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Freundeskreis „Bridge of Hope“ vor der Gründung

Indien braucht Hilfe zur Selbsthilfe

Ahlen

Pfarrer Joseph Thota freut sich, dass sich in Ahlen der „Freundeskreis Bridge of Hope“ gründen und seine gleichnamige Stiftung unterstützen will. Interessierte kamen jetzt im Barthelhof zusammen.

Von Ralf Steinhorst

Die Interessierten des Freundeskreises für die Stiftung „Bridge of Hope“ folgten zu Beginn der Zusammenkunft den Ausführungen von Pfarrer Joseph Thota Foto: Ralf Steinhorst

Die Gründung eines Freundeskreises der Stiftung „Bridge of Hope“ vom indischen Pfarrer Joseph Thota nimmt konkrete Formen an. Nachdem sich der Kreis der Interessierten im Juni zum ersten Mal getroffen hatte, fand am Sonntagabend im Barthelhof die zweite Zusammenkunft statt. Vor allem die in der Coronazeit erfolgten Maßnahmen der Stiftung in Indien standen beim Vortrag des Pfarrers im Mittelpunkt.

Reise nach Madepalli – ohne Begleiter

In diesen Tagen fliegt Pfarrer Joseph Thota bis Mitte November wieder in seine Heimat im Südosten Indiens – auch, um mit den vor allem in Ahlen gesammelten Geldern dort Bedürftige zu unterstützen. Mitreisende wird er dieses Mal nicht dabei haben, die Einreisebestimmungen in Indien sind wegen der Coronapandemie zurzeit verschärft.

Pfarrer Joseph Thota lenkte den Blick auch auf die Coronapandemie, die in seiner Heimat besonders unter der sozialschwachen Bevölkerung großes Leid ausgelöst hat. Foto: Ralf Steinhorst

Joseph Thota gab zur Einleitung des Abends einen Überblick über die verschiedenen Hilfsmaßnahmen für die sozialschwachen Menschen in der Region Madepalli, die in den vergangenen Jahren erfolgt sind. Vor allem Projekte zur Selbsthilfe stehen im Fokus, so werden unter anderem Schüler mit Schulgeld und Material, Schulen mit Mobiliar und Jugendliche beim Berufseinstieg oder beim Studium unterstützt. Gerade Frauen werden bei der Ausübung eines Berufs gefördert, etwa durch den Kauf von Nähmaschinen. Der Bau von Häusern soll ein festes Dach über dem Kopf bieten, Kranke werden mit Medikamenten versorgt und vitaminreiche Nahrung soll vor Krankheiten schützen.

Die Stiftung hat mit der Verteilung von Lebensmittel-Kits versucht, eine Hungersnot abzuwenden. Der Lockdown hatte das Transportsystem über Monate zum Erliegen gebracht und damit auch die Versorgung der Bevölkerung. Foto: privat

Die Coronapandemie hat gerade in der armen Bevölkerungsschicht Indiens großes Leid erzeugt, weil Impfstoff erst sehr spät verfügbar war. „Die Menschen hatten Angst, die Friedhöfe sind überfüllt“, schilderte Pfarrer Thota die Situation. Es seien viele Tote zu beklagen, darunter auch junge Väter und Mütter, wie er an einem erschütternden Beispiel dokumentierte.

Acht Monate ohne Transportmittel

Der langwierige Lockdown habe die Menschen zusätzlich in Schwierigkeiten gebracht, die Arbeit musste ruhen. „Es war eine Katastrophe, fast acht Monate gab es keine Transportmittel“, berichtete der Pfarrer. Das erschwerte die Versorgung der Bevölkerung erheblich und führte bis zur Hungersnot. „Bridge of Hope“ konzentrierte sich daher zunehmend auf die Verteilung von Lebensmitteln, Medikamenten und Desinfektionsmitteln.

Inzwischen hat sich die Lage gebessert, durch Impfstoffspenden aus Europa und den USA konnten bereits 40 Prozent der Menschen vollständig geimpft werden.

Anschließend besprachen sich die Teilnehmer, wie die Struktur des Freundeskreises aussehen könnte. Beim dritten Treffen, dass für den 9. Dezember geplant ist, soll die Gründung endgültig vollzogen werden.

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