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Kartoffel- und Kürbisfest auf dem Zechengelände

Leckermäulchen kommen auf ihre Kosten

Ahlen

Immer mehr Menschen ließen sich am Wochenende vom schönen Wetter zur Zeche locken. Und da gab es einiges zu sehen.

Von Martin Feldhaus

Die Kürbiszeit ist da: Das wurde am Samstag und Sonntag auf dem Zechengelände gefeiert. Zum Kürbis- und Kartoffelfest hatten sich auch diese lustigen orangefarbenen Gesellen eingeladen. Foto: Martin Feldhaus

Nur eine Beilage auf dem Teller? Von wegen. Kartoffeln und Kürbisse können so viel mehr. Das wurde am vergangenen Wochenende bei der dritten Auflage des Kartoffel- und Kürbisfestes auf dem Zechengelände deutlich, wo die beiden Feldfrüchte mit ihrer ganzen Vielfalt am Samstag und Sonntag im Mittelpunkt standen.

So etwa am Stand vom Hof Eckervogt, wo Jutta Eckervogt Kürbisse in allen denkbaren Varianten und Größen im Gepäck hatte. Zierkürbisse und Speisekürbisse in unterschiedlichen Farben und Größen lockten zahlreiche Besucherinnen und Besucher an, die durchaus überrascht davon waren, was ein guter alter Kürbis alles so kann. Er ist nämlich eben nicht nur eine schnöde Beilage, sondern lässt sich etwa auch zu leckerer Kürbismarmelade verarbeiten, gar als Kürbisbier genießen oder aber nutzen, um eine Pasta zu kreieren. „Wir bieten seit zwei Wochen eigene Kürbisnudeln an“, betonte Jutta Eckervogt. Die werden von den „Nudelhühnern“ mit Eiern vom Hof Mertenskötter produziert.

Jutta Eckervogt hatte unter anderem Kürbisbier und Kürbispasta im Angebot. Foto: Martin Feldhaus

Neues gab es auch von der Kartoffel – und zwar die Sorte Glorietta. „Wir haben sie dieses Jahr zum ersten Mal ausprobiert“, erklärte Hermann Stratmann (Hof Stratmann), der einige der schmackhaften Knollen unter die Gäste brachte und auch selbst produzierte Zwiebeln dabeihatte. Produkte, die der in der Bauerschaft Gemmerich gelegene Hof Stratmann auch im eigenen Hofladen anbietet, der ein kompletter Selbstbedienungsladen ist.

Bei Hermann Stratmann gab es die neue Kartoffelsorte Glorietta. Foto: Martin Feldhaus

Neben den beiden Erdfrüchten gab es auf dem Herbstmarkt aber natürlich auch viele weitere Stände, die Gewürze, Kleidung, Bücher oder echte Handwerkskunst anboten. So etwa bei Ludger Steven, der seine Holz- und Drechselkunst live vorführte. Aus Hölzern wie Eibe und Buche aus dem eigenen Garten oder umliegenden Wäldern kreierte er schöne Dekorationsartikel wie Äpfel und Pilze oder auch Obstschalen.

Für echte technische Leckerbissen sorge zudem der Schlepperstammtisch Dolberg, der beim Herbstmarkt erneut zahlreiche nostalgische Gefährte präsentierte, so dass technikaffine Besucher ebenfalls auf ihre Kosten kamen. „Wir freuen uns, dass wir wieder eingeladen wurden“, sagte Vorsitzender Dirk Wehler. Insbesondere für die Kinder sei es jedes Mal „schön, die alte Technik kennenzulernen“ und einmal hinter dem Lenkrad der imposanten Trecker Platz zu nehmen.

Auch bei der dritten Auflage dabei: Die Schlepperfreunde Dolberg mit ihren historischen Gefährten. Foto: Martin Feldhaus

Ein besonderer Höhepunkt wartete auf die Besucherinnen und Besucher zudem am Sonntagmittag beim ökumenischen Open-Air-Gottesdienst an der Flöz-Bühne unter der Leitung von Willi Stroband, der vor allem viele Familien anlockte. Dabei, natürlich, im Mittelpunkt: die Kartoffel. „Früher wussten die Menschen ja gar nicht, dass man die Knollen essen kann“, verdeutlichte Willi Stroband und verriet augenzwinkernd ein kleines Geheimnis: „Ich mag Kartoffeln als Pommes und liebe Chips.“

Roswitha Philips präsentiert die Ergebnisse der Holz- und Drechselkunst. Foto: Martin Feldhaus

Gegen Nachmittag zog es immer mehr Ahlener raus auf die Zeche Westfalen. „Es braucht nach Corona alles noch ein bisschen Zeit, aber der Weg zur Normalität wird weiter gegangen“, zog Klaus Thiesing von Eventa als Veranstalter ein positives Fazit. Insbesondere beide Nachmittage seien bei strahlendem Sonnenschein gut besucht gewesen und zeigten: Kartoffeln und Kürbisse haben nicht nur das Zeug zur Beilage, sondern auch zum Besuchermagnet. Damit das auch so bleibt, hat Klaus Thiesing schon Ideen für die kommenden Auflagen: „Wir wollen die Landwirtschaft stärker einbinden“, betonte er. Und: Auf dem Herbstmarkt soll es vor allem hochwertige Artikel geben.

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