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Ausstellung in der Schuhfabrik

Herausfordernde Bilder

Ahlen

„The Wall – Eindrücke aus Palästina“ ist der Titel der Ausstellung mit Fotografien von Ursula Mindermann. Die Bilder sind eindrucksvoll und ganz nah am Menschen.

Peter Schniederjürgen

Präsentieren keine „leise“ Ausstellung in der Schuhfabrik: Thomas Gabriel, Ursula Mindermann und Anna Heimbrock. Foto: Peter Schniederjürgen

„Diese Ausstellung will anstoßen, ohne anstößig zu sein.“ So fasste es Kurator Thomas Gabriel am Donnerstag im Bürgerzentrum Schuhfabrik bei der Eröffnung der Fotoausstellung „The Wall – Eindrücke aus Palästina“ zusammen. Die Ausstellung zeigt Bilder der Fotografin Ursula Mindermann.

Die Telgterin ist in den vergangen Jahren etliche Male nach Israel gereist und hat dort enge Freundschaften geschlossen. Das Ergebnis der Reisen ist „The Wall – Eindrücke aus Palästina“. Die eindrucks- und ausdrucksvollen Bilder sind in der „etage eins“ noch bis zum 14. Februar zu sehen – immer zu den Öffnungszeiten des Bürgerzentrums.

„Natürlich bin ich parteiisch, es wäre mir gar nicht möglich, das, was in Palästina passiert, distanziert zu betrachten“, betonte Ursula Mindermann.

Denn ihre Fotos sind intim. Sie nähern sich den Menschen und das lässt praktisch keine Distanz zu. Ursula Mindermann zeigt Momente aus dem alltäglichen Leben. Das wird allerdings durch widersinnigste Schikanen bis ins Groteske erschwert. Was sich ebenfalls in den Bildern niederschlägt. „Wir haben das am eigenen Leib immer wieder erfahren“, erklärte die Augenoptikerin mit dem Blick für Situationen und Personen. So stellt sie den Kontrast „David gegen Goliath“, mal anders dar. „Es sind Steine werfende Kinder gegen hochgerüstete Soldaten“, zeigt die Palästinareisende, die auch immer die Geschichten zum Bild erzählt. Das stößt Szenarien im Kopf des Betrachters an, die an Schrecken kaum zu überbieten sind. „Wenn die Soldaten das Feuer eröffnen, dann sterben die Kinder

im buchstäblichen Kugelhagel“, so habe sie es selbst erlebt. Danach werde jede Beerdigung zu einer Demonstration.

Doch die Ausstellung zeigt nicht nur Horror. Sie zeigt ebenso die unbeschreibliche Schönheit des Landes und die unendliche Gastfreundschaft der Menschen. Es ist nötig, Zeit mitzubringen und die großformatigen Bilder genau zu betrachten. „Es finden sich zahlreiche Details, die vieles zu den Begleittexten ergänzen“, mahnt Kurator Gabriel vom Kunstforum Ostbevern.

Am Donnerstag, 2. Februar, gibt es zu der vom Projekt „Kulturelle Vielfalt – gelebte Diversität“ des Bundesinnenministeriums geförderten Ausstellung, noch einen „Informationsabend Palästina“. „Dabei wird Ursula Mindermann von ihren Reisen berichten und Professor Rüdiger Robert trägt zu dem Thema ‚Israel, Palästina – Ende der Zweistaatenlösung’ vor“, kündigt Anna Heimbrock, Mitarbeiterin des Bürgerzentrums an.

Der Eintritt zur Ausstellung „The Wall“ und zum Informationsabend, der um 19 Uhr in der Schuhfabrik beginnt, ist frei.

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