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Kindergartenbedarfsplanung für 2022/23

Betreuung: Jedes Kind soll seinen Platz bekommen

Ahlen

Es ist einiges in Bewegung in der Ahlener Kindergartenlandschaft. Stadt und andere Träger sehen sich gefordert, den wachsenden Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken.

Von Peter Harke

Ein Neubau des Kindergartens St. Gottfried, der nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht, ist in Planung. Foto: Peter Harke

Wenn irgendwo im Stadtbild demnächst ein Kran auftauche, dann werde da wahrscheinlich eine neue Kita gebaut. Diese launige Eingangsbemerkung von An­dré Deppe war natürlich leicht übertrieben, doch Tatsache ist, dass im Laufe der kommenden zwei Jahre in Ahlen mehrere Kindertageseinrichtungen entweder erweitert oder komplett neu errichtet werden müssen, um den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen decken zu können.

Da sei „einiges in der Pipeline“, sagte Deppe, zuständiger Gruppenleiter beim Jugendamt der Stadt, in dieser Woche im Jugendhilfeausschuss. Dieser hatte über die Kindergartenbedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2022/23, mit der die Gruppenformen und die sich daraus ergebenden Kindpauschalen für die einzelnen Einrichtungen festgelegt werden, zu entscheiden und folgte einstimmig den Vorschlägen der Verwaltung.

André Deppe, Jugendamt der Stadt Ahlen

Die Kindergartenbedarfsplanung, so Deppe, sei ein sehr dynamischer Prozess: „Was wir vor zwei Jahren beschlossen haben, ist heute schon nicht mehr aktuell.“ Ein an sich erfreulicher Grund dafür sei die anhaltend hohe Geburtenrate. Außerdem würden viele Kinder heute früher in die Betreuung gegeben, also schon vor dem dritten Lebensjahr. Zu beobachten sei, dass immer mehr Eltern den Rechtsanspruch auf Betreuung geltend machten, aber am Anmeldeverfahren nicht teilnähmen. Das erschwere es, einen Überblick über die tatsächlichen Bedarfe zu bekommen. Daher werde auch in diesem Jahr eine namenlose Einrichtung mit zwei Gruppen als Reserve eingeplant, wobei im Falle des Falles versucht würde, diese Gruppen an bestehende Ki­tas anzugliedern; 28 Einrichtungen gibt es in Ahlen.

Tagespflege „unverzichtbarer Baustein“

Laut Plan stehen im Kindergartenjahr 2022/23 für unter dreijährige Kinder 358 Plätze zur Verfügung, für Kinder über drei Jahren 1593 Plätze, insgesamt also 1951, davon 116 für integrativ zu betreuende behinderte Kinder. Das sind in Summe 21 Plätze mehr als im laufenden Kindergartenjahr. Hinzu kommen 170 Plätze im Bereich der Tagespflege, die „ein unverzichtbarer Baustein in der Betreuung der unter dreijährigen Kinder“ sei, so André Deppe.

Der Neubau der Awo-Kita am Wetterweg soll zum neuen Kindergartenjahr bezugsfertig sein. Foto: Peter Harke

Zu den eingangs erwähnten Baumaßnahmen führte die Verwaltung in ihrer Vorlage aus: Zum neuen Kindergartenjahr werde der Neubau der Awo-Kita am Wetterweg fertiggestellt und im Laufe des Jahres ein Anbau für eine zusätzliche Gruppe am Kindergarten St. Elisabeth entstehen. Die Planungen für den Neubau des städtischen Kindergartens „Milchzahn“ liefen, die Eröffnung werde für den 1. August 2023 angepeilt.

Einen Neubau plant auch die katholische Kirchengemeinde St. Bartholomäus für den Kindergarten St. Gottfried in Kooperation mit ei­nem Investor. Ihm gegenüber will sich die Stadt mit einer sogenannten Patronatserklärung verpflichten, die Mietzahlungen für die Laufzeit des Mietvertrages über 25 Jahre zu garantieren. Dieser Vorgehensweise stimmte der Jugendhilfeausschuss zu.

Für die Unterbringung der Kinder ist also gesorgt. Aber je mehr Einrichtungen eröffnet würden, desto mehr verschärfe sich der Fachkräftemangel. „Da habe ich echt Bauchschmerzen, was das angeht“, gab André Deppe zu. Dennoch bescheinigte ihm Barbara Buschkamp (CDU) stellvertretend für den gesamten Ausschuss „exzellente Arbeit“.

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