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„Pol&iS“ am St.-Michael-Gymnasium

Jugendliche üben sich in Weltpolitik

Ahlen

Es ist eine Möglichkeit, sich in die weltpolitischen Akteure hineinzuversetzen und Folgen des globalen Agierens zu erleben: Das Planspiel „Pol&iS“ stieß bei 50 Schülerinnen und Schülern des St.-Michael-Gymnasiums auf große Resonanz.

Felix Liehr (Weltbank) im Gespräch mit Nele Schlüter (Wirtschaftsministerin Indien), Amelia Holtmann (Regierungschefin Indien) und Izla Ünasi (Staatsministerin Indien) Foto: Gymnasium St. Michael

Globale Sicherheitspolitik statt adventliche Besinnlichkeit: Für die Sozialwissenschaftenkurse des Abiturjahrgangs am St.-Michael-Gymnasium fand diese Woche das Planspiel „Pol&iS“ (Politik und internationale Sicherheit) statt. Zwei Tage lang simulierten die rund 50 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrkräften unter der Anleitung von vier Jugendoffizierinnen und -offizieren der Bundeswehr das globale Geschehen in den Feldern Sicherheits-, Wirtschafts-, Sozial-, Umwelt- und Entwicklungspolitik.

Kooperation mit der Bundeswehr

Die in mehrere große Weltregionen eingeteilten Teilnehmenden fanden sich dabei in den Rollen von Regierungschefs oder Ministerinnen für Wirtschaft, Sicherheit und Umwelt wieder, waren UN-Generalsekretäre oder Weltbank-Vertreterinnen, engagierten sich als Vertreter von Nicht-Regierungsorganisationen und schrieben für die fiktive Weltpresse. Vorbereitet wurden sie darauf nicht nur im Unterricht, sondern auch durch zur Verfügung gestellte Materialien zu regionalen Ressourcen, innenpolitischen Handlungsfeldern, internationalen Verträgen und Herausforderungen.

Das Planspiel im Rahmen der Kooperation mit der Bundeswehr ist am St.-Michael-Gymnasium laut Mitteilung der Schule langjähriger Bestandteil des sozialwissenschaftlichen Curriculums.

Neu ist in diesem Jahr die Teildigitalisierung. Wo zuvor noch auf Planungsblättern Investitionsvorhaben handschriftlich eingetragen und mühsam berechnet werden mussten und auf Papp-Landkarten Spielsteine verschoben wurden, genügten heute einfache Eingaben in der „Pol&iS“-App, was zu einer Beschleunigung des Spiels führt.

Fabian Rodenwald als UN-Generalsekretär Foto: Gymnasium St. Michael

„Es bietet unseren Schülerinnen und Schülern die einmalige Möglichkeit, sich in die weltpolitischen Akteure hineinzuversetzen und aus der jeweiligen Perspektive heraus die unterschiedlichen Bedingungszusammenhänge und Folgen des globalen Agierens zu erleben“, so Organisatorin Nicola Löchte. „Statt theoretisch im Elfenbeinturm Sachbücher zur Weltpolitik zu wälzen, erleben sie hier ganz praktisch, welche Determinanten politisches Handeln bestimmen und welche Konsequenzen gegenseitige Solidarität oder auch konkurrenzorientiertes Verhalten haben.“

Und wirklich: In Herausforderungen wie Atomwaffen, Hungersnöten, Kulturkonflikten, Drogenkartellen, internationalem Terrorismus, Piraterie, Klimawandel, Armut und Flucht galt es, die eigenen Interessen durchsetzungskräftig zu vertreten, aber auch die Probleme kooperativ zu bewältigen. Dass Weltpolitik dabei nicht immer planbar und verlässlich verläuft, wurde den SchülerInnen durch zufällige Tagesschau-Meldungen verdeutlicht, wo unvorhersehbare Dürremeldungen die Welternährungslage dramatisch verschoben und so sowohl eine Umplanung der eigenen Investitionen als auch ein mit anderen Akteuren abgestimmtes Verhalten erforderlich machten.

Besondere Aktualität erhielt das Planspiel vor allem durch die umwelt- und sicherheitspolitischen Herausforderungen, welche die ganze Welt zur Zeit auch in der Realität in Atem halten.

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