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Ahlener Landwirte suchen Freiwillige für Ahrweiler

Mit Hochdruck im Hilfseinsatz

Ahlen / Ahrweiler

Wer macht mit? Ahlener Landwirte suchen Helfer für ihren nächsten Arbeitseinsatz in Ahrweiler. Der vierte ist gerade beendet.

Von Ulrich Gösmann

Norbert Huesmann mit Hochdruck bei der Arbeit: Landwirte aus Ahlen halfen drei Tage in Ahrweiler beim Kehraus. Foto: privat

Kaum zurück vom vierten Hilfseinsatz im Hochwasserschadensgebiet Ahrweiler, sehen sich Ahlens Landwirte in den Vorbereitungen für die vierte Fahrt. Und suchen Freiwillige, die für einige Tage mit anpacken. Mitte September soll es wieder losgehen.

Hermann Mehring ist zwar schon seit Donnerstag zurück in seiner Welt. Die Bilder aus Ahrweiler begleiten ihn aber weiter. Zusammen mit Norbert Huesmann, Hermann Tiggemann (Walstedde) und Frisch-Abiturient Justus Heimann (17) war er am vergangenen Montag mit vier Hochdruckgeräten zur Stelle. Auch wenn er vieles schon im Fernsehen gesehen hat: Live sei anders, auch und gerade durch die ganz persönliche Nähe zu den Betroffenen. Ein Privathaus, teils aus Holzständerwerk, sei bis unter die Decke geflutet gewesen. Draußen waren die Dachrinnen noch voll. Mit Schlamm. Und selbst auf dem Garagendach habe der Ballast noch gelegen. Praktische Hilfe sei das eine, die mentale eine andere. Das Zuhören, das Sprechen, das Perspektive zeigen. „Wir haben zum Schluss auch noch die Terrasse mitgemacht“, erinnert sich Mehring am Samstag im Redaktionsgespräch. „Der Hausbesitzer war so glücklich und hat erst mal seine Gartenstühle rausgestellt.“ Für ein kleines Stück Normalität.

Auch in drei Ladenlokalen packten die Helfer aus Ahlen mit an. Foto:

Ein anderer Arbeitseinsatz führte die Landwirte in drei nebeneinander liegende Ladenlokale. Einer der Betreiber habe ihnen Quartier gegeben. In einem seinerzeit nur halb überfluteten Raum hätten sie geschlafen. „Bei ihm gab‘s auch Frühstück und Abendbrot“, so Mehring.

Das, was Ahlens Landwirte an Technik mitgebracht hatte, war vom Fluss des Stroms und Wassers abhängig. Beides keine Selbstverständlichkeiten. Es kam zu Unterbrechungen. Mehring: „Das, was wir da mit unseren Geräten zusammengebaut haben, sah aus wie eine Herz-Lungen-Maschine.“

Ihre Hochdruckreiniger hatten die Ahlener gleich mitgebracht. Foto:

Mit dem guten Gefühl, einigen Betroffenen den Weg für den Wiederaufbau freigemacht zu haben, kehrten die vier Helfer am Donnerstag zurück. Wohlwissend, dass noch viel Arbeit in Ahrweiler warte. Auch für die Ahlener, die den nächsten Einsatz für Mitte September planen. Wer mit anpacken möchte, kann sich bei Norbert Huesmann unter der Nummer 8 61 76 melden. Das gerne schon zeitnah. Hermann Mehring spricht von einer Vorlaufzeit von zehn Tagen und mehr. „Je nachdem, wer sich meldet, muss man sehen, was getan werden kann.“ Der Kontakt zu Ahrweiler, den Ludger Schulze Horsel seinerzeit mit dem ersten Einsatz hergestellt hatte, steht für eine Hilfe, die ankommt.

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