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Kooperation von Imker-AG und Parkbad

Hier buchen sich Insekten gerne ein

Ahlen

Ein selbst gebautes großes Bienenhotel ziert seit kurzer Zeit die Westseite des Parkbads. Aber das ist noch nicht alles. Damit sich Bienen und sonstige Krabbler wohlfühlen, haben Schülerinnen und Schüler der FWG-Imker-AG mit angepackt.

Von Peter Schniederjürgen

Zusammen mit Thomas Schliewe (l.) ist die Imker-AG unter Leitung von René Poloczek nachhaltig aktiv. Foto: Peter Schniederjürgen

Der Lockdown ist nicht spurlos an Thomas Schliewe, Bäderleiter bei den Stadtwerken, vorbeigegangen. Er hat zusammen mit seinem Schwiegervater die Zeit genutzt, um einen langgehegten Traum wahr werden zu lassen: Ein selbst gebautes großes Bienenhotel ziert nun die Westseite des Parkbads. Doch damit nicht genug. Bienen brauchen Futter, die Fläche ist frei. Also was liegt näher, als sie für die Insekten zu nutzen.

Fast schon eine Stadt

Das Bienenhotel ist eigentlich fast schon eine veritable Stadt. Denn die zum Transport modular aufgebauten Elemente des Bauwerks beherbergen bei maximaler Auslastung Tausende von Wildbienen und andere Krabbler. Für die muss was zum Fressen her.

„Durch den Sportunterricht, der ja zum Teil bei uns stattfindet, und durch die Nachbarschaft zur Fritz-Winter-Gesamtschule kamen wir auf die Idee, etwas gemeinsam zu machen“, erklärt Thomas Schliewe beim Ortstermin am Mittwoch. Gedacht – getan: Der Weg zwischen dem Bäderchef und dem obersten Imker der FWG, René Polo­czek, ist kurz. René Poloczek leitet die Imker-AG der Schule. Und die ist ein erheblicher Faktor für den Gedeih der Schülerfirma, die den Verkauf des gewonnenen Honigs umsetzt. Die Idee der Kooperation mit dem Parkbad sei sehr gelegen gekommen: „Denn unser ursprüngliches Gelände an der Schule ist gerade eine Baustelle“, bedauert der Pädagoge.

Clatka, Jasmin und Gudenaz von der Fritz-Winter-Gesamtschule streichen die Hochbeete. Foto: Peter Schniederjürgen

Also machte er sich mit seinen Schülerinnen und Schülern auf den Weg und alle gemeinsam nahmen sich das Gelände vor. „Wir haben vieles davon absichtlich wild gelassen, wir hatten sogar Igel hier“, freut sich Thomas Schliewe. Denn die Stachelträger seien ein Zeichen für eine ausgewogene Natur.

Die bekommt nun noch Unterstützung durch zahlreiche insekten- und besonders bienenfreundliche Pflanzen. Sowohl in Hochbeeten als auch in der Erde. Denn die Hügel auf dem Gelände sind im Kern aus Bauschutt und Aushub, also als magerer Boden bestens geeignet für eine üppige und nektarreiche Flora. „Pures Kraftfutter für die Tiere“, konstatiert René Poloczek.

Fleißige Bastelarbeit im Lockdown: Thomas Schliewe und sein Schwiegervater haben dieses Hotel für Bienen und andere Insekten gebaut. Foto: Peter Schniederjürgen

So sind die Jugendlichen mit Feuereifer dabei, die Wiese in ein Bienenparadies zu verwandeln. Die einen pflanzen Stauden ein, die anderen wässern die zuvor eingesäte Blumenwiese und eine dritte Gruppe kümmert sich um die naturgemäße Imprägnierung der hölzernen Hochbeete.

Damit wird aus dem einst nicht sonderlich schönen Hinterhof des Parkbads ein buntes und ökologisch nützliches Gelände. Für die Badegäste ein Augenschmaus und für die Insekten ein Festmahl.

„Damit schaffen wir ein Refugium, das wir wohl im Wortsinn als nachhaltig ansehen“, ist Thomas Schliewe begeistert. Wenn sich noch andere Schulen melden, ist er auch gern bereit, das Gelände als eine Art grünes Klassenzimmer anzubieten. Denn ein ökologisch wertvolles Kleinod wird es auf jeden Fall.

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