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Podiumsdiskussion bei Innosozial

Kulturevents leichter zugänglich machen

Ahlen

Warum erreichen viele Kulturveranstaltungen Menschen mit Migrationshintergrund nicht? Eine Podiumsdiskussion bei Innosozial versuchte, Antworten zu finden.

Von Martin Feldhaus

Nach der Podiumsdiskussion bei Innosozial kamen Teilnehmende und Organisatoren zum Gruppenbild zusammen. Foto: Martin Feldhaus

Kulturelle Teilhabe ist ein essenzielles Gut. Kultur fördert den sozialen Zusammenhalt und ist ein Motor der Integration. Aber warum spiegelt sich der hohe Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte in Ahlen nicht in der Teilhabe und Mitwirkung dieser Menschen am kulturellen Leben wider? Diese Frage und verschiedene Ansätze zur Stärkung der kulturellen Teilhabe standen am Mittwoch im Zentrum einer Podiumsdiskussion bei Innosozial unter dem Titel „Kulturelle Teilhabe von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“, an der sich Politiker und Kulturvertreter beteiligten.

Ergebnisse einer Studie

Den ersten Aufschlag machte Benedikt Ruhmöller, der die Ergebnisse einer Studie präsentierte und Antworten lieferte: „Zugewanderte Menschen haben nachdrücklich die Erwartung geäußert, die kulturellen Angebote aktiv mitgestalten zu dürfen“, beleuchtete er einen wichtigen Aspekt. Gegeben sei dies bereits in der Schuhfabrik, der Stadtbücherei sowie bei „Ahlen zeigt Flagge“ und „Fiesta Mexikana“. Davon müsse man lernen: „Die Kulturförderung der Stadt sollte sich zum Leitbild der Interkulturalität bekennen“, so der ehemalige Bürgermeister.

Was könnte die Stadt denn konkret anders machen? Auf diese Frage von Moderatorin Lisa Voß-Loermann entwickelten die Teilnehmenden unterschiedliche Ansätze. Einen flammenden Appell hielt Rocio Siekaup (Internationales Frauenfrühstück). „Neugierig sein, sich öffnen und rausgehen“ sei für kulturelle Teilhabe essenziell. „Alle Seiten müssen sich öffnen“, unterstrich auch Maria Usai (Integrationsrat).

Doch warum fällt gerade das vielen Menschen mit Migrationshintergrund schwer? „Sie wollen gestalten und nicht gestaltet werden“, so Grünen-Landtagskandidat Ali Baş.

Stadtfest „schlecht erreichbar“

Als kulturelles Angebot, das Menschen mit Migrationshintergrund eher schlecht erreicht, wurde unter anderem das Stadtfest identifiziert. „Sollte man es vom Marktplatz in die Kolonie verlagern?“, warf Lisa Voß-Loermann eine Idee in den Raum. Das Echo darauf fiel geteilt aus. „Stadtfest ja, aber auch auf dem Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz“, favorisierte Reiner Jenkel (Die Linke) eine zweigleisige Lösung. „Warum nicht ein Straßenfest und unter die Bahnlinie gehen“, schlug SPD-Landtagskandidat Frederik Werning vor. Ein solches Format hätte etwas Verbindendes. Weitere Überlegungen kreisten unter anderem um ein städtisches Fastenbrechen sowie interreligiöse Weihnachtsfeiern und weitere Städtepartnerschaften.

Ferner kam die Frage auf, wie sich mehr Ahlener für die Hochkultur der Kunst begeistern lassen. „Mir ist klar, dass ein Museum ein barrierebehafteter Raum ist“, räumte Dr. Martina Padberg, Leiterin des Kunstmuseums, ein. Es sei aber das Bestreben, „ein offenes Haus“ zu sein. Deshalb soll es künftig mit dem ersten Mittwoch im Monat einen festen Tag geben, an dem der Eintritt ins Museum frei ist. Zudem will die Leiterin an der Stellschraube der Ausstellungsinhalte ansetzen: „Wir zeigen in der Regel europäische und nordamerikanische Kunst“, stellte sie fest und äußerte Überlegungen hinsichtlich einer Ausstellung zu türkischen Künstlern.

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