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Mammutspielend zurück in die Kinderwelt

Große Glückseligkeiten im Kleinen

Ahlen

Keine großen Sprünge fürs Glück: Die 135 Mädchen und Jungen der analogen Mammutspiele in Ahlen reicht das Miteinander, um wieder zurück in eine vertraute Kinderwelt zu kommen. Überraschungsmomente gibt es aber trotzdem.

Von Ulrich Gösmann

Zwei Bälle und los geht‘s: Am Schulstandort Fritz-Winter-Gesamtschule geht‘s mit Völkerball in den Mittwoch. Bratreis und Hackfleisch stärken am Mittag für den Sandburgenwettbewerb. Foto: Ulrich Gösmann

Völkerball spielen, Sandburgen bauen, mit der besten Freundin auf einer Bank plauschen: Sollte es das schon gewesen sein? „Es ist das, was diese Zeit braucht“, sagt Koordinatorin Sibylle Kordes. Mammutspiele im Corona-Sommer 2021 sind andere als die zu besten Mammutstadtzeiten. Das große Glück liegt jetzt im Kleinen. Vier Schulstandorte stehen in den ersten beiden Wochen 135 Mädchen und Jungen offen, um einfach wieder miteinander Spaß zu haben. Analoge Anlaufstelle für einen Ortstermin ist an diesem Mittwoch die Fritz-Winter-Gesamtschule.

Schulsozialarbeiterin Jenny Odenbreit steht mit ihren sechs Teamkollegen schon um 7 Uhr zur Stelle. Letzte Vorbereitungen treffen für die ersten, die in einer halben Stunde eintrudeln. „Gott sei Dank, dass es euch gibt“, hörte die 27-Jährige gleich am Montag von einer berufstätigen Mutter. Nach Monaten des Wechsel- und Distanzunterrichts schaffen die nächsten zwei Wochen über das Angebot des analogen Mammutspiels in vielen Familien alternativlose Entlastung.

Sibylle Kordes: „Es ist das, was diese Zeit braucht.“ Foto:

Das Tagesprogramm: alles andere als spektakulär, aber Glücksbringer. Pro Schulstandort haben sich 30 bis 35 Grundschulkinder einbuchen lassen. „Die einen finden es voll super, jetzt schon mal in die Fritz-Winter-Gesamtschule oder das Städtische Gymnasium zu schauen“, erzählt Sibylle Kordes. Schließlich gehe es für sie dort nach den Sommerferien weiter. Andere wollen an ihrer alten Schule bleiben. Ein letztes Mal.

Das Frühstück setzt allmorgendlich den ersten Programmpunkt. Mit viel Obst und Gemüse, frisch belegten Broten und Schokobrötchen. „Die Kinder sind gut ausgestattet“, erzählt Jenny Odenbreit.

Jenny Odenbrei: „Diesmal sind die Kinder lebendiger.“ Foto:

Punkt 9 Uhr funkt das digitale Ferienprogramm aus der Sendezentrale im Juk-Haus (wir berichteten) in die Klassenräume.

An diesem Mittwoch grüßen Digimut und Fantasiefigur Petra Witzig mit einem Interview aus der Kläranlage. Komplizierte Sachverhalte werden einfach erklärt.

Halb zehn geht‘s ins Tagesprogramm. „Mit dem, wo die Kinder Bock drauf haben.“ Sibylle Kordes spricht von einer „schönen Freiheit“. Drinnen Jute-Taschen gestalten, draußen toben, zum Spielen rüber in den Berliner Park: jede Gruppe, wie sie mag. Der Mittwoch begeistert jedoch alle, im Wettkampf gegeneinander anzutreten. Zwei Bälle reichen, um beim Völkerball aufgestaute Energien abzulassen. Am Nachmittag fordert der Sandburgenwettbewerb heraus. Dazwischen das Mittagessen: Bratreis mit Hackfleisch und Gemüse aus der Küche von Hof Münsterland.

Mit dem digitalen Abschluss um 15 Uhr endet ein Ferientag mit der Lust auf den nächsten.

„Es ist einfach nur schön zu sehen, dass Kinder wieder in Kontakt kommen dürfen“, erklärt Jenny Odenbreit das, was die Mammutspiele 2021 auszeichnen. „Diesmal sind die Kinder lebendiger. Im letzten Sommer war es schwerer, sie zu motivieren.“ Auffallend auch: „Die Kinder haben einen Hauch Vorsicht verinnerlicht und tasten sich vorsichtiger an vieles heran.“ Das Jahr mit Maske und Abstand zeige Wirkung.

Was für eine Überraschung: Das Spielmobil wartet im Berliner Park darauf, ausgepackt zu werden. Foto:

Sibylle Kordes sieht das gegenwärtige Glück der Kinder in einem Miteinander, das lange Zeit nicht möglich gewesen sei. Der beste Freund, der Lieblingsbetreuer, das sich wiedersehen und sprechen zu können. Egal, ob auf der Bank, der Wiese, im Klassenraum oder sonst wo. Dennoch sind Überraschungsmomente gesetzt. An diesem Mittwoch zieht es den Schulstandort Städtisches Gymnasium in den Berliner Park. Ohne zu wissen, dass das feuerrote Spielmobil auf die Ausflügler wartet. Ähnliche Begeisterung am Vortag beim Stopp in der Fritz-Winter-Gesamtschule. Weil jeder Gruppe ein Handgeld zur Verfügung steht, könnte es in den nächsten Tagen in die Eisdiele gehen. Oder zum großen Ferienabenteuer in die Kletterhalle von „Westfalen“.

Tschüss bis morgen... Foto:
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