1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Brand zerstört ehemaliges Parkhotel in Ahlen

  8. >

Dachstuhl des ehemaligen Parkhotels am Ostwall brannte

Haus ist vorerst unbewohnbar

Ahlen

Hoher Sachschaden, ein Großaufgebot an Einsatzkräften, aber glücklicherweise keine Verletzten: Am Ostwall 4, früher Parkhotel und später Parkapotheke, brannte am Mittwochnachmittag der komplette Dachstuhl.

Von Christian Wolff

Das Gebäude am Ostwall, hier von der Hellstraße aus betrachtet, ist am Mittwochnachmittag Ort eines Großeinsatzes. Nachbarn haben die Rauchentwicklung über dem ehemaligen Parkhotel, zeitweise auch Sitz der Parkapotheke, gemeldet. Foto: Christian Wolff

Vollalarm für die Feuerwehr Ahlen: Der Dachstuhl des ehemaligen Parkhotels am Ostwall, in dem lange Zeit auch die Parkapotheke ansässig war, stand am Mittwochnachmittag in hellen Flammen. Alle Bewohner konnten das Gebäude noch rechtzeitig verlassen, so dass niemand verletzt wurde. Die Brandursache ist bislang unklar.

Es wirkte zunächst unscheinbar, was ein Anwohner aus dem Nachbargarten gegen 14.30 Uhr beobachtet hatte: „Da war so eine kleine weiße Rauchsäule zu sehen“, sagte der Senior gegenüber unserer Zeitung, während sich um ihn herum bereits Polizeibeamte und Wehrleute ein erstes Bild von der Lage machten. Zunächst habe er noch an einen normalen Kaminabzug gedacht. „Es kam aber aus dem Dach und wurde immer mehr. Also habe ich die Feuerwehr gerufen.“ Er sei noch verwundert gewesen, dass Rauch und Gestank nicht schon eher aufgefallen waren.

Brandursache wird jetzt ermittelt

Wenige Minuten später trafen weitere Kräfte am Ostwall ein. Da züngelten die Flammen in immer breiterem Umfang aus dem Dachstuhl und zeigten, wie weit sich das Feuer innerhalb kurzer Zeit unbemerkt durchs Gebälk gefressen hatte. Während sich zwei Trupps unter Atemschutz auf den Weg ins Innere des heute als Wohnhaus genutzten Gebäudes machten, entwickelte sich das Geschehen zwischen Hellstraße und Ostwall zum Großeinsatz, den zahlreiche Passanten aus sicherer Entfernung vom Bahnhof aus oder vom Parkplatz am „Gourmet-Lädchen“ verfolgten.

Der Außenangriff wurde unter anderem per Drehleiter vorgenommen. „Wir haben mehrfach nachalarmiert. Das Hilfeleistungslöschfahrzeug der Vorhelmer stellt den Grundschutz an der Hauptwache sicher“, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Michael Witkenkamp. Trotz des hohen Sachschadens im oberen Bereich gehe er aber davon aus, dass das Gebäude noch zu retten ist. „Das war kurz vor knapp.“ Es hätten nur wenige Minuten gefehlt, und auch die Untergeschosse hätten „ordentlich Feuer gefangen“.

Allerdings ist das Mehrfamilienhaus vorerst unbewohnbar. „In einer Wohnung ist Bitumenmasse von der Decke getropft“, stellte Brandamtmann Thomas Wittenbrink fest. Weitere Beeinträchtigungen in den Untergeschossen folgten als Folge des Löschens. Polizei und Feuerwehr zogen letztlich das Ordnungsamt hinzu, denn die betroffenen Bewohner mussten bei Freunden, Bekannten oder in Hotels untergebracht werden.

Glutnester per Drehleiter aufgespürt

Nach gut einer Stunde hieß es: „Feuer aus!“ Durch das Abschlagen von weiteren Dachpfannen spürten die Wehrleute verbliebene Glutnester auf. Die Sperrung des Ostwalls wurde aber aufgrund der Brandnachschau und der Ermittlung der Ursache noch einige Zeit aufrechterhalten.

Das Gebäude Ostwall 4, ursprünglich als Privatklinik Dr. Hercher errichtet, hat schon zahlreiche berühmte Gäste beherbergt. Während seiner Nutzung als Parkhotel nächtigten hier viele Künstler, die im nahen Stadttheater an der Gerichtsstraße gastierten, darunter Harald Juhnke oder Hans-Joachim Kulenkampff.

Startseite
ANZEIGE