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Mike Khunger Nachfolger von Sharon Fehr

Interesse am Judentum fördern

Ahlen

Sharon Fehr war lange Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Münster und oft in Ahlen zu Gast. Bei seinem jüngsten Besuch brachte er seinen Nachfolger mit.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger begrüßte Mike Khunger (M.) und dankte Vorgänger Sharon Fehr für die geleistete Arbeit. Foto:  Stadt Ahlen

Den neuen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Münster hat Bürgermeister Dr. Alexander Berger jetzt im Ahlener Rathaus begrüßt. Nach 28 Jahren als geschäftsführender erster Vorsitzender war Sharon Fehr nicht wieder zur Wahl angetreten. Sein Nachfolger ist der 29-jährige Rechtsreferendar Mike Khunger, dem Alexander Berger für seine Aufgaben an der Spitze der Gemeinde Glück und Erfolg wünschte. Die Stadt Ahlen gehört zum Synagogenbezirk Münster.

Gute und vertrauensvolle Verbindung

Mit seinen Glückwünschen verbindet Alexander Berger „die feste Erwartung, die gute und vertrauensvolle Verbindung zwischen der Jüdischen Gemeinde Münster und der Stadt Ahlen auch in Zukunft fortzusetzen und zu stärken“. Sharon Fehr gratulierte der Bürgermeister zugleich zu der neu gewonnen Zeit, die er zur Erfüllung seiner persönlichen Wünsche nutzen möge. Weil die Jüdische Gemeinde Ahlen mit der Shoah unterging, sei es laut Berger „sehr notwendig, das Bewusstsein für das Jüdische in der Öffentlichkeit zu erhalten“. Mehrere Jahrhunderte haben Juden zur Stadtgesellschaft gehört, wovon heute Relikte wie der jüdische Teil des Westfriedhofs oder auch der Gedenkort am Ostwall zeugten. Der neue Vorsitzende dürfe damit rechnen, häufiger Einladungen aus Ahlen in der Post zu haben.

Gäste sind willkommen

„Wir bieten interessierten Gruppen aus Ahlen gerne an, uns in unserem Gemeindezentrum mit Synagoge zu besuchen, um ein wahrhaftiges Bild vom Judentum gestern und heute zu bekommen“, lud Mike Khunger die Ahlener Bürgerinnen und Bürger ein. Bildung und Gespräche seien das beste Mittel, antisemitischer Hetze entgegenzuwirken. „Deshalb möchte ich dazu beitragen, unsinnige Vorurteile abzubauen und Interesse am Judentum zu fördern.“

Als weitere bedeutende Herausforderung betrachtet der neue Gemeindevorsitzende die Aufnahme und Integration geflüchteter Menschen aus der Ukraine. Die Gemeinde leiste Unterstützung von Behördengängen bis hin zur Wohnungssuche, was gerade in Münster keine leichte Aufgabe sei. Darüber hinaus wolle er sich dafür einsetzen, dass die Jüdische Gemeinde ihre Stimme im öffentlichen Diskurs wahrnehmbar behält und stärkt.

Die Jüdische Gemeinde Münster ist mit etwa 600 Mitgliedern die drittgrößte Gemeinde im Bereich Westfalen-Lippe.

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