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„Gregorian“ begeisterte 400 Besucherinnen und Besucher in der Stadthalle

Grandios: Acht Männer in Mönchskutten

Ahlen

Gänsehaut pur lieferte die Show von „Gregorian“ am Dienstagabend in der Stadthalle. Und dafür war nicht nur der Gesang zuständig.

Von Dierk Hartleb

Mit Fackeln verabschiedeten sich die acht Mitglieder von „Gregorian“ von ihrem Publikum, das ihnen zu Füßen lag. Foto: Martin Janzik

An den Bildern konnten sich die 400 Besucherinnen und Besucher am Dienstagabend in der Stadthalle kaum satt sehen. Mindestens genauso beeindruckend war allerdings die gesangliche Leistung der acht wie Mönche gekleideten „Gregorian“-Sänger. Nach einer gut 60-minütigen Show stand das Publikum kopf und wollte den Chor aus England nicht ohne Zugabe von der Bühne lassen.

Doch zur allgemeinen Überraschung tauchten die Sänger in Mönchskutten im Mittelgang inmitten der Publikums unvermittelt auf und zeigten ohne instrumentale Begleitung, wie gut sie auch als A-cappella-Chor sind.

Perfekte Lightshow

Das Publikum war hin und weg, den Künstlern so nahe zu sein, die auf der Bühne noch so entrückt erschienen waren. Eine perfekte Lightshow hatte den Akteuren und der einzigen ganz in Weiß gewandten Sängerin, die zwischenzeitlich auch Schlagwerk spielte, ein magisch-mythisches Aussehen verliehen und sie abwechselnd in ein geheimnisvolles, überirdisches Blau, in Blutrot oder stechendes Grün getunkt, um danach in ein helles strahlendes Weiß zu wechseln. Wie Sterne funkelten die Lichtreflexe zuweilen am Stadthallenhimmel, so dass die Gedanken mitzufliegen schienen.

Laserstrahlen tauchten die Stadthalle in ein magisches Licht und ließen Sterne funkeln. Foto: Martin Janzik

Die manchmal eher düster klingenden Choräle fanden ihre Kontrapunkte in bekannten arrangierten Popsongs wie das „Halleluja“, das den Kanadier Leonard Cohen unsterblich gemacht hat. Auch das von dem spanischen Sänger Miguel Rios 1970 als Ständchen zum 200. Geburtstag von Ludwig van Beethoven gesungene „A Song of Joy“ evozierte bei dem einen oder anderen eine Gänsehaut, die sich nicht auf das eine Mal beschränkte. Unter die Haut gehend auch das „Kyrie eleison“, das die Stadthalle für einige Minuten in eine Kathedrale verwandelte und dem Publikum den Atem stocken ließ.

Mit Tellerspiegeln fingen die Sänger Scheinwerferlicht ein. Foto: Martin Janzik

So ganz wollte der Chor auf eine Moderation dann doch nicht verzichten, nicht zuletzt deshalb, um auf den Merchandising-Stand im Foyer und seine neue CD „Pure Chants“ hinzuweisen. Dabei sprachen die Ensemble-Mitglieder ihr Publikum mal auf Deutsch, mal auf Englisch an und ernteten selbst für ihre Ansagen stürmischen Beifall.

Die einzige Frau im Ensemble setzte besondere Akzente. Foto: Martin Janzik

Auf die Bühne zurückgekehrt, nahm jeder eine Fackel in die Hand, um sich mit einer Zugabe zu verabschieden. Auch wenn Handys und Feuerzeuge ausblieben, waren die Emotionen im Publikum fast körperlich spürbar.

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