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Ortsausschuss Vorhelm signalisiert Rückhalt

Kindergarten „Wibbelei“ soll erweitert werden

Vorhelm

Trotz der aktuellen Baupreisexplosion haben Investor, Träger und Stadtverwaltung eine Lösung gefunden, wie eine Erweiterung des Kindergartens „Wibbelei“ umsetzbar wäre. Der Ortsausschuss signalisierte einstimmig Rückhalt.

Von Christian Wolff

Aufgrund der dauerhaft starken Anmeldesituation in Vorhelm hat die Stadtverwaltung mit Investor und Träger eine Erweiterung des Kindergartens „Wibbelei“ um zwei Gruppen in den Stiel gestoßen. Die Baupreisexplosion und andere Hürden zwingen dabei zu neuen Lösungsansätzen. Foto: Christian Wolff

Einen Überraschungsbesuch, der ursprünglich gar nicht auf der Tagesordnung stand, stattete André Deppe dem Vorhelmer Ortsausschuss am Montagnachmittag ab. „Wenn Sie mich sehen, geht‘s meist um die Kindergartensituation“, sagte er. Tatsächlich überbrachte er im Namen der Verwaltung gute Nachrichten: Die Anmeldesituation sei positiv; sogar so gut, dass eine Kindergartenerweiterung notwendig ist.

Vorgesehen ist, die „Wibbelei“ im Eck Hauptstraße / Pankratiusstraße mit einem Anbau zu versehen. Um das trotz allgemeiner Kostensteigerung und anderer Hürden hinzubekommen, werde seitens der Stadt Ahlen der Trägeranteil des Investitionskostenzuschusses übernommen, eine anteilige Mietzahlung für eine neue Mensa gewährt und eine das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) übersteigende Mietzuzahlung bereitgestellt. Außerdem werde eine Vereinbarung mit dem Investor abgeschlossen, die über 25 Jahre gilt.

Frühe Anmeldungen im Dorf

„Die Situation hat sich so entwickelt. dass Kinder in Vorhelm wesentlich früher angemeldet werden als im Stadtgebiet“, berichtete André Deppe und lachte: „Manchmal sogar schon vor dem Geburtstermin.“ Daher sei der Bedarf an U2-Betreuungsplätzen, die es im Kita-Bereich nur in der Gruppenform II gibt, groß. Im Kindergarten „Wibbelei“, der von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betrieben wird, gebe es jene Gruppenform II, in der katholischen Einrichtung St. Marien aber noch nicht. Daher sei mit der Awo gesprochen worden, ob man sich eine Erweiterung der Einrichtung um zwei Gruppen – einmal Gruppenform II mit zehn Kindern im Alter von vier Monaten bis drei Jahren und einmal Gruppenform III mit 25 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren – vorstellen kann.

Deppe: „Sowohl Träger als auch Investor haben schnell ihr grundsätzliches Interesse an einer Erweiterung geäußert.“ Die weiteren Planungen seien zügig erfolgt, Baupläne wurden bereits dem Landesjugendamt vorgelegt. „Das Projekt war auf einem sehr guten Weg – und dann kam dieser Krieg“, bedauerte der Verwaltungsvertreter die Baupreisexplosion und die Steigerung der Kreditzinsen durch die Ukraine-Krise. Der Investor habe daraufhin signalisiert, dass eine Umsetzung des Projektes mit dem im Kinderbildungsgesetz festgelegten Mietzins von derzeit 9,02 Euro nicht möglich sei. „So ist die Überlegung entstanden, hier eine andere Variante zu wählen und die Investitionsförderungen für den Anbau in Anspruch zu nehmen.“ Dadurch werde der „Kibiz“-Mietzins massiv gedrückt, da eine Anrechnung der Fördermittel erfolge. „Für die Neubaufläche geht der Mietzins dann quasi gegen Null. Der Vorteil dieser Variante ist, dass der aufzunehmende und zu verzinsende Betrag massiv geringer wird.“

Gesamtkosten: 1,45 Millionen Euro

Die Gesamtkosten des Anbaus auf einer Fläche von 345 Quadratmetern nebst Umbauten im Bestand einschließlich Grunderwerb werden vom Architekten derzeit mit 1,45 Millionen Euro veranschlagt. Es ist nunmehr vorgesehen, dass der Träger die Investitionsförderung für 33 neue Plätze beantragt. Jeder neue Platz wird derzeit mit 33.000 Euro gefördert – das ergibt 1.089.000 Euro. Davon kommen 90 Prozent zur Auszahlung, abzüglich zehn Prozent Trägeranteil. Es verbleiben somit 980.100 Euro. Den Trägeranteil in Höhe von 109.000 Euro übernimmt, wie bei anderen Kita-Baumaßnahmen die Stadt Ahlen. „Somit hat der Träger die kompletten 1.089.000 Euro zur Verfügung“, sagte Deppe. Der Träger Awo wird davon Mittel für die Innenausstattung einbehalten und den Rest an den Investor für die Realisierung des Bauprojekts weitergeben.

Durch die Neu- und Umbaumaßnahmen entsteht in der Einrichtung eine Mensa. „Leider sind solche Essensbereiche in den geförderten Flächen nicht enthalten“, bedauerte André Deppe. „Da aufgrund der enorm gestiegenen Anzahl an Übermittagsbetreuungen die Sinnhaftigkeit solcher Essenbereiche aber erkannt worden ist, wurde hier bereits bei anderen Projekten beschlossen, die Träger mit der Hälfte der ,Kibiz‘-Miete für diese Flächen zu unterstützen, wenn Mensen eingerichtet werden.“ Der Beschluss hier einen Zuschuss zu zahlen, sei eine reine Einzelfallentscheidung und habe keine Auswirkung auf andere Kita-Bauprojekte.

Der Ortsausschuss begrüßte das Vorhaben einstimmig. Da jetzt eine Entscheidung herbeigeführt werden musste, um eine Umsetzung möglichst bis zum 1. August 2023 hinzubekommen, stimmte das Gremium direkt ohne Vorlage ab und gab das Thema damit in den nächsten Fachausschuss weiter. „Mit unserem Einvernehmen können wir das Verfahren beschleunigen“, erklärte Vorsitzender Hubertus Beier.

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