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Theater Titanick gastiert im Kultursommer

Kammerspiel statt Mammutproduktion

Ahlen

„Insect“ und „Troja“ waren regelrechte Großspektakel. Jetzt kommt das Theater Titanick mit „Trip Over“ ganz anders daher. Und vor allem digitaler.

Von Dierk Hartleb

Szenen aus „Trip Over“: Am Dienstag trat das Theater Titanick in Dülmen auf. Foto: Christian Besse

Oldtimer-Freunde werden entzückt sein: Ein alter Ford Mustang steht im Mittelpunkt der neuen Produktion „Trip Over“ des Theaters Titanick, die am Freitag (16. Juli) Premiere auf dem Parkplatz am Bürgerzentrum hat und wegen der großen Nachfrage am Samstag wiederholt wird.

Am Dienstag gastierten die Titanicker, die sich förmlich ein Loch in den Bauch freuten, dass sie wieder vor Publikum auftreten konnten, mit dem neuen Stück beim Dülmener Sommer. Das Roadmovie mit Lola und Ocean als Liebespaar und seinem pinkfarbenen Mustang ist ein Produkt der Pandemie und kommt mit minimaler Besetzung aus.

Wochenlange Proben

Kein Mammutaufgebot mit über 200 Statisten und Komparsen wie bei der Inszenierung anlässlich der Feierlichkeiten zu „350 Jahre Westfälischer Frieden“ 1998. „Wir haben damals wochenlang geprobt“, erinnert sich Christiane Busmann. Die Büz-Geschäftsführerin hatte schon immer eine Schwäche für Zirkus, wie sie bekennt, und deshalb die Strapazen des Klettertrainings gern auf sich genommen. Um die Höhenangst zu überwinden hatte die Trainerin ihren Eleven empfohlen, mit geschlossenen Augen zu klettern. Als Höhepunkt sieht sie noch heute den Auftritt 1999 in Angers.

Im Vergleich zu „Pax“ oder anderen aufwändigen Produktionen wie „Treibgut“, „Troja“ oder „Insect“ ist „Trip Over“ ein Kammerspiel, das auf ein sehr reduziertes Bühnenbild setzt.

Oldtimer-Freunde kommen auf ihre Kosten. Foto: Christian Besse

Pandemiegerecht verbindet die Handlung spielerische Performance und Livemusik mit Film- und Videoelementen. Feststehende und mobile Kameras im Bühnenbild machen die Performance auf der großen Leinwand sichtbar. Durch einen Green Screen auf dem Bühnenboden ergeben sich unzählige Möglichkeiten, das Spielgeschehen mit vorproduzierten Clips, Bildern und Landschaften zu kombinieren, heißt es in der Beschreibung des Stücks auf der Titanick-Homepage. Was die Frage nach Wirklichkeit und Fiktion aufwirft.

„Wir sind so froh, wieder spielen zu können“, bestätigt Gründungsmitglied Uwe Köhler. Das 30-jährige Bestehen des Theaters im vergangenen Jahr konnte wegen Corona nicht angemessen begangen werden. Umso mehr freut sich das gesamte Ensemble einschließlich der Spielleitung auf die Open- Air-Saison, die in Münster mit „Upside Down“ am 2. und 3. Juli auf dem Gelände der York-Kaserne begonnen hat und an den beiden letzten Augustwochenende ein Wiedersehen mit Titanick am Gasometer in Münster beschert.

Dülmen am Dienstag war ein vielversprechender Auftakt, wie Clair Howells, anschließend strahlend bilanzierte.

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