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Trauer um Vize-Bürgermeisterin Rita Pöppinghaus-Voss

Ihre Lebensfreude gab sie gerne weiter

Ahlen

Rita Pöppinghaus-Voss ist tot. Die langjährige Kommunalpolitikerin und amtierende stellvertretende Bürgermeisterin verstarb bereits am Dienstag im Kreise ihrer Familie.

Von chw und pd

Noch am 10. Juni dieses Jahres hielt Rita Pöppinghaus-Voss eine Rede bei der Abiturfeier des Städtischen Gymnasiums. Foto: Städtisches Gymnasium

Familie, Freunde, Kollegen und politische Weggefährten reagierten in diesen Tagen gleichermaßen bestürzt über den Tod von Rita Pöppinghaus-Voss. Die stellvertretende Bürgermeisterin verstarb am vergangenen Dienstag nur einen Tag vor ihrem 65. Geburtstag nach kurzer schwerer Krankheit.

Serhat Ulusoy, Dr. Alexander Berger und Rita Pöppinghaus-Voss im Oktober 2021 im Teltower Rathaus Foto: Christian Wolff

„Rita Pöppinghaus-Voss lag das Wohl ihrer Mitmenschen immer in besonderem Maße am Herzen“, sagt Bürgermeister Dr. Alexander Berger. „Sie war eine über alle Parteigrenzen hinweg geschätzte Persönlichkeit, deren Engagement sowohl im kommunalpolitischen als auch im gesellschaftlichen Leben unserer Stadt Vorbildfunktion hatte.“ Der Tod der langjährigen Ratsfrau mache auch ihn sehr traurig. „Mich interessieren die Menschen in Ahlen. Es soll ihnen gut gehen. Dafür will ich mich einsetzen“, lautete ihr kommunalpolitischer Vorsatz. Diesen lebte sie mit sehr viel Herzblut, Engagement und einer stets spürbaren Empathie.

Rita Pöppinghaus-Voss bei der Verabschiedung von Bürgermeister Benedikt Ruhmöller. Foto: Stadt Ahlen

Als Vertreterin der CDU gehörte Rita Pöppinghaus-Voss seit dem 1. Oktober 1999 dem Rat der Stadt Ahlen an. Dabei bildeten sich primär die Gremienarbeit in den Ausschüssen für Soziales, Familie, Frauen und Senioren sowie für Sport und Freizeit als ihre inhaltlichen Schwerpunkte heraus. So gehörte sie 16 Jahre lang ununterbrochen dem Sport- und Freizeitausschuss an, davon auch in der Zeit von 2014 bis 2020 als Ausschussvorsitzende. Die sportliche Infrastruktur Ahlens, aber auch die Optimierung der Situation der Sportvereine vor Ort lagen ihr hierbei nachhaltig am Herzen.

Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt und Rita Pöppinghaus-Voss im Jahr 2016. Foto: Stadt Ahlen

„Soziales braucht Miteinander“ gab sie sich als Vorgabe für die weitreichenden Themen und Projekte, die sich mit Senioren, Frauen und Familien befassten. Ihre Unterstützung spiegelte sich beispielhaft in ihren Mitgliedschaften im Förderverein für Flüchtlinge Ahlen e.V. sowie im Förderverein der Kinderklinik Ahlen e.V., zu dessen Gründungsmitgliedern sie gehörte, wider. Und auch Vereine, bei denen sie keine Beitrittserklärung unterschrieben hatte, unterstützte sie nach Kräften. Bestes Beispiel waren mehrere Freiluft-Erbsensuppen-Aktionen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz zugunsten von hilfsbedürftigen Menschen sowie im Juli 2021 im „Kulturgut Samson“, wohin sie gemeinsam mit Doris Schulze Beerhorst und Karin Samson ehrenamtlich zum Fensterputzen und Gardinenwaschen ausrückte.

Drei Damen putzen ehrenamtlich im „Kulturgut Samson“: Karin Samson, Doris Schulze Beerhorst und Rita Pöppinghaus-Voss. Foto: Christian Wolff

In ihrer zusätzlichen Funktion als erste stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Ahlen übernahm Rita Pöppinghaus-Voss seit dem 27. Oktober 2009 bis zuletzt zahlreiche repräsentative Aufgaben der hauptamtlichen Bürgermeister. Zunächst bis 2015 als Vertreterin von Benedikt Ruhmöller und danach von Dr. Alexander Berger gelang es ihr in besonderer Weise, die von ihr hochgeschätzte Bürgernähe zu praktizieren.

Rita Pöppinghaus-Voss zeigte sich hier nicht nur als eine ausgezeichnete, kompetente und höchst sympathische Vertreterin der Stadtspitze, sondern war auch ein gerngesehener und geschätzter Gast in Ahlens Partnerstädten. Hieraus entwickelten sich zahlreiche persönliche Freundschaften.

Besuch in Bagamoyo

Auch die Städtefreundschaft mit Bagamoyo in Tansania war der reisefreudigen Ahlenerin ein Herzensanliegen. Bei ihrem Besuch im Herbst 2019 stellte sie mit ihrer offenen und zugewandten Herzlichkeit Kontakt zu vielen Menschen in Afrika her und brachte so ein Stück Ahlen auf den afrikanischen Kontinent. Im Gegenzug kam Rita Pöppinghaus-Voss mit sehr viel afrikanischer Lebensfreude im Gepäck zurück nach Ahlen und gab diese gepaart mit ihrer eigenen Lebensfreude an die Menschen unserer Stadt weiter. Auch die Positionierung Ahlens als Fairtradestadt genoss ihre besondere Aufmerksamkeit.

In Vorhelm freute sich die Dorfgemeinschaft, dass endlich wieder die Maibaumaufstellung stattfinden konnte. Rita Pöppinghaus-Voss übernahm die Eröffnung gemeinsam mit Ralf Kiowsky. Foto: Ralf Steinhorst

Der Tod von Rita Pöppinghaus-Voss trifft Ahlen nicht nur kommunalpolitisch, sondern viel mehr menschlich. „Durch ihr ehrenamtliches Engagement verliert die Stadt eine hochgeschätzte Persönlichkeit, die immer nah dran an den Menschen in Ahlen war“, so Dr. Alexander Berger. „Rita Pöppinghaus-Voss kannte ihre Sorgen und Nöte, aber auch ihre Wünsche an Politik und Stadtverwaltung. Sie wird fehlen.“ Mit ihrer schweren Erkrankung ging sie am Ende ganz offen und mit einer beachtlichen Stärke um, suchte die Nähe zu ihrer Familie und insbesondere zu denen, mit denen sie sich lange verbunden fühlte.

„Ich hatte ein schönes Leben“, sagte sie noch im August gegenüber unserer Zeitung, als sie von einem längeren Krankenhausaufenthalt zurück in ihr Haus kehren konnte. „Es hätte natürlich noch ein bisschen länger so weitergehen können, aber man muss ja dankbar sein für alles, was man erlebt hat. Und das war bei mir in weiten Teilen angenehm und positiv.“

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