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Fritz-Winter-Gesamtschule

Mit Hartnäckigkeit zum Praktikumsplatz

Ahlen

Was nicht Corona nicht alles beeinflusst: die Praktika von Schülern zum Beispiel. 20 Jugendliche der Fritz-Winter-Gesamtschule hatten dennoch Erfolg bei der Suche nach einem Platz.

wn

Jan Berkemeier durfte bei seinem Praktikum auch mal Mini-Bagger fahren. Foto: Fritz-Winter-Gesamtschule

Frustrierend und allzu oft erfolglos: Die Suche nach einem Praktikumsplatz war für die Jahrgangsstufe zwölf der Fritz-Winter-Gesamtschule in diesem Jahr alles andere als einfach. Immerhin 20 Schülerinnen und Schüler konnten sich trotz Corona-Beschränkungen in vielen Betrieben vor Ostern einen Einblick ins Arbeitsleben verschaffen.

Gleich mehrere Schülerinnen gingen im Praktikum wieder in die Schule. Victoria Dramski an der Barbaraschule und Lucy Krefeld an der Edith-Stein-Schule in Oelde erlebten Wechselunterricht, Überwachung der Maskenpflicht oder den offenen Ganztag aus einer anderen Perspektive, Teresa Bruland an der Kardinal-von-Galen-Schule in Vellern aber auch pädagogische Konzepte wie jahrgangsübergreifende Klassen.

Fräsen und Bohren bei Kaldewei

Florian Groß-Albenhausen fräste, bohrte und schnitt Metall bei Kaldewei, Philip Peitz baute bei Veka Anlagen aus und ein, während sich Gil Dunker bei der Firma Dupont unter anderem mit den physikalischen und chemischen Eigenschaften von Nylon beschäftigte. Beim Sendenhorster Landschaftsbauer Schulze Balhorn durfte Jan Berkemeier auf den Mini-Bagger.

Mit Fingerabdrücken und Reisepässen hatte Seher Hacioglu in der Ausländerbehörde des Kreises zu tun. Ihr Praktikum empfand sie – auch wegen des Kontakts zu vielen unterschiedlichen Menschen – als sehr interessant. Bei Architektin Martina Maury musste David Tunc viel zeichnen, durfte aber auch Badezimmer entwerfen und bei Kundengesprächen dabei sein: „Das Praktikum hat mir sehr gut geholfen, mir eine Meinung zum Berufsfeld Architektur zu bilden, da ich noch nicht wusste, ob es das Richtige ist.“

Schülerin Lina Reher

Einen der wenigen möglichen Plätze im aktuell besonders belasteten Gesundheitsbereich konnte Lina Reher ergattern. Sie führte beim St.-Josef-Stift in Sendenhorst Gruppentherapien mit Rheuma- und Schmerzpatienten durch und begleitete eine Kunsttherapeutin. „Die Masken müssen natürlich durchgehend getragen werden und es werden Schnelltests gemacht, bevor man auf eine Station darf; aber trotz Corona gehen alle total offen miteinander um und es macht echt Spaß“, meint die Schülerin. Bei Tierärztin Irina Degen fühlte sich Johanna Perk vom Team „super lieb aufgenommen und direkt in die Arbeit integriert“. Auch sie gehört zu denen, die sich durch das Praktikum in ihrer Berufswahl bestätigt sehen.

Lessner froh über jedes Praktikum

Vor allem deshalb ist Lehrer Bernd Lessner, der sich um die Studien- und Berufswahl in der gymnasialen Oberstufe der Fritz-Winter-Gesamtschule kümmert, froh über jedes Praktikum in diesem Jahr. „Zum einen danke ich den Praktikumsbetrieben, die sich in der Pandemie trauten, Schüler in Büros oder Werkstätten zu lassen; zum anderen bewundere ich die Hartnäckigkeit mancher Schülerinnen, die sich auch durch Absagen nicht entmutigen ließen.“ Und so freut sich Lessner über Sätze wie die von Praktikantin Victoria Dramski: „Insgesamt hat mich Corona nicht um meinen Spaß gebracht. Durch dieses Praktikum weiß ich, dass ich Lehrerin werden will.“

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