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Polizeiliche Kriminalstatistik für 2020

Messerattacken mit dramatischen Folgen

Ahlen

Die gute Nachricht vorweg: Die polizeiliche Kriminalstatistik für 2020 weist mit 59,25 Prozent eine höhere Aufklärungsquote als 2019 auf. Zuvor lag sie bei 55,28 Prozent.

Christian Wolff

Messerattacken sorgten 2020 mehrfach für Schlagzeilen. Im April setzte die Polizei am Kastanienweg Spürhunde ein. Foto: Christian Wolff

Auch wenn der Mord an dem 34-jährigen Koch Thomas A. wohl jedem Ahlener in den Sinn kommt, wenn er an die schlimmsten Straftaten des Jahres 2020 zurückdenkt – in der aktuellen Kriminalitätsstatistik, die am Montag im Warendorfer Kreishaus vorgestellt wurde, kommt dieser Fall nicht vor.

Koch-Mord noch nicht in der Statistik

Das liege daran, dass in die Auswertung nur jene Fälle einfließen, die polizeilich ausermittelt und gegebenenfalls an die Staatsanwaltschaft übergeben worden sind, sagt Polizeisprecherin Susanne Dirkorte-Kukuk. „Bei dem Koch wird ja gerade noch unter Hochdruck ermittelt.“ Daneben spiele es natürlich auch eine Rolle, dass sich die Tat sehr spät im Jahr ereignet hat.

In der Kategorie „Straftaten gegen das Leben“ taucht Ahlen dennoch zweimal unrühmlich auf. Am 15. April kam es in einer Wohnung zu einer sexuellen Belästigung der Wohnungsinhaberin, worauf vor der Haustür mehrere anwesende Personen in Streit gerieten und ein 17-Jähriger durch Stiche mit einem Messer in den Hals lebensgefährlich verletzt wurde. Der 21-jährige männliche Täter wurde festgenommen und befindet sich in Haft. Aktuell vor Gericht steht ein 55-Jähriger, der am 5. Oktober ein Café betrat und aufgrund eines vorausgegangenen Streits auf einen 43-Jährigen mit einem Küchenmesser einstach. Auch hier waren lebensgefährliche Verletzungen die Folge. Apropos Messerattacken: Davon gab es in der Wersestadt noch einige mehr, die glücklicherweise nicht immer derart dramatisch endeten.

Fünf Vergewaltigungen registriert

52 Taten richteten sich im abgelaufenen Jahr gegen die sexuelle Selbstbestimmung, wovon fünf als Vergewaltigung eingestuft wurden. 538 sogenannte Roheitsdelikte wurden angezeigt, davon15-mal Raub und 383 Körperverletzungen – sieben mehr als 2019. Genau 984 Diebstähle stehen in der Statistik. Weniger als im Vorjahr (1106). Den größten Teil davon machen nach wie vor die Fahrraddiebstähle aus (201), danach folgen Ladendiebstähle (130) und Geschäftseinbrüche (14). Die Straßenkriminalität schlägt mit 888 Fällen zu Buche, die Gewaltkriminalität mit 102 Fällen. Damit sind die Zahlen nicht weit entfernt vom Vorjahresniveau. Ähnlich verhält es sich bei den Rauschgiftdelikten (2020: 213; 2019: 208). Außerdem gab es 380 Betrugsfälle und 486 Sachbeschädigungen.

Ein Blick auf die Gesamtstatistik aller Straftaten zeigt aber auch, dass die Aufklärungsquote gestiegen ist. Sie lag 2019 bei 55,28 Prozent und erreichte nun 59,25 Prozent.

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