Gemeinschaftsunterkunft am Hermesweg

Kurzfristig auch bis 100 Personen Belegung

Dolberg

Wie viele Menschen verkraftet die städtische Gemeinschaftsunterkunft am Hermesweg? Darüber entbrannte im Ahlener Integrationsrat eine kontroverse Diskussion.

Dierk Hartleb

Die künftigen Belegungsgrenzen der Gemeinschaftsunterkunft in Dolberg sorgten in der Sitzung des Integrationsrates für einen Zwist mit den CDU-Vertreterinnen. Foto: Ulrich Gösmann

Die Gemeinschaftsunterkunft in Dolberg sorgte am Montagnachmittag einmal mehr für Kontroversen: In der Sitzung des Integrationsrates zeigten sich die beiden CDU-Vertreterinnen, Iris Binder und Tanja Lehmann, unzufrieden darüber, dass die maximale Belegungsgröße 100 Personen betragen soll. „Das sind unserer Meinung nach zu viele“, argumentierte Lehmann.

Ulla Woltering versuchte, dagegen zu halten. „Im Regelfall soll die Gemeinschaftunterkunft nur mit 50 Personen belegt werden“, erklärte sie. Nur bei einer kurzfristigen Erhöhung der Zuweisungen soll diese Zahl auf 100 erhöht werden dürfen, so die zuständige Fachbereichsleiterin weiter. Wenn absehbar sei, dass dauerhaft mehr Menschen kämen, „wird nach einem einzuholenden Ratsbeschluss eine zweite Einrichtung im Stadtgebiet eröffnet.“ Diese bereits in der Vorlage enthaltende Ergänzung vermochte die CDU-Mitglieder ebenso wenig umzustimmen wie der Hinweis Wolterings, dass der Formulierung ein einjähriger Beratungsprozess der Gremien vorausgegangen sei, in den auch die Anwohner in Ostdolberg einbezogen gewesen seien. Die Beratung in diesen Gremien, in denen auch die CDU vertreten gewesen sei, wie die SPD-Fraktionschefin Gabi Duhme anmerkte, sei sehr aufwendig und mühsam gewesen, berichtete Ursula Woltering; zeitweise sei um jedes Wort gerungen worden.

Gabi Duhme appellierte an die Christdemokratinnen, Alternativvorschläge zu un­terbreiten. Eine Verlegung der Gemeinschaftsunterkunft an einen anderen Ort im Stadtgebiet halte sie nach den bislang getätigten Investitionen am Standort – zurzeit wird ein kompletter Flügel überholt – nicht für sinnvoll und finanziell vertretbar.

Unterstützt wurde Gabi Duhme von ihrem Fraktionskollegen Bernd Meiwes, der erklärte, dass man bei einer erhöhten Zuweisung nicht erst warte, bis die Zahl 100 erreicht sei, sondern sich schon vorher nach Alternativen umschaue. „Wir reagieren nicht erst, wenn die Zahl 100 erreicht ist“, kündigte Meiwes an.

Kritik an der CDU-Haltung äußerten auch Petra Pähler-Paul, Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen, und BMA-Ratsfrau Martina Maury, die ebenfalls Alterativvorschläge vermissten und die CDU aufforderten, einen entsprechenden Antrag an den Rat zu stellen. Abschließend wandte sich der Vorsitzende des Integrationsrates, Ilkay Danismaz, an die Teilnehmer und empfahl, den Beschlussvorschlag ohne Änderung anzunehmen.

Da auch noch die weiteren Ausschüsse ein Wörtchen in dieser Angelegenheit mitreden, hat die CDU noch Gelegenheit, ihre Bedenken konstruktiv einzubringen. Gegen die Stimmen der CDU stimmte der Integrationsrat der Vorlage zu.

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