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Katholische Werktagsgottesdienste sollen in Gemeindezentren verlegt werden

Heißer Kaffee in den Wärmestuben

Ahlen

Um Energie zu sparen, will die Pfarrgemeinde St. Bartholomäus Ahlen ihre Kirchen werktags auf eine Temperatur von zwölf Grad herabsenken. Zu den Wochenendmessen wird auf 16 Grad hochgefahren. Heißen Kaffee gibt es in den Wärmestuben.

Während der Woche sollen die Temperaturen in den Kirchen – hier ein aktueller Blick in St. Marien – auf zwölf Grad abgesenkt werden. Zu den Wochenendmessen werden sie auf 16 Grad hochgefahren. Foto: Ulrich Gösmann

Wärmestuben will die katholische Pfarrgemeinde St. Bartholomäus in den Herbst- und Wintermonaten anbieten. Das kündigen Pfarrer Dr. Ludger Kaulig und Verwaltungsreferentin Hildegard Wonnemann an. „Wir sind noch dabei, die Bedarfe zu prüfen“, sagte Kaulig in einem Pressegespräch. Die Gemeinde verfüge in den verschiedenen Stadtteilen über eine Reihe von Immobilien, wobei nicht alle geeignet seien. Bis Mitte Oktober soll die Prüfung abgeschlossen sein.

Stadtpfarrer Dr. Ludger Kaulig

Eins ist jetzt schon klar: Die Gläubigen müssen sich auf einige Veränderungen einstellen. „Die Werktagsgottesdienste werden im Regelfall in den Gemeindezentren stattfinden“, erklärte Kaulig weiter, weil die Energiekrise auch nicht an den Kirchentüren haltmache. Im Übrigen, so der leitende Pfarrer, wolle die Kirche auch ein Zeichen der Solidarität setzen. An den Wochenenden wird die Heizung in den Kirchen, in denen die Temperatur während der Woche auf zwölf Grad abgesenkt wird, wieder angefahren, so dass die Messen dann wieder an gewohnten Orten stattfinden kann. Aber auch dort soll die Raumtemperatur 16 Gad nicht überschreiten.

Pfarrer Dr. Ludger Kaulig und Verwaltungsreferentin Hildegard Wonnemann hoffen, dass die Gläubigen werktags das Angebot, die Messen in den Gemeindezentren zu besuchen, annehmen. Foto: Dierk Hartleb

Nicht im Kalten sitzen sollen die Menschen bei Beerdigungen, soweit sie in der Kirche stattfinden, und bei Taufen. Wer sich im Winter traut, muss das auch nicht im Kalten tun.

Wenn wie in Dolberg das Gemeindezentrum in den Abendstunden zum Beispiel durch Blasorchester belegt sein sollte, während die Abendmesse gehalten werden soll, werde man nach einer Lösung suchen, versichern Kaulig und Wonnemann. Beiden sind auch Menschen bekannt, die schon jetzt ihre Energiekosten kaum noch bezahlen können. Und dabei ist das Ende der Fahnenstange mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erreicht. Um den Betroffenen zumindest vorübergehend eine „warme Stube“ bieten zu können, will die Pfarrgemeinde Räumlichkeiten öffnen. wo man sich bei einer Tasse Kaffee oder einem Tee aufwärmen und unterhalten kann. „Für die Betreuung sind wir auf Ehrenamtliche angewiesen“, unterstreicht Hildegard Wonnemann und bittet Interessierte darum, sich im Pfarrbüro zu melden. Die Räumlichkeiten müssen allerdings gewisse Mindestanforderungen erfüllen wie Barrierefreiheit. Die sei zum Beispiel in St. Josef nicht gegeben.

Stadtpfarrer Dr. Ludger Kaulig geht davon aus, dass nicht jedes Quartier gleichermaßen betroffen ist. Deshalb wolle man zunächst den Bedarf ermitteln. Womöglich könnten in den „Wärmestuben“ auch noch andere Angebote wie Spiele angeboten werden. Aber das hänge letztlich auch davon ab, ob genügend Ehrenamtliche zur Verfügung ständen.

Die Energiekrise, so Kaulig, stelle die ganze Gesellschaft vor große Herausforderungen, denen man nur solidarisch begegnen könne. Die Kirche sei bereit, ihren Beitrag dazu zu leisten. Mit dem Kirchenvorstand und dem Pfarreirat seien alle Maßnahmen abgesprochen, wobei bei Bedarf auch nachgeschärft werden könnte.

Weihnachten, so beruhigt er vorerst, werden die Gottesdienste wie gewohnt in der Kirche stattfinden.

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