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Ahlener willkommen

Im Notfall für die Menschen da

Ahlen

Schicksalsschläge können jeden treffen. Wie gut, wenn dann jemand da ist und Hilfestellung gibt. Das Notfallseelsorgeteam des Kreises war im vergangenen Jahr auch in Ahlen im Einsatz.

Haben die Ausbildung zur Notfallseelsorgerin fast beendet und hoffen auf Kolleginnen und Kollegen aus Ahlen: Jutta Daut (l.) und Magdalena Brockhinkel Foto: Peter Schniederjürgen

Fast ein Jahr der Ausbildung ist bald für Jutta Daut und Magdalena Brockhinkel aus Neubeckum-Vellern vorbei. Ein Jahr, in dem die Frauen wichtiges Handwerkzeug für eine ganz besondere und ehrenamtliche Tätigkeit bekamen. Sie haben sich zu Notfallseelsorgerinnen ausbilden lassen. Eine Arbeit, die Menschen in extremen Situationen hilft. „Notfallseelsorger sind Ersthelfer für die Seele“, umreißt es Pfarrer Hendrik Meisel. Er weiß, wovon er spricht. Mit 35 Kollegen kümmert sich das Team für den Kreis Warendorf um Menschen, damit die nach schwierigsten Situationen wieder zu sich selbst finden können.

Grundkurs startet im Herbst

Im vergangenen Jahr kamen diese Helfer 111 Mal zum Einsatz. „Davon 28 Mal in Ahlen. Leider haben wir keinen Kollegen aus Ahlen“, bedauert der Pfarrer. Das möchte die Notfallseelsorge gern ändern und bittet dringend um Verstärkung von hier. „Der nächste Grundkurs startet im Oktober“, lädt Meisel ein.

Jutta Daut und Magdalena Brockhinkel teilen sich diese wichtige Arbeit mit 22 Männern und 13 Frauen. Für die Neubeckumerinnen ist es direkt eine Berufung. „Wir haben beide einiges an Schicksalsschlägen erfahren“, sagt Jutta Daut. Dabei habe sie wie auch Magdalena Brockhinkel Hilfe von Menschen bekommen, mit deren Unterstützung beide gar nicht gerechnet hätten. „So ist es für uns schön, wieder etwas zurückgeben zu können“, erklärt Magdalena Brockhinkel.

Jutta Dautangehende ehrenamtliche Notfallseelsorgerin

Dieser Wunsch hat sie zu dieser nicht gerade einfachen, aber sehr umfassenden Ausbildung, bewogen. „Wir helfen Menschen, den ersten Schock zu verarbeiten, egal in welchem Bereich“, führt Jutta Daut aus. Notfallseelsorger werden zu einer Vielzahl von Einsätzen als Teil der Rettungskette gerufen. Von schwereren Unfällen, unerwarteten Todesfällen zu Hause, Suizid und vieles mehr gehört zum Spektrum. „Das verändert womöglich das ganze Leben. Dann ist es gut, Menschen in der Nähe zu haben, die in dieser Krise beistehen“, betont Magdalena Brockhinkel

Das Engagement in diesem Feld war ihr nicht in die Wiege gelegt. „Ich bin ländliche Hauswirtschaftsmeisterin“, stellt sich Magdalena Brockhinkel vor. Die 50-Jährige ist dazu als Trauerbegleiterin tätig. Auch für die 53-jährige Jutta Daut ist dieses Ehrenamt wichtig. „In der Telefonseelsorge ist man anonym, hier dagegen auf Augenhöhe mit den Betroffenen“, überlegt sie.

Notfallseelsorger bleiben, wenn die Polizei geht

Es ist beiden wichtig, nicht als „Offizielle“ wahrgenommen zu werden. Die Polizei überbringt die Todesnachricht, aber die Notfallseelsorger bleiben, wenn die Polizei geht. Empathie sei eine Grundvoraussetzung. „Mitleid macht beteiligt, Mitgefühl hält handlungsfähig“, sagen die Notfallseelsorgerinnen. Sie sind in der letzten Phase der Ausbildung und hospitieren. Dabei wissen sie immer das Team hinter sich und auch, dass für sie selbst Hilfe da ist, wenn es für sie nicht mehr geht.

Die Notfallseelsorge ist zwar christlich begründet, aber über die Religions- und Konfessionsgrenzen hinweg aktiv. Weitere Info unter

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