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Caritas gratuliert

In einem Jahr zur Fachkraft

Ahlen

Was Ilknur Cömcü und Katrin Dadanovic geschafft haben, ist nicht selbstverständlich: Neben ihrer täglichen Arbeit haben sich die beiden Ahlenerinnen zu Altenpflegefachkräften ausbilden lassen. Kein leichtes Unterfangen.

Den Aufstieg von der Pflege-Helferin zur examinierten Altenpflegefachkraft haben Ilknur Cömcü (2.v.l.) und Katrin Dadanovic (2.v.r.) gemeistert. Heinrich Sinder und Elke Kraskes gratulieren.   Foto: Caritas

Sie sind sichtlich stolz, und sie haben allen Grund dazu. Ilknur Cömcü und Katrin Dadanovic, Mitglieder im Pflege-Team der Caritas in Ahlen, haben erreicht, was längst nicht selbstverständlich ist. In nur zwölf Monaten haben sie den Aufstieg von der Pflege-Helferin zur examinierten Altenpflegefachkraft gemeistert. Geschafft haben beide das durch Ehrgeiz, langes und hartes Lernen und verständnisvolle Begleitung ihrer Pflegedienstleitung bei der Caritas. Basis für ihren Erfolg aber, so die Caritas in einer Pressemitteilung, sei vor allem ein ungewöhnliches Bildungsmodell.

Projekt der Uni Paderborn

„Valinda“ heißt das Projekt, das von der Universität Paderborn angestoßen wurde, vom Bildungswerk Heureka-Net in Münster begleitet wird und der Altenpflege in NRW mehr Fachkräfte bringen soll. Mittel ist eine Art zweiter Bildungsweg für Pflegekräfte, die zwar im Beruf aktiv sind, denen die volle dreijährige Ausbildung mit Examen aber bisher fehlt.

„Die beiden haben sich richtig reingekniet und ihren Abschluss redlich verdient“, so Elke Kraskes, Leiterin der Caritas-Sozialstation. Sie war es, die 2020 auf das Projekt aufmerksam wurde. Spontan fielen ihr Ilknur Cömcü und Katrin Dadanovic ein: „Beide erfüllten alle formalen Voraussetzungen und hatten aus meiner Sicht auch das Zeug, diese Herausforderung zu meistern.“

Caritas-Geschäftsführer Heinrich Sinder stimmte spontan zu. Katrin Dadanovic – vor ihrer Arbeit bei der Caritas Arzthelferin – war sofort Feuer und Flamme. Nur ihre Kollegin Ilknur zögerte. Elke Kraskes: „Ihre Tochter steht selbst in der Fachausbildung und da war ihr sehr bewusst, welches enorme Lernpensum auf sie zukäme, wenn. . .“ Das „Wenn“ war schließlich doch ausgeräumt. „Beide wussten, dass es kein Zuckerschlecken wird“, betont Elke Kraskes. Während die Caritas als Arbeitgeber den Rahmen schuf – Freistellung der beiden Kolleginnen für die Weiterbildungstage, Ersatz für ihre Pflegeeinsätze – machten sich die beiden Kandidatinnen auf ihren neuen Weg „nach oben“. Einiges kannten sie vom Einsatz an und mit den Patienten, eine Menge aber mussten sie lernen.

Viel pauken und nachbereiten

Viel pauken – zum Teil online, zum Teil in Präsenzunterricht am Edith-Stein-Kolleg in Warendorf – und die Nachbereitung daheim: „Die beiden waren zwischendurch ganz schön fertig“, sagt Elke Kraskes. Und auch, wenn die Familien hinter dem Plan standen, brauchte es immer mal wieder eine neue Aufmunterung durch die Chefin: „Dies ist für euch eine einmalige Chance und ihr schafft das.“

Damit behielt sie recht. Nach dem Dreifach-Endspurt – je eine schriftliche, eine mündliche und eine praktische Prüfung – folgte im Juni der verdiente Erfolg: Abschluss und Zertifikat als „examinierte Altenpflegerin“. Und das hat sich für beide Seiten gelohnt. So dürfen Ilknur und Katrin künftig deutlich mehr Verantwortung im Umgang mit Patienten übernehmen: Medikamente für eine ganze Woche stellen, Wundversorgung und vieles mehr. Die entsprechende Einarbeitung läuft durch die Kolleginnen per Teamwork. Nicht ganz nebenher gibt es künftig einen finanziellen Aufschlag beim Gehalt.

Und während die Caritas ab sofort zwei examinierte Pflegekräfte mehr in der Mannschaft hat, ist auch Elke Kraskes stolz: „Ich freue mich, dass ich die beiden richtigen Kandidatinnen ausgesucht habe. Und dass sie als zwei unter 20 Bewerberinnen geschafft haben, was nicht alle schaffen.“ 

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