verein „Verve“ mehr Kultur nach Neubeckum bringen. Dies hat sie bereits in Dortmund und Dinslaken gemacht. Die Kulturschaffende hat mit ihrem Verein einen Landeszuschuss für ihr Projekt erhalten. Neubeckum bezeichnete sie dabei als „bedürftig für Kultur“.

Es folgte eine offene Fragerunde. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Winkhaus sprach die von der IG Metall geforderte 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich an. Vorsichtig verwies Rolf Mützenich auf die Tarifpartner und sah ein „Puzzle von Möglichkeiten“.

Um den Frieden machte sich Horst Jaunich Gedanken. Die „Wahnsinnsrüstungsausgaben“ müssten gesenkt werden. „Kriege sind unter anderem die Ursache für Migration, dass Menschen über das Mittelmeer flüchten“, so Jaunich. Er erhielt Zustimmung vom Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion. Er habe sich bereits an die Bundesverteidigungsministerin wegen einer möglichen Anschaffung von US-Kampfflugzeugen gewandt. Das sei im Augenblick wegen der Katastrophen unverantwortlich. Bernhard Daldrup bedankte sich bei Rolf Mützenich und den Teilnehmern der Gesprächsrunde mit einem flüssigen Präsent.

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