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Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Vorhelm

„Heutige Kriege werden nicht mehr gewonnen“

Vorhelm

Die Folgen von Kriegen aus der Sicht von Frauen beleuchtete Maria Vatterodt am Sonntag bei ihrer Rede zum Volkstrauertag. Die Gedenkfeiert auf dem Vorhelmer Dorfplatz war gut besucht.

Von Ralf Steinhorst

Hubertus Beier (Ortsausschuss) und Guido Keil (Interessengemeinschaft Vorhelmer Vereine und Verbände) legten stellvertretend für die Bewohner im Ortsteil Vorhelm einen Kranz am Ehrenmal ab. An der Zeremonie nahmen auch Soldaten der Vorhelmer Patenkompanie aus dem Aufklärungsbataillon 7 teil. Foto: Ralf Steinhorst

Krieg betrifft nicht nur Männer und Soldaten, sondern auch Frauen und Familien. Diesen häufig vergessenen Aspekt rückte Maria Vatterodt, Sprecherin der Katholischen Frauengemeinschaft St. Pankratius (kfd), in den Mittelpunkt ihrer Rede zum Volkstrauertag im Wibbeltdorf.

Auch zum diesjährigen Gedenken auf dem Dorfplatz zeigten die Vorhelmer und Tönnishäuschener Vereine am Sonntagvormittag mit Fahnen und Standarten Präsenz vor dem Ehrenmal. Darüber hinaus nahm eine Abordnung der der Vorhelmer Patenkompanie aus dem Aufklärungsbataillon 7 in der „Westfalen-Kaserne“ unter Führung von Major Ludwig Baron von Düsterlohe an der Zeremonie teil, die musikalisch vom Blasorchester des Musikvereins Vorhelm gestaltet wurde.

Krieg bringt immer nur Verlierer hervor

Zu Beginn ihres Gedenkvortrags dankte Maria Vatterodt den Soldatinnen und Soldaten für ihren Einsatz für Demokratie und Frieden in Deutschland. Sie verdeutlichte anschließend: „Heutige moderne Kriege können nicht mehr gewonnen werden. Aus menschlicher Sicht gibt es nach einem Krieg immer nur Verlierer.“ Hinter jedem Soldaten stehe eine Familie mit Eltern, Frauen, Männern und Kindern. Das Leid der Familien tauche in den Statistiken der Toten, Verletzten und Vermissten nicht auf. Es seien die Gedemütigten, Misshandelten und Vergewaltigten, denen man zwar nicht das Leben, wohl aber den Glauben an ihre Menschenwürde genommen habe: „Sie starben nicht im Krieg, aber in ihnen starb etwas durch den Krieg.“

Es seien oft die Frauen, die sich um die vaterlose Familie und um ihre alten Eltern kümmern müssen, so die Rednerin. Alles in der Ungewissheit, ob ihre als Soldaten dienenden Familienangehörigen schon gefallen oder vermisst sind. „Frauen haben in allen Kriegen das Land zusammengehalten“, hob Maria Vatterodt die weibliche Perspektive von Kriegen hervor. Auch nach Beendigung von Kriegen ist ein Wiederaufbau ohne die wichtige Rolle der Frau nicht denkbar. Maria Vatterodt blickte aber auch auf den gegenwärtigen Ukraine-Krieg: „Es herrscht wieder Krieg in Europa, Frauen und Kinder sind erneut auf der Flucht.“ Die Erde für alle Menschen und Tiere lebenswert zu halten, sei die Aufgabe für unsere Zukunft und solle auch Ansporn sein. Deshalb sei der G7-Gipfel der Außenminister in Münster mit seiner großen Spannbreite an Themen ein wichtiges Treffen gewesen.

Zum Ende der Gedenkveranstaltung legten der Ortausschussvorsitzende Hubertus Beier und Guido Keil als Vorsitzender der Vorhelmer Vereinsgemeinschaft genauso einen Kranz ab wie Major von Düsterlohe und Oberstabsfeldwebel Marian Neumann für die erste Kompanie des Aufklärungsbataillons. Die Nationalhymne beschloss die Zeremonie.

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