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Zeche beteiligte sich am Denkmaltag

Kumpel wissen: Der Kübel war das „Dixi-Klo“ des Bergmanns

Ahlen

Auch die Zeche Westfalen öffnete am Tag des offenen Denkmals wieder ihre Tore für Besucher. Und einen der beiden Fördertürme von Schacht 1 / 2.

-pes-

Detlef Aßmann und Jürgen Sitarek erzählten Geschichten aus dem Alltag auf „Westfalen“ Foto: Peter Schniederjürgen

Rund 100 Jahre prägte die Zeche Westfalen das Gesicht und soziale Leben der früheren Ackerbürgerstadt Ahlen. Aufgrund dieser ansehnlichen Tradition haben sich die Kumpel und mittlerweile auch viele andere Bergbaubegeisterte zum Bergbautraditionsverein zusammengeschlossen, um diese zu bewahren.

Ihr Domizil ist der ehemalige Grubenwehrraum. Hier hat der Verein seine umfangreiche Sammlung von Bergbaugeräten und Artikeln des Alltags auf dem Pütt ausgestellt. Das Museum war am Wochenende zum Tag des offenen Denkmals erneut Ziel zahlreicher Bergbaufans.

Was wären diese Geräte, Maschinen und Alltagsgegenstände ohne die lebendigen Geschichten derer, die jahrzehntelang tief unter der Stadt aktiv waren? Nun erzählten die Ex-Kumpel Detlef Aßmann und Jürgen Sitarek vom Leben und Arbeiten „auf’m Pütt“. Um das plastisch darzustellen, haben die ehemaligen Bergleute auf der Zeche einen Teil einer Strecke nachgebaut. Grubenbahnen, Gezähe (Bergmännisch für Werkzeuge), Fahrten und mehr füllen diesen bedrückend engen Gang.

Wo konnte sich der Kumpel erleichtern?

„Wir haben auch eine neue Attraktion“, zwinkerte Detlef Aßmann. So eine Schicht Untertage war lang. Da war trotz großer Hitze ein menschliches Rühren im unteren Körperbereich fast unvermeidlich. Aber wo konnte sich der Kumpel erleichtern? „Dafür gab’s den Kübel“, zeigte Jürgen Sitarek. Eine frühe Version des oft etwas anrüchig anmutenden „Dixi-Klos“. So etwas hatten die Kumpel in der Tiefe. „Gewartet wurde der durch den ,Kübelmajor‘ der die Dinger entleert und instandgehalten hat“, berichtete Aßmann.

Gleich daneben haben die Bergbaufreunde eine Sprengwand dargestellt. „Die dunkle Fläche ist das Flöz“, zeigte der Ex-Bergmann. Rote Punkte zeigten die Sprengladungen, die der Schießmeister in die Wand gesteckt hat.

Natürlich sorgte der Verein auch für das leibliche Wohl seiner Gäste. Das war auch nötig. Denn nach dem Besuch „unter Tage“ bestand am Nachmittag die Möglichkeit, den Förderturm zu besteigen und die Aussicht über Ahlen zu genießen.

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