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Autohaus Senger ab Donnerstag Annahmestelle

Hilfsgüter sollen direkt bei Flüchtlingen ankommen

Ahlen

Erste Solidaritätsaktionen für die Menschen in der Ukraine sind auch in Ahlen angelaufen. Im Autohaus Senger werden Spenden für Flüchtlinge in einem Auffanglager in Polen gesammelt.

Von Peter Harke

Carsten Uhlenbrock, Jörg Hellwig und Knut Schneider (v.l.) organisieren den Hilfstransport nach Polen. Foto: Peter Harke

Von Autorenlesungen über Schulranzen- und Ausbildungsmessen bis zum Oktoberfest: Für die verschiedensten Zwecke ist die Ausstellungshalle des Autohauses Senger (ehemals Ostendorf) am Vatheuershof schon ausgeräumt worden, je nach Größe der Veranstaltung nur teilweise oder auch komplett. Centerleiter Jörg Hellwig ist gespannt, wie viele Fahrzeuge er in den nächsten Tagen nach draußen auf den Hof wird stellen müssen, um Platz zu schaffen. Diesmal aber nicht für Stühle oder Bierzeltgarnituren, sondern für Windeln, Babynahrung, Hygieneartikel, Lebensmittel und Kleidung. Dinge, die dort am dringendsten benötigt werden, wohin sie von Ahlen aus gebracht werden sollen: in ei­nem Auffanglager für ukrainische Flüchtlinge, überwiegend Frauen und Kinder, in Polen.

„Wunschliste“ aus Polen

Die Bilder aus dem Krieg, den Russland mitten in Europa entfesselt hat, lassen natürlich auch Jörg Hellwig und seine Kollegen nicht kalt. „Wir haben in unserem Verkaufsteam über dieses Thema diskutiert und beschlossen, eine Aktion zu starten, um den Menschen dort zu helfen“, schreibt er in einem per Mail verschickten Aufruf an alle 350 Mitarbeiter der Senger-Unternehmensgruppe Südwestfalen. Angehängt ei­ne Liste möglicher und sinnvoller Spenden, die Hellwig nicht selbst zusammengestellt, sondern von Kontaktpersonen in Polen bekommen hat.

Jörg Helwig, Autohaus Senger

Wie ist dieser Kontakt zustande gekommen? Zufall. Die Frau eines befreundeten Autohändlers in Vechta sei Polin, deren Familie lebe in einem kleinen Ort östlich von Lublin, 20 Kilometer vor der Grenze zur Ukraine. Dort hätten in den letzten Tagen vor allem Mütter mit Kindern in Schulen und Turnhallen Zuflucht gefunden vor Putins Bomben und Raketen. Darum, sagt Hellwig, sei es wichtig, die geplante Hilfslieferung ganz gezielt bedarfsgerecht zusammenzustellen. „Mit kurzen Hosen, Röcken etc. können die Geflüchteten aktuell nichts anfangen.“ Mit Strümpfen, Pyjamas und Trainingsanzügen schon eher. Auch Konserven und haltbare Milch sind willkommen, ebenso Seife, Babyöl, Damenbinden oder Zahnpasta. „Schön wäre es“, so der Mercedes-Händler, „wenn die Sachen gut verpackt in geschlossenen Kartons oder festen Säcken bei uns abgegeben werden.“ Ab sofort sei das möglich, montags bis freitags von 10 bis 17.30 Uhr, samstags von 9 bis 12 Uhr.

Spedition stellt Lkw und Fahrer zur Verfügung

Um zu überlegen, wie die Aktion logistisch gestemmt werden kann, traf sich Hellwig am Mittwoch in der „Parkbad-Lounge“ mit deren Betreiber Knut Schneider und weiteren „alten“ Mitstreitern wie Carsten Uhlenbrock, Geschäftsführer der Firma FRM. Alle sind gut vernetzt in Ahlen, und so war nach einigen Telefonaten die Transportfrage schon mal geklärt. Speditionsunternehmer Willi Haver wolle einen großen Lkw samt Fahrern zur Verfügung stellen, konnte Schneider vermelden. Rechtsanwalt An­dree Krup­höl­ter verließ die Runde früher, um sich um die Einrichtung eines Spendenkontos zu kümmern. Nummer folgt. Jörg Hellwig zeigte sich dankbar für die spontane Unterstützung: „Dass das so schnell Fahrt aufnimmt, hätte ich nicht gedacht.“ Mal sehen, wie viele Autos er in den nächsten Tagen umsetzen muss.

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