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Anno-Verlag präsentiert Gedichtband

Mit „Berührungen“ unvergessen

Ahlen

Der Ahlener Klaus Wieland hat schon immer geschrieben. Sein Gedichtband „Berührungen“ ist jetzt erschienen – wenige Wochen nach dem Tod des Autors.

wn

Bernd F. Krümmer stellt das Buch „Berührungen“ mit Gedichten von Klaus Wieland vor. Foto: Tegeler

Denker, Poet, Träumer, Maler, Dichter und Didgeridoospieler – so sah sich Klaus Wieland selbst. Dabei hatte der 64-Jährige auch einen bürgerlichen Beruf, war als gelernten Maschinenschlosser 28 Jahre auf Montage.

Wie gern hätte Klaus Wieland noch der Vorstellung seines Buches beigewohnt, das der Anno-Verlag im Mai veröffentlichte. Doch erst war es das Coronavirus, das eine öffentliche Buchvorstellung verhinderte, und dann war es der Knochenkrebs, der dem Dichter keine Gelegenheit mehr ließ, dabeisein zu können. Inzwischen ist Klaus Wieland verstorben.

Lyrik aus vielen Jahren

Sein Buch, das eine Gedichtsammlung beinhaltet, gewährt Einblick über ein in vielen Jahren entstandenes lyrisches Werk. „Begonnen zu schreiben habe ich im Alter von 16 Jahren, weil ich die die Menschen und die Welt nicht verstehen konnte“, heißt es in dem noch von Klaus Wieland verfassten Vorwort. Darin berichtet er in schmucklosen Worten, wie sehr ihm die heimtückische Krankheit zusetzt. Und dann wendet er sich unmittelbar an den Leser, dankt für den Blick ins Buch und endet mit der Aufforderung „Lassen Sie sich berühren“.

Das gelingt ihm schon mit dem ersten Gedicht mit dem Titel „Berührungen: „Was für ein Wunder ist es, wenn einen Augenblick lang unsere Seelen sich treffen und berühren, ohne Worte sich verstehen und die Wärme des Anderen sich anfühlt, als wenn es unsere eigene wäre.“

Darunter sind zwei bunte Steine abgebildet, die aus zwei Weltgegenden stammen, die noch viel von ihrem ursprünglichen Charakter haben: Australien mit den Aborigines und die Bretagne. „Ich verstehe dieses Volk sehr“, sagte der Autor über die australischen Ureinwohner, die Bretagne sei sein „Lieblingsland“. Ihr hat er auch das Gedicht „Au petit Martin“ gewidmet, in dem es heißt „Bonjour, kleine Wunder. In den Dünen, Stille, allein magische Momente, Akkordeonklänge . . .“

Seine Poesie bleibt

Klaus Wieland gelingt es, mit seinen Zeilen Stimmungen einzufangen und sie anschaulich mitzuteilen. Aus seiner Krebserkrankung macht er keinen Hehl, wenn er schreibt: „Unbemerkt und still bist du gekommen, hast dich herangeschlichen in meine Knochen, hast dich breitgemacht, ohne zu fragen . . .“

Den Kampf gegen die Krankheit hat Klaus Wieland verloren, seine Poesie bleibt dagegen erhalten.

„Berührungen“ von Klaus Wieland, herausgegeben im Anno-Verlag, ISBN 978-3-939256-91-5, 14.95 Euro

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