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Marktmusik

Hörgenuss der Extraklasse

Ahlen

Eine beeindruckende Darbietung erlebten die Besucher der Marktmusik in St. Ludgeri. Solisten und Orchester brachten die Bach-Kantate „Ich habe genug“ zu Gehör.

Von Angelika Knöpkerund

Sänger Christian Ramirez und das Streichquartett der Dortmunder Philharmoniker Foto: Angelika Knöpker

„Ich habe genug“, diese Kantate Nr. 82 des Komponisten Johann Sebastian Bach kam am Samstagvormittag im Rahmen der Marktmusik in St. Ludgeri zur Aufführung. Unter der Regie von Kantor Andreas Blechmann spielte das Streichquartett der Dortmunder Philharmoniker, ergänzt durch Ferhat Bayramogullari (Oboe), Larissa Neufeld (Orgel) und Christian Ramirez (Gesang) mit seiner ausdrucksstarken Stimme. Solisten und Orchester machten den musikalischen Part zu einem Hörgenuss der Extraklasse.

Geschichte des Simeon

Zu Beginn hatte Andreas Blechmann in die Entstehung und Bedeutung der Kantate eingeführt. Sie beruht auf der überlieferten Geschichte des greisen Simeon, der sich nichts anderes gewünscht hatte, als dass der Heiland auf die Erde komme. Als Maria mit ihrem Kind vorbeizieht, spürt er einen Windhauch und stellt sich vor, wie es ist, das Kind in seinen Armen zu wiegen. In dieser jungen Familie begegnet ihm Gott, Simeon hat sein Ziel erreicht.

Kantor Andreas Blechmann Foto: Angelika Knöpker

In seiner Andacht griff Dr. Ludger Kaulig das Thema auf und zog eine Parallele zur Pandemie. „Es ist genug. Wie oft in den letzten Monaten haben wir das wohl gesagt und gedacht?“, fragte er.

Der Ausnahmezustand, die Beschränkungen, aber auch die Bedrohungslage, die Angst um die Gesundheit, um die Familie, Freunde und den Beruf hätten alle vor große Herausforderungen gestellt. Daraus resultiere der Wunsch nach Normalität und Verlässlichkeit. Es müsse nicht einmal exponentielles Wachstum einsetzen, ein sanftes lineares, ein „Bergauf“ oder „Vorwärts“ würde reichen“, so der Stadtpfarrer. „Es muss wieder mehr Spielraum für das Leben mit seinen Möglichkeiten geben, davon kann man nicht genug bekommen“, machte er deutlich.

Pfarrer Dr. Ludger Kaulig Foto: Angelika Knöpker

Die Kantate von Johann Sebastian Bach versuche, Simeons Perspektive zu verinnerlichen, bis sie zum Gebet wird. Nicht die Dauer des Lebens, schon gar nicht die Verzweiflung daran, dass ein Leben gar nicht ausreicht für alle Möglichkeiten, nicht die Optimierung, sondern Erfüllung, Vollendung und Heil bestimmten über seine Qualität – ein zeitloser Schlussakkord statt einer endlosen Musik.

Livestream über Youtube

Ergänzt wurde der Vortrag mit der der Lesung und dem Evangelium durch Annette Kornfeld. Für die vielen Interessierten, die aufgrund der Coronaschutz-Verordnung keinen Sitzplatz mehr bekommen hatten, sorgte Michael Oertel mit seinem Team für die Übertragung als Livestream über Youtube.

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