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Open-Air-Kino

Hausfrau nimmt es mit Präsidenten auf

Ahlen

Der deutsch-französische Spielfilm „Rabiye Kurnaz vs. George W. Bush“ ist keine trockene Politstory. Davon überzeugten sich die Besucherinnen und Besucher des Büz-Kultursommers.

-maf-

Gebannt verfolgte das Publikum die Politkomödie „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“. Foto: Martin Feldhaus

Markenzeichen des Kultursommers der Schuhfabrik ist nicht nur der bunte Musikmix. Am Samstag gab es in Kooperation mit dem Cinema Ahlen mit dem Open-Air Kino zum ersten Mal in diesem Sommer ein Format, das die Reihe ebenfalls seit Jahren auszeichnet.

Dieses Mal auf der großen Leinwand zu sehen, war der deutsch-französische Spielfilm „Rabiye Kurnaz vs. George W. Bush“ von Regisseur Andreas Dresen, der im Februar 2022 auf der Berlinale seine Weltpremiere feierte und in der Folge zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Er erzählt die Geschichte von Rabiye Kurnaz, einer Hausfrau aus Bremen, die sich mit dem seinerzeit mächtigsten Politiker der Welt anlegte: Dem ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush. Sie kämpft für die Freilassung ihres Sohnes Murat Kurnaz, der im Oktober 2001 verhaftet wird und ins gefürchtete Gefangenenlager Guantánamo kommt und zieht sogar bis vor den Supreme Court. Am Ende mit Erfolg.

Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte

Bei der Aufarbeitung dieser sehr ernsten Fragen, die sich um Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte von Inhaftierten drehen, geht der Film dabei eher ungewöhnliche Wege. „Das ist keine trockene Politstory“, unterstrich Theo Heming, Programmplaner des Bürgerzentrums.. Vielmehr enthalte der Film auch komödiantische Anteile. Eine Politkomödie über die Suche nach Gerechtigkeit, ein Ansatz der nicht jedem Rezensenten gefiel. Das Kultursommer-Publikum verfolgte „Rabiye Kurnaz vs. George W. Bush“ aber gebannt und ließ sich vor allem von der in Gütersloh geborenen Hauptdarstellerin Meltem Kaptan auf eine Gefühlsachterbahn mitnehmen: Die Freude über spitze Dialoge wechselte sich mit Momenten des Innehaltens, der Traurigkeit und der tiefsten emotionalen Anteilnahme ab.

„Mit dem Kino wollen wir noch ein zusätzliches Format anbieten“, so Heming über die filmische Abwechslung zu den zahlreichen Konzerten auf der Terrassenbühne. Einen weiteren Hochkaräter auf der Leinwand können Interessierte am kommenden Samstag (27. August) sehen. Dann endet der Kultursommer 2022 mit Sönke Wortmanns sozialkritischer Komödie „Contra“.

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