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Bunter Themenmix im Betriebsausschuss

Kein Kandidat für Kläranlagen-Leitung

Ahlen

Bei der Besetzung ihrer Leitungsstelle in der Kläranlage scheint die Stadt Ahlen vom Glück verlassen. In einer erneuten Ausschreibung wird jetzt höher dotiert ein neuer Anlauf genommen. Mehr zu diesem Thema und zu anderen im Betriebsausschuss...

Von Ulrich Gösmann

Der Betriebsausschuss folgte einer Empfehlung der Betriebsleitung, die vakante Stelle des Betriebsleiters der Kläranlage jetzt höher dotiert auszuschreiben. Foto: Ulrich Gösmann

Ein ausgebrannter Unimog, der zwingend ersetzt werden muss. Eine vakante Stelle als Leiter der Kläranlage, für die sich kein Kandidat findet. Und 56 Laternen, die an der Hammer Straße demontiert werden sollen: Im Betriebsausschuss ging‘s am Dienstagnachmittag in über zweistündiger Sitzung von einem Thema ins andere. Hier die Ausschusssplitter:

Brennender Unimog: Eintechnischer Defekt ließ im August einen Universalunimog der Ahlener Umweltbetriebe in Flammen aufgehen (wir berichteten). „Wir benötigen zwingend einen neuen“, betonte AUB-Leiter Michael Morch im Betriebsausschuss. Das Fahrzeug werde vornehmlich zur Pflege von Grünflächen im Außenbereich eingesetzt, darunter zum Schnitt von Wallhecken an landwirtschaftlichen Wegen. Der Ausschuss votierte dafür, im Wirtschaftsplan außerplanmäßig 249.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Josef Weber (BMA) fragte nach, was von der Versicherung zu erwarten sei. Morch rechnete vor, dass das Fahrzeug über acht Jahre in der Abschreibung gestanden habe und fünf Jahre im Einsatz gewesen sei. Blieben unterm Strich drei Jahre Versicherungsprämie.

Ein Unimog der Ahlener Umweltbetriebe brannte am 23. August vollständig aus. Der Betriebsausschuss gab den Weg für eine Neuanschaffung frei. Ein Unimog der Ahlener Umweltbetriebe Foto: Max Lametz

Straßenbeleuchtung Hammer Straße: 56 Beleuchtungsmasten sollen entlang der Hammer Straße ersatzlos demontiert werden. Das lässt Energieeinsparungen von 17.500 Kilowattstunden pro Jahr erwarten. Ebenso entfällt der Unterhaltungsaufwand. Karl-Heinz Jonscha (CDU) interessierte die Kostenrechnung. „Das amortisiert sich in acht Jahren“, rechnete Dennis Hadrika, Stellvertreter des zweiten Betriebsleiters der Ahlener Umweltbetriebe, vor. Pro Mast fielen 1000 Euro für die Demontage und Entsorgung an. Demgegenüber stünden jährliche Energieeinsparungen von 6500 Euro. Der Ausschuss votierte einstimmig.

Baudezernent Thomas Köpp

Kläranlage ohne Leitung: Baudezernent Thomas Köpp machte es dringend: „Wir sollten auf einen Ingenieur setzen. Sonst fliegt uns der Laden auseinander.“ Seit zwei Jahren ist die Leitungsstelle der Kläranlage unbesetzt. Zwei Ausschreibungen, so AUB-Leiter Michael Morch, seien erfolglos geblieben. Mehr noch: Zwei Neueinstellungen hätten schnell wieder einen Rückzieher gemacht. Andreas Schröter, AUB-Finanzsachbearbeiter, konkretisierte einen Fall, in dem eine Neueinstellung gleich nach Sendenhorst abgewandert sei. „Kleinere Anlage, gleiches Geld.“ Größtes Problem: die Entgeltstruktur. Der Betriebsausschuss folgte einem Vorschlag der Betriebsleitung, in einem neuen Anlauf einen höher dotierten Ingenieur der Fachrichtung Abwassertechnik auszuschreiben. Baudezernent Köpp rückte den anstehenden Umbau der Kläranlage mit einem Kostenvolumen von geplanten 43,5 Millionen Euro ins Blickfeld. Dazu bedürfe es jetzt dringend einer Besetzung der Leitungsstelle, um für den Parallelbetrieb aufgestellt zu sein.

Premiere für den neuen AUB-Leiter Michael Morch (Mitte) und auch für Dennis Hadrika, Stellvertreter des zweiten Betriebsleiters (r.). Vorsitzender Thomas Kozler hieß beide willkommen. Foto: Ulrich Gösmann

Appell an den Ausschuss: Michael Morch, neuer Leiter der Ahlener Umweltbetriebe, drängte es in seiner ersten Betriebsausschusssitzung nach einem Appell: das Großprojekt Klärwerk möglichst schnell über die Bühne zu bringen. Viele Kommunen stünden jetzt vor dem Schritt, ihre Anlagen den neuen gesetzlichen Anforderungen anzupassen. Jetzt heiße es, sich rechtzeitig die richtigen Partner zu sichern, die für diese Herkulesaufgabe benötigt würden.

Fehlender Containerstandort: Wo sind die Altglascontainer geblieben, die einst am rückwärtigen Bahnhofsparkplatz an der Industriestraße gestanden haben? Die, so Bernd Meiwes (SPD), seien im Zuge des Umbaus demontiert worden, aber bis heute nicht zurückgekehrt. Das zum Leidwesen gerade älterer und bewegungseingeschränkter Bürger. Die Verwaltung nahm den Hinweis auf.

Längere Recyclinghof-Zeiten auf Probe?

Längere Öffnungszeiten Recyclinghof: Michael Morch informierte auf BMA-Nachfrage über „finale Gespräche mit dem Personalrat“ am Donnerstag der nächsten Woche. Man hoffe auf Einigung für einen einjährigen Testlauf.

Parken Oestricher Weg: Josef Weber (BMA) gab erneute Anwohnerbeschwerden vom Oestricher Weg weiter. Wieder hätten Anwohner saftige Knöllchen bekommen, deren Fahrzeuge auf dem Schotterstreifen nahe der Kreuzung Hammer Straße gestanden hätten. Die Verwaltung nahm die Beschwerde auf. Weber sprach von einem „großen Chaos“.

Jürgen Seiler (CDU)

Querungshilfen Gemmericher Straße: Für die Christdemokraten kündigte Jürgen Seiler an, mit Nein zu stimmen: „Die CDU sieht keine Notwendigkeit für eine weitere Querungshilfe.“ Jeder wegfallende Parkplatz treffe die Kaufmannschaft. Unverständnis äußerte Bernd Meiwes (SPD): Gerade an Samstagen ergäben sich sehr viele gefährliche Situationen, wenn Passanten etwa mit Rollator oder Kinderwagen die Fahrbahn überquerten. Gegen die Stimmen von CDU und FDP bei einer Enthaltung der BMA setzte sich die Verwaltungsvorlage mit acht Stimmen durch. Sie empfiehlt eine Kombination zweier Varianten in den Bereichen Eisdiele und Apotheke (60 000 Euro).

Wirtschaftswege: Nanu, plötzlich durchgehend 375.000 Euro für den Ausbau von Wirtschaftswegen? Bernd Meiwes (SPD) hatte im Wirtschaftsplanentwurf 2023 vertraute 150 000 Euro vermutet. Es sei an der Zeit, mit den Landwirten ins Gespräch zu kommen, deren Maschinenpark immer größer und schwerer werde. Hubertus Beier (CDU) verwies auf steigende Baumaterialkosten und die Notwendigkeit von Ausbesserungen. Selbst mit diesem Betrag komme man nicht weit. Dennis Kykal (CDU) fragte, ob die Zahl ausgewürfelt sei. Kämmerer und AUB-Finanzsachbearbeiter traten mit in die Diskussion ein. Dirk Schlebes merkte kurz an, dass die Landwirte diesbezüglich bisher „etwas träge“ seien. Andreas Schröter warb schon jetzt per Handzeichen um Zustimmung. Ausschussvorsitzender Thomas Kozler winkte ab: Mitteilungsvorlage solle Mitteilungsvorlage bleiben.

AUB-Jahresabschluss fast eine Punktlandung

Straßenbau: Für die Professor-Hahn-Straße werden zusätzliche 90.000 Euro bereitgestellt. Die Maßnahme, die zeitlich in Verzug geraten war, verteuerte sich durch eine angeordnete Kampfmittelsuche. Für den Ausbau Piusstraße segnete der Ausschuss überplanmäßige Mittel von 135.000 Euro ab.

AUB-Jahresabschluss: „Fast eine Punktlandung“ habe der Wirtschaftsplan 2021 der Ahlener Umweltbetriebe hingelegt, lobte Wirtschaftsprüfer Markus Struckmeier zum Abschluss seiner halbstündigen Schnellanalyse des Jahresabschlusses der Ahlener Umweltbetriebe. Die Bilanzsumme habe um eine Million Euro gegenüber dem Vorjahr abgenommen und liege nun bei 114,5 Millionen Euro.

Der Jahresgewinn wird mit 1,85 Millionen Euro angegeben. Davon sollen 1,59 Millionen Euro an die Stadt Ahlen abgeführt werden. Der verbleibende Betrag in Höhe von 262.751 Euro soll auf eine neue Rechnung vorgetragen werden. Damit beträgt der Bilanzgewinn null Euro. Erstmals, so betonte der Geschäftsführer der WRG Audit GmbH aus Gütersloh, sei der neue Betriebshof ein volles Jahr in der Abschreibung enthalten. Die Entlastung der Betriebsleitung fiel erwartungsgemäß einstimmig aus.

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