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Großbaustelle Osttangente

Im Damm steckt viel Rohrsystem - Regenpause beendet

Ahlen

Mehr Regen- als Winterpause: Drei Monate Stillstand sind auf Ahlens größter Straßenbaustelle beendet. Im ersten Bauabschnitt der Osttangente wächst der Damm weiter in die Höhe.

Von Ulrich Gösmann

Feinarbeiten mit der Baggerschaufel: Durch sensibles Hochziehen von Mutterboden wird die Dammoberfläche modelliert. Im Herbst folgen Anpflanzungen – auch für den Erosionsschutz. Foto: Ulrich Gösmann

Motorengeheul, Erdbewegungen und frischer Fahrbahndreck im Sperrbezirk der hinteren Bergamtstraße: Ahlens bisher größte Straßenbaustelle meldet sich nach dreimonatiger Regenpause zurück. Und obwohl die Sonne am Mittwochmorgen vom blauen Himmel auf den ersten Bauabschnitt der Osttangente strahlt, versinken Stiefel knöcheltief im durchweichten Boden. Tonnenschwerem Baugerät geht‘s nicht besser.

Blick auf den ersten Abschnitt der Osttangente: Über einen Kilometer erstreckt sich der Dammbau nahe der Zeche Westfalen. Foto: Jörg Pastoor

Erklärungen, welchen Verlauf die rund einen Kilometer lange Trasse im ersten der drei Bauabschnitte nehmen wird, kann sich Mathias Wehmeyer, Projektleiter bei den Ahlener Umweltbetrieben, inzwischen schenken. Bis zu sechs Meter hohe Erdaufschüttungen für die großzügige Werse­überquerung erklären sich von selbst. Für die Feinheiten bedarf es allerdings des Fachmanns, um zu verstehen, welches der teils noch frei herumliegenden Rohrsysteme welchen Nutzen haben wird.

Rahmenprofile für Amphibienleittunnel liegen für den Dammeinbau nahe der Zeche Westfalen bereit. Foto: Ulrich Gösmann

Die Kantigen sind Rahmenprofile für einen von mehreren Amphibienleittunneln. „Wenn die Tiere aktiv unterwegs sind, sollen sie durch den Damm laufen und nicht darüber“, merkt Mathias Wehmeyer an. Das sei Landesauflage.

Eine Sedi-Pipe-Anlage parkt Fahrbahn-Niederschlagswasser in der Böschung zwischen, damit sich Schwebestoffe absetzen können. Foto: Ulrich Gösmann

Während auf dem Damm letzte Lagen im stabilisierenden Weißfeinkalk-Boden-Schichtwechsel aufgetragen werden, geht es an den Böschungen mit der Baggerschaufel durch sensibles Hochziehen von Mutterboden an die Oberflächenmodellierung. In den Böschungstiefen kommt die Sedi-Pipe-Anlage ins Spiel. Ein schwarz-gelbes Rundrohrsystem für die Oberflächenwasserbewirtschaftung. Fahrbahnniederschläge gelangen über Abläufe ins Auffangrohr und kommen zunächst zur Ruhe, damit sich Schwebestoffe absetzen können. Das, so Wehmeyer, verhindere auch den Spülstoß. „Das Wasser schießt nicht einfach so durch.“

Niederschlagswasser aus dem Bereich der Osthalde wird über Dammdurchlässe abgeleitet. Foto: Ulrich Gösmann

Noch größer dimensioniert sind die betonblassen Dammdurchlässe, die Niederschlagswasser vom Regenrückhaltebecken an der Osthalde durch den Straßenunterbau ableiten.

Dammende: Ahlens größtes Brückenbauwerk schließt für die Werseüberquerung an. Foto: Ulrich Gösmann

Um mit dem Wagen über die Werse zu kommen, wird in der nächsten Woche die Ausschreibung für Ahlens bisher größtes Brückenbauwerk veröffentlicht. Mit 40 Metern Spannbreite soll sie als Zwei-Feld-Brücke die Aue überqueren. „Die Ausschreibung“, erklärt Wehmeyer, „ist umfangreicher geworden, da wir über Bodenuntersuchungen die Informationen bekommen haben, dass der Baugrund nicht so tragfähig ist wie angenommen.“ Das erfordere noch stärkere Gründung.

Eine weitere Ausschreibung geht im Sommer für den Straßenbau raus, der sich im Herbst anschließen soll. Darin eingeschlossen ist der Bau zweier Kreisverkehre, die Anfang und Ende des Bauabschnitts markieren. Herbstzeit – das heißt für den ersten Kilometer Tangente auch Pflanzzeit, um blanke Böschung weiter zu stabilisieren.

Vorne der Damm, hinten die Halde: Die Osttangente hat im ersten Bauabschnitt ihren Weg gefunden. Foto: Ulrich Gösmann

Wäre da noch der Radwege-Lückenschluss zwischen der Kreuzung Im Hövener­ort / Guissener Straße und dem erster Tangentenkreisel 500 Meter weiter auf freiem Feld. Dadurch, so Wehmeyer, sei sichergestellt, dass Radfahrer kreuzungsfrei vom Süden in den Norden kommen – und natürlich auch umgekehrt.

Übrigens: Wer Ausschau nach den Fundamenten der alten Zechenbahnbrücke hält, die einst die Bergamtstraße überquerte, wird vergeblich suchen. Inzwischen ist auch Widerlager West verschwunden.

Hier stand Widerlager West der ehemaligen Zechenbahnbrücke. Foto: Ulrich Gösmann
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