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Weihefeier an St. Georg

Glocke und Kreuz auf ihren Positionen

Ahlen

Das Kreuz ist zurück auf dem Kirchturmneubau von St. Georg in Ahlen. Ein Kran hatte den Vorgänger im Oktober unglücklicherweise von der Spitze geholt.

Von Ralf Steinhorst

Foto: Ralf Steinhorst

Am 6. Oktober wurde das Kirchturmkreuz feierlich auf den Turm des neuen Gotteshauses der syrisch-orthodoxen Gemeinde St. Georg gesetzt. Doch die Freude währte nur kurz. Am 20. Oktober riss ein Kran das Kreuz unglücklicherweise wieder herunter. Es wurde ein neues identisches Kreuz angefertigt, seit Samstagmittag schmückt es geweiht den Kirchturm an der Beckumer Straße. Da die Kräne gerade im Einsatz waren, wurde eine Etage tiefer die neue Kirchturmglocke gleich mit eingesetzt.

Mit dem für Deutschland zuständigen Bischof Mor Philoxenus Nayis nahm wieder ein hochrangiger Gast an der Weihung von Kreuz und Glocke teil. Der Würdenträger hatte auch seinen Stellvertreter Dekan Samuel Gümüs mitgebracht. „Letzte Woche war ich zum traurigen Anlass der Beisetzung von Dekan Josef Harmann in Ahlen, heute ist es mit der Weihung von Kreuz und Glocke wieder ein freudiger“, drückte Bischof Mor Philoxenus Nayis aus, wie nahe Freud und Leid auseinander liegen.

Dieses Mal waren zwei Kräne im Einsatz. Einer, der den Korb mit den Helfern am Haken hatte, ein weiterer zum Heben. Foto: Ralf Steinhorst

Wie schon bei der ersten Weihefeier waren auch dieses Mal zahlreiche Christen der St.-Georg-Gemeinde zur Zeremonie gekommen. Die Weihung erfolgte von Priestern und Gläubigen unter anderem durch das Singen von Weiheliedern.

Bevor die Glocke ihren Bestimmungsort im Turm erreichte, versammelten sich die Geistlichen und Spender der Familien Jakob um sie herum. Foto: Ralf Steinhorst

Das 3,10 Meter lange und 1,70 Meter breite Aluminiumkreuz von fast 100 Kilogramm Gewicht wurde von der Familie Dr. Gabriel Hanne gespendet. Entworfen hatte es Elias Zeren, der Sohn des Gemeindepfarrers Yakub Zeren d’beth Jallo, der besonders verfolgte, wie das Kirchturmkreuz mit dem Kran auf 24 Meter Höhe gehievt wurde. Es erfülle ihn mit Stolz, dass seine Arbeit so umgesetzt wurde, bekannte er. Dass das erste Kreuz nur wenige Tage auf dem Kirchturm prangte, nahm er gelassen: „Am Ende ist ja alles gut gegangen. Unfälle sind wohl nie zu vermeiden“.

Die Glocke wurde mit einem Kran seitlich durch eine Öffnung in den Turm bugsiert. Foto: Ralf Steinhorst

Der ehemalige Gemeindevorsteher Jeshu Jakob, der mit seiner Familie und den Familien seiner Brüder Bessin und Edip die 319 Kilogramm schwere Glocke mit 80 Zentimeter Umfang gespendet hatte, sah darin sogar eine doppelte Besonderheit. Es sei schon ein Erlebnis, dass ein Kirchenneubau errichtet werde und damit ein Kreuz gesetzt werde. Hier habe man es gleich zweimal erlebt. Mit der Inschrift „St. Georg Ahlen 2022“ hatte auch die Glocke eine Stunde nach dem Kreuz mit Hilfe eines Kranes seinen Standort im Turm erreicht.

Die Bedeutung der Glocke brachte Religionslehrer Shabo Hanna zum Ausdruck. Die Tradition geht bis in die Zeit des Baus der Arche Noah zurück. Mit einer Glocke wurden die Arbeiter, die die Arche bauten, von Noah zum Arbeiten gerufen. Später dienten Glocken in den Klöstern dazu, die Mönche zum Gebet zusammenzurufen. Noch heute sollen Glocken die Christen zum gemeinsamen Gebet versammeln.

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