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Vor Neubaubeginn waren Archäologen des LWL aktiv

Im Kühl: Bodenfunde ausgewertet

Ahlen

Während Baukran, Gerüst und Planen bereits den Neubau an der Straße Im Kühl flankieren, werten die Archäologen des LWL noch aus, was ihre Bodenuntersuchungen im Vorfeld hervorgebracht haben.

-chw-

An Stelle mehrerer kleinteiliger Altstadtgebäude, die schon vor längerer Zeit abgerissen wurden, entsteht derzeit ein Neubaukomplex für seniorengerechte Wohnungen. Foto: Christian Wolff

Der Abriss mehrerer Gebäude an der Straße Im Kühl bot für Bodendenkmalpfleger im Vorjahr die einmalige Gelegenheit, die tieferen Schichten darunter eingehender zu untersuchen. Für den Neubau von seniorengerechten Wohnungen, der in diesen Tagen stetig in die Höhe wächst, musste ohnehin eine Tiefgarage ausgeschachtet werden.

Das ausgewiesene Planungsgebiet ließ bei Fachleuten die Vermutung zu, dass eine historische Straßenrandbebauung vorhanden war. „Funde aus Keramik lassen auf das Hochmittelalter schließen“, sagte die städtische Denkmalpflegerin Nicole Wittkemper-Peilert am Dienstagnachmittag im Stadtplanungs- und Bauausschuss. Die Erkenntnisse dienen dem Verständnis der allgemeinen Siedlungsentwicklung, die sich hier mindestens bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. „Erste Untersuchungsergebnisse zeugen vom städtischem Leben auf diesen Flächen. Detaillierte Forschungsergebnisse durch den LWL-Archäologie in Westfalen sind im Laufe der nächsten Monate zu erwarten.“

Forscher in Teilen noch uneinig

Zum historischen Hintergrund: Ahlen entwickelte sich ab der karolingischen Zeit ausgehend von einem bischöflichen Haupthof mit Kirche – der späteren Pfarrkirche St. Bartholomäus – in mehreren Schritten. Die bereits frühzeitig florierende und wahrscheinlich auch bereits im späten zwölften Jahrhundert befestigte Handelsniederlassung um die Kirche und den Markt wurde sukzessive erweitert.

Wohl während der Amtszeit Bischof Gerhards (1261 bis 1272) wurde schließlich mit dem Bau einer Stadtmauer begonnen, die um 1288 fertiggestellt wurde. In der Forschung ist man sich allerdings nicht einig, ob dies bereits der Mauerring war, der sich noch heute im Stadtbild mit den Straßenzügen Norden-, Osten-, Süden- und Westenmauer abzeichnet, oder ob der jüngste Mauerring erst im 14. Jahrhundert bei einer erneuten Vergrößerung der Stadt errichtet wurde.

Eine wesentliche Erschließungsstraße

Fakt ist jedoch, beschreibt Nicole Wittkemper-Peilert, dass spätestens der Mauerring des 14. Jahrhunderts das flächige Wachstum Ahlens bis weit in die Neuzeit begrenzte. Dem heutigen Straßenzug Im Kühl, zumindest in seinem annähernden Nord-Süd-Verlauf, kam ausgehend von den östlichen Hauptachsen die Funktion einer wesentlichen Erschließungsstraße des Quartiers zu.

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