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Caritasverband Ahlen wird Radstation im Bahnhof betreiben

Jetzt schon Stellplätze reservieren

Ahlen

Der Caritasverband Ahlen wird ab Dezember die neue Radstation im Bahnhof betreiben. Geschäftsführer Heinrich Sinder und Projektleiter Klaus Marquardt wollen auch eine Werkstatt einrichten, in der Langzeitarbeitslose für neue Beschäftigungsperspektiven qualifiziert werden sollen.

Von Peter Harke

Voraussichtlich im Dezember wird die Radstation im Ahlener Bahnhof eröffnet, darauf freuen sich (v.l.) Lukas Ossenbrink, Lutz Henke, Klaudia Froede, Klaus Marquardt, Thomas Köpp, Dr. Alexander Berger, Heinrich Sinder und Lukas Freitag Foto: Peter Harke

Ahlen„Es riecht nach Farbe“, bemerkte Dr. Alexander Berger sofort beim Betreten der ehemaligen Bahnhofskneipe und staunte über die offensichtlichen Fortschritte seit seinem letzten Besuch auf der Baustelle vor zwei Monaten, als er den symbolischen ersten Spatenstich vorgenommen hatte. Doch meinte der Bürgermeister nicht die mittlerweile verputzten Wände und den frischen Anstrich, als er beim Pressetermin am Donnerstag feststellte: „Der nächste Schritt ist getan.“

Berger freute sich vielmehr, bekanntgeben zu können, wer die künftige Radstation im Bahnhof betreiben wird: Der Caritasverband für Ahlen, Drensteinfurt und Sendenhorst hat den Zuschlag erhalten. „Ein langjähriger Partner auf vielen Gebieten“, wie der Verwaltungschef dem Namen gleich hinterherschickte, „auf den wir uns verlassen können.“ Ein Partner, dem man zutraut, die Radstation professionell und erfolgreich zu führen, um im Rahmen der Mobilitätsstrategie der Stadt an dieser Stelle den Fahrradverkehr mit Bus und Bahn besser zu vernetzen.

Enge Kooperation mit Caritas in Haltern

Kitas, diverse Beratungsstellen, „Essen auf Rädern“, ambulante Pflege – all das und mehr gehört ganz selbstverständlich zum Portfolio ei­nes Sozialverbandes wie der Caritas. Aber ein Fahrrad-Parkhaus? Aus Sicht von Geschäftsführer Heinrich Sinder überhaupt nicht abwegig und für ihn selbst auch kein Neuland: Der Caritasverband Ostvest in Haltern am See, bei dem er vor seinem Wechsel nach Ahlen vor zehn Jahren tätig war, betreibt über seine Jugendwerkstatt, eine eigene gemeinnützige Gesellschaft, schon seit 2003 eine solche Einrichtung. Mit ihr ist eine enge Kooperation geplant. „Die Kollegen haben uns bei der Bewerbung geholfen und begleiten uns weiter intensivst, können uns mit ih­rem Know-how wertvolle Tipps und Hinweise geben“, sagt Sinder.

Frisch verputzt und gestrichen sind inzwischen Wände und Decken in der ehemaligen Bahnhofsgaststätte, hier der Tanzsaal, in dem zukünftig 102 Fahrräder geparkt werden können. Foto: Peter Harke

Hier wie dort geht es freilich nicht nur darum, Pendlern eine sichere, videoüberwachte Unterstellmöglichkeit für ihre „Drahtesel“ zu bieten, was praktisch ohne Personalaufwand mit einem automatischen Schließsystem funktioniert. Die Reparaturwerkstatt und der Fahrradverleih, die ebenfalls Bestandteile des Konzepts sind, machen für Sinder den besonderen Charme des Projekts aus. Die Idee ist, Langzeitarbeitslosen über Qualifizierungsmaßnahmen wieder eine Beschäftigungsperspektive zu eröffnen. „Dazu stehen wir bereits mit dem Jobcenter des Kreises und dem Verein Horizonte in Kontakt“, berichtet der Geschäftsführer.

Klaus Marquardt hat „Bock“ auf neue Aufgabe

Für die handwerkliche Seite will die Caritas einen Fahrradmechanikermeister einstellen. Die Gesamtverantwortung und pädagogische Leitung übernimmt Klaus Marquardt, der hauptberuflich bis vor vier Wochen als Sozialarbeiter bei der Stadt Ahlen tätig war und im Nebenjob für die Caritas dreieinhalb Jahre die Fahrradwerkstatt am Wersestadion im Rahmen des Programms „Jugend stärken im Quartier“ betreut hat. Dessen Förderung ist zwar jetzt ausgelaufen, doch in Kürze soll ein Anschlussprojekt mit dem Titel „Social Bike“ an den Start gehen. Klaus Marquardt wird am Freitag 65 und könnte eigentlich jetzt den Ruhestand genießen. Aber er sucht noch einmal eine neue Herausforderung, auf die er sich „riesig“ freue. „Ich mache das, weil ich Bock drauf habe“, sagt er und verspricht den Ahlenern: „Sie sollen nicht nur eine Radstation bekommen, sondern eine freundliche Radstation.“

Stadtbaurat Thomas Köpp

Das hört auch Stadtbaurat Thomas Köpp gerne, der ebenso wie der Bürgermeister seiner Freude darüber Ausdruck verlieh, dass sich die Caritas im Bieterverfahren „durchgesetzt“ habe. „Wir öffnen hier jetzt aber nicht gleich eine Wunderkammer“, setzt der Beigeordnete auf eine langfristige und nachhaltige Fortentwicklung des Angebots, das werde „sukzessive aufgebaut“.

Lukas Freitag vom Architekturbüro MS plus in Münster ist zuversichtlich, die Räume Ende Oktober der Caritas übergeben zu können. Die peilt die Eröffnung für Dezember an, will in drei Wochen schon mal das Inventar ordern. „Ab sofort“ sei es bereits möglich, einen der insgesamt 206 Stellplätze zu reservieren, informierte der städtische Mobilitätsmanager Lukas Ossenbrink, und zwar unter der Mailadresse radstation@stadt.ahlen.de. Und die Preise? 80 Cent kostet das Tagesticket, acht Euro die Monatskarte, 88 Euro das Jahresabo. Leicht zu merken und „sehr moderat“, wie Heinrich Sinder findet.

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