1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Leichtathletik als Völkerverständigung

  8. >

„Kulturkeller“ blickt in 50-jährige Geschichte der LG Ahlen

Leichtathletik als Völkerverständigung

Ahlen

Vor einem halben Jahrhundert ist die Leichtathletik-Gemeinschaft Ahlen gegründet worden. Eine neue Ausstellung im „Ahlener Kulturkeller“ gibt nun tiefe Einblicke in Triumphe wie Niederlagen.

wn

Wolfgang Kuhn schwelgt in Erinnerungen. Bei den Westfalenmeisterschaften im Jahr 1971 lief er die 100 Meter in genau 10,9 Sekunden. Foto: LG Ahlen

Leichtathletik in Ahlen: Das ist offensichtlich ein Angebot, das ankommt. Denn die 50-jährige Geschichte der Leichtathletik-Gemeinschaft (LG) Ahlen ist gespickt mit überragenden Athleten und unvergessenen sportlichen Triumphen.

Einer, der diese großen Erfolge allesamt miterlebt hat, ist Dieter Massin. Das Leichtathletik-Urgestein hat im „Ahlener Kulturkeller“ jetzt in der Ausstellung „50 Jahre LG Ahlen – Eine Erfolgsgeschichte“ viele dieser großen Momente anhand von Exponaten aufbereitet und lädt zu einer spannenden Zeitreise in die Sportgeschichte ein.

„Ich könnte mit dem Material noch locker drei weitere Ausstellungen machen“, verdeutlichte Massin bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag, dass es Anne Ronig, Hans Sudhoff und ihm sehr schwergefallen sei, eine Auswahl zu treffen. Kein Wunder, denn schließlich blickt die LG Ahlen auf 206 Westfalenmeistertitel, 82 Erfolge bei Westdeutschen Meisterschaften und sogar zehn Siege bei Deutschen Meisterschaften zurück.

Da liegt es in der Natur der Sache, dass es zahlreiche überragende Sportler gab. Einige von ihnen werden in der Ausstellung porträtiert. So zum Beispiel Thomas Steiner, der im Jahr 1973 in Koblenz bei den Deutschen Meisterschaften über 100 Meter im Schülerbereich gewann und dem Verein so einen der zehn Deutschen Meistertitel seiner Geschichte bescherte. Oder auch Christian Thomas, der 1987 als Bronzemedaillen-Gewinner bei den Hallen-Europameisterschaften in Lievin (Frankreich) mit 8,13 Metern seinen größten internationalen Erfolg errang.

Dieter Massin mit dem ersten Trikot der Leichtathleten. Foto: LG Ahlen

Einen persönlichen Erfolg entdeckte am Sonntag auch Wolfgang Kuhn in einem alten Zeitungsbericht: Bei den „Regen-Westfalenmeisterschaften“ in Lüdenscheid lief er im Jahr 1971 die 100 Meter in 10,9 Sekunden. „Super, da kommen Erinnerungen hoch“, freute sich Kuhn, als er den damaligen Zeitungsbericht in der Ausstellung fand.

Doch natürlich sind es nicht nur die sportlichen Erfolge, die die Geschichte des Vereins prägen, sondern auch die Geschichten um den Sport herum. „Wir haben Völkerverständigung gelebt, denn bei uns gab es keine Mauer und keine Grenzen“, blickte Massin in eine Zeit zurück, als der Eiserne Vorhang Europa trennte, die Leichtathleten aber ihre Kontakte in den Osten aufrechterhielten. So fanden zum Beispiel im Jahr 1984 im damals taufrischen Sportpark Nord die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften und ein Länderkampf des DLV mit der UdSSR statt. Hier wurde auch das Maskottchen „Deumel“ geboren, das der LG Ahlen noch heute Glück bringen soll.

Maskottchenb: der Deumel. Foto: LG Ahlen

In Ahlen fanden im Laufe der Jahre 25 Deutsche Meisterschaften in verschiedenen Formen statt, bei denen jeweils bis zu 600 Vereine in die Wersestadt kamen. Ein Erfolg, der ohne die Stadt Ahlen nicht möglich gewesen wäre. „Die Stadt hat uns mit dem Sportpark Nord eine exzellente Anlage zur Verfügung gestellt“, betonte Massin. Dessen Geschichte ist in der Ausstellung ebenso aufbereitet wie zahlreiche Medaillen, eine Trikotsammlung und Zeitungsartikel aus über fünf Jahrzehnten.

Wer im „Ahlener Kulturkeller“, Sedanstraße 112, in die Historie der Leichtathletik in Ahlen eintauchen möchte, kann dies am Sonntag, 30. August, von 11 bis 14 Uhr sowie am Mittwoch, 2. September, und Samstag, 5. September, jeweils von 17 bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Telefon 55 03.

Startseite