Eichenprozessionsspinner

Kampf mit eigenen Kräften

Ahlen

Die Stadt Ahlen will zwei neue Mitarbeiter einstellen. Ihre vorrangige Aufgabe: der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner.

Ulrich Gösmann

Das sollen demnächst eigene Kräfte der Stadt Ahlen machen. Foto:

Agieren statt reagieren: Die Stadt Ahlen will sich offensiv gegen den Eichenprozessionsspinner aufstellen. Zur Bekämpfung sollen jetzt kurzfristig zwei Mitarbeiter eingestellt werden. Die jährlichen Kosten einschließlich Material werden in einer aktuellen Verwaltungsvorlage mit 105 000 Euro beziffert. Die Beschlussvorlage ist Thema in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Ordnung, öffentliche Einrichtungen und Anregungen (Dienstag, 10. September, 17 Uhr, Feuer- und Rettungswache) .

Die Meldungen aus den Nachbarstädten schrecken auf: Warendorf meldet – laut Vorlage – eine „explosionsartige Verbreitung“. Selbst in so sensiblen Bereichen wie Schulen und Kindergärten sei es aufgrund des hohen Aufkommens nicht mehr möglich, für schnelle Abhilfe zu sorgen. Die Funde überstiegen sämtliche Kapazitäten. Momentan sei jede Eiche befallen. Flächendeckender Befall auch in Sendenhorst.

Die Stadt Ahlen bilanziert für das laufende Jahr erstmals ein „Massenvorkommen“. Die Zahl der betroffenen Bäume sei nicht zählbar. Bis Ende August habe es 88 Einsätze gegeben, bei denen 600 Nester mit Unterstützung von Spezialfirmen entfernt worden seien. Spitzenreiter: die Vorhelmer Virchowstraße mit 91 Nestern, gefolgt von der Borbeiner Straße mit 59. Eine Übersichtskarte verdeutlicht den größten Befall im Außenbereich. Beseitigungskosten bisher: 24 000 Euro.

Externe Firmen nicht immer verfügbar

„Es hat sich gezeigt, dass eine nur punktuelle Bekämpfung wenig sinnvoll ist“, heißt es in der Vorlage. Um das möglicherweise massenhafte Vorkommen in den kommenden Jahren systematisch und effektiv zu bekämpfen, sei es erforderlich, ein entsprechendes Maßnahmenkonzept und die dazu benötigten Haushaltsmittel bereitzustellen. Die Verfügbarkeit externer Firmen sei zuletzt nicht immer gegeben gewesen. Für eine weitere Beauftragung müsste ein Rahmenvertrag geschlossen werden. Die Kosten sind bislang nicht ermittelt.

Textmarker markieren die Befallsstellen. Der Schwerpunkt liegt klar im Außenbereich. Foto: Stadt Ahlen

Die Verwaltung schlägt nun vor, zwei neue Mitarbeiter – auf zwei Jahre befristet – im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner einzustellen. Personalkosten: 94 000 Euro. Sollte es in den Wintermonaten Zeiten geben, in denen es keine Aufgaben im Zusammenhang mit der Kartierung, Kontrolle und Bekämpfung gebe, würden die beiden Kollegen mit Aufgaben der Grünpflege betraut.

Feine Haare bilden weiter eine Gefahr

Vorteil eigener Kräfte: Bisher wurde nur punktuell auf Meldungen reagiert, nicht agiert. Eine dauerhafte Bekämpfung erscheint nur möglich, wenn so viele Nester wie möglich, nicht nur bei relevanter Gefährdung von Menschen, entfernt werden. Weiter schreibt die Stadt: „Auch die nach einer Verpuppung verbleibenden Nester enthalten Haare, die weiterhin eine Gefahr darstellen. Aus der Befallskarte ergibt sich, dass im Außenbereich ganze Alleen von jeweils mehr als 100 Bäumen befallen sind. Auch diese Nester sollen, unabhängig von den in der Matrix als Gefahrenabwehr erforderlichen Maßnahmen zukünftig möglichst flächendeckend abgesucht werden.“ Für die Beseitigung auf privaten Grundstücken, wird angemerkt, sei ausschließlich der Eigentümer zuständig.

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