1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. „Kreislauf“ in einen neuen Alltag

  8. >

Die „Westfalen-Kaserne“ begrüßt 190 neue Rekruten

„Kreislauf“ in einen neuen Alltag

Ahlen

Rund 190 Rekruten haben am Montag ihren Dienst in der „Westfalen-Kaserne“ angetreten – so viele wie lange nicht, denn während der Hochphase der Corona-Pandemie war die Zahl neuer Soldaten begrenzt.

Von Christian Wolff

Ohne Antreten geht‘s nicht: Oberfeldwebel Jan Crne (r.) vermittelt diesen jungen Männern einen ersten Eindruck vom Leben in den Reihen der Bundeswehr. Foto: Christian Wolff

Die Atmosphäre in der Mehrzweckhalle an der Hammer Straße erinnert ein wenig an einen Flughafen: Gepäck türmt sich in einer Ecke, an verschiedenen Schaltern heißt es Schlangestehen und dazwischen stehen Sitzreihen im separaten Wartebereich. Doch die 190 jungen Leute, die an diesem Montag in der „Westfalen-Kaserne“ zusammenkommen, starten nicht etwa in einen Urlaub. Sie treten vielmehr in einen neuen Lebensabschnitt, einen völlig anderen Alltag ein.

Einschleusung neuer Rekruten in der Westfalen-Kaserne Foto: Christian Wolff

„Wir begrüßen heute eine stolze Zahl neuer Rekruten in Ahlen“, sagt Oberstabsfeldwebel Stefan Sprenger. Die fünfte Kompanie des Panzerbataillons 203, die für die Ausbildung verantwortlich zeichnet, hat zur Einschleusung ihr bewährtes Kreislaufsystem erstellt, bei dem alle Neuzugänge nach und nach mit den wichtigsten Gegebenheiten der Bundeswehr und des Standorts vertraut gemacht werden. Ausgabe der Schlüssel, Eintragung in diverse Unterschriftenlisten, Medizincheck und Coronatest inklusive. Letzterer erweist sich erneut als sinnvoll: „Wir haben heute schon zwei Kameraden herausgefischt, die positiv sind“, so Sprenger. Für die geht es zwar fünf Tage in Isolation, aber ihren Dienst werden sie dennoch antreten können. „Am Mittwoch folgt die nächste Testung.“

Impression von der Einschleusung. Foto: Christian Wolff

Von den 190 Rekruten sind 25 noch minderjährig, werden aber im Laufe des Ausbildungsquartals 18. Zehn Prozent sind weiblich. Daraus speisen sich vier Ausbildungszüge mit jeweils fünf Gruppen. Die sogenannte Kohortenregelung, die während der Hochphase der Corona-Pandemie für eine gewisse Gruppentrennung sorgte, werde übrigens beibehalten, so der Oberstabsfeldwebel im Redaktionsgespräch. Wer „bei der Stange bleibt“, zelebriert in Gemeinschaft das Feierliche Gelöbnis, das derzeit noch terminiert wird.

Koffer über Koffer – wie am Flughafen. Foto: Christian Wolff

Die kommenden Wochen der Grundausbildung sind genau verplant, wie der Spieß auf farbig unterlegten Plänen aufzeigt: Formaldienst (erste Woche), Basisfitnesstest (zweite Woche), Helfer im Sanitätsdienst (dritte und vierte Woche), Waffen- und Gerätekunde (fünfte Woche), Schießen mit Handwaffen (sechste Woche), Gefechtsdienst (siebte Woche), Übungslager (achte Woche) und Rekrutenbesichtigung zum Abschluss in Augustdorf (neunte Woche) bilden die Kernthemen. „Meine Aufgabe ist, dass am Abend alle satt und zufrieden ins Bett gehen“, schiebt Stefan Sprenger mit einem Augenzwinkern hinterher. Das dürfte wohl bereits am ersten Tag gelungen sein.

Startseite
ANZEIGE