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Sachstandsbericht zur Planung für das neue Stadthaus

Kostensteigerung bei der Gründung

Ahlen

Konkrete Zahlen erfuhren die Mitglieder des Bauausschusses noch nicht von der Verwaltung. Nur so viel: Die Pfahlgründung für das neue Stadthaus verteuert sich gegenüber der bisherigen Kalkulation.

Von Peter Harke

Die Planung für das neue Stadthaus schreitet weiter voran. In der kommenden Woche will die Stadt den Förderantrag bei der Bezirksregierung einreichen, am 4. November soll der Rat den finalen Baubeschluss fassen, unter Ausklammerung der Außenanlagen. Foto: Gerber Architekten

„Wir haben immer kommuniziert, dass es ein sehr sportlicher Zeitplan ist“, schickte Florian Schmeing, Leiter des Zentralen Gebäudemanagements (ZGM) bei der Stadt, seinem Sachstandsbericht vorweg. Das war auch für die Kommunalpolitiker nicht neu. Überrascht waren die Mitglieder des Stadtplanungs- und Bauausschusses in dieser Woche aber von Schmeings Mitteilung, dass bis zum 4. November, wenn der Rat den finalen Baubeschluss für das neue Stadthaus fassen soll, voraussichtlich noch keine abschließende Kostenberechnung vorliegen werde. So gehe es nicht, empörten sich Petra Pähler-Paul (Grüne) und Martina Maury (BMA). Pähler-Paul sprach von einer Zumutung und warf die Frage der Mehrkostenhaftung auf, die zwischen der Stadt als Bauherrin und dem beauftragten Architekten vertraglich geregelt werden müsse.

Ausschussvorsitzender Matthias Harman (CDU) versuchte, die Wogen zu glätten, indem er vorschlug: „Warten wir mal den 26. Oktober ab.“ Dann soll in einer Sondersitzung des Fachausschusses die Entwurfsplanung durch die Verwaltung, den Architekten und den Projektsteuerer im Detail vorgestellt werden. Auch eine Visualisierung des Foyers, wie Professor Eckhard Gerber es sich vorstellt, wird es endlich zu sehen geben.

Außenanlagen kein Bestandteil des Förderantrags

Immerhin schon eine detaillierte Kostenschätzung erwartete Florian Schmeing vom Büro Gerber in Dortmund für den gestrigen Freitag. Auf deren Grundlage will die Stadt fristgemäß bis zum 30. September den Antrag auf Fördermittel des Landes bei der Bezirksregierung einreichen. Ausgespart werden sollen dabei zunächst die Außenanlagen. Hierzu gebe es noch Abstimmungsbedarf hinsichtlich verschiedener Aspekte wie der Parkplätze, der Einbeziehung der Werse in den Bürgercampus oder damit zusammenhängend auch Fragen des Hochwasserschutzes, legte der ZGM-Leiter dar. Dafür wolle man sich Zeit nehmen und darum auch beim Förderantrag jetzt erst einmal „auf das reine Stadthaus fokussieren“. Für die Außenanlagen wäre folglich zu einem späteren Zeitpunkt ein separater Baubeschluss zu fassen.

Florian Schmeing

Bezüglich der Architektur hätten sich gegenüber dem Siegerentwurf von Gerber keine wesentlichen Änderungen ergeben, abgesehen von einer Optimierung der Freitreppe im Innenbereich. Die Anforderungen an das Raumprogramm würden gemäß der Auslobung erfüllt. „Wir haben es mit einer Bruttogrundfläche von 8920 Quadratmetern zu tun und einer Nettoraumfläche von 7175 Quadratmetern“, erläuterte Schmeing.

Zur Gründung, die mittels verrohrter Bohrpfähle erfolgen soll, hatte der ZGM-Chef eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: „Wir müssen nicht so tief, wie wir geglaubt haben, zwischen 4,50 und 7,50 Meter.“ Die schlechte: Die Baugrube müsse mit Spundwänden gegen Grundwassereinbruch verbaut werden. Wie hoch der Aufwand genau sein werde, sei derzeit noch in der Prüfung, klar aber: „Das wird zu Mehrkosten führen.“

Sprinkleranlage bietet viele Vorteile

Auch eine brandschutztechnische Untersuchung des Entwurfs hat laut Schmeing inzwischen stattgefunden. Mit dem Ergebnis, dass eine flächendeckende Sprinkleranlage eingebaut werden soll. Dies biete eine größtmögliche Flexibilität bei der Gebäudenutzung, es würden keine Fluchtbalkone benötigt, die Nutzung des Foyers werde nicht eingeschränkt und Verbindungstüren seien nicht zwingend erforderlich.

Bezüglich des Technikkonzepts war, wie Schmeing in Erinnerung rief, bei der Auslobung des Architektenwettbewerbs eine Orientierung am Passivhausstandard gefordert worden, ohne Zertifizierung. Angestrebt werde nun aber doch ein zertifizierter Energiestandard, was zusätzliche Fördermöglichkeiten über die Städtebaumittel hinaus eröffne. Hintergrund: Im Rahmen des Klima­schutz­programmes 2030 hat die Bundes­regierung die Förderung für energie­effiziente Gebäude weiter­entwickelt. Zum 1. Juli ist die „Bundes­för­derung für effiziente Gebäude (BEG)“ bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gestartet. Aus diesem Topf könnte die Stadt eine 20-prozentige Bezuschussung zu den Baukosten abschöpfen.

Um insbesondere im Sommer für, so Schmeing, „humane Bedingungen“ in den Büros zu sorgen, wollen ZGM und Architekt nunmehr auf Kühlsegel setzen. Der Einbau einer Klimaanlage ist damit vom Tisch. Hierzu hatte sich die Politik auch bereits eindeutig ablehnend positioniert.

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