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Gipfelstürmer zurück an der Kletterwand

Mit Vorsicht geht‘s wieder aufwärts

Ahlen

Es geht wieder aufwärts – in der Kletterhalle der Zeche Westfalen. Wer die Rockvibes in Ahlen erklimmt, hat es auf 18,50 Meter Höhe geschafft. Und das in diesen verregneten Ferientagen ganz trocken.

Von Ulrich Gösmann

Was für ein aufregender Ferientag: Mammutianer sind auch am Mittwoch Foto: Ulrich Gösmann

Keine Chance für den Regen, sich Gehör zu verschaffen. Dem kraftvollen Prasseln auf das Tonnendach der Kletterhalle auf der Zeche Westfalen setzen 29 Ferienkinder leidenschaftliche Fröhlichkeit entgegen. Die „Rockvibes“ – sie sind an diesem Mittwoch ein Glücksfall für die Macher der städtischen Mammut-Ferienspiele. Und die quirligen Mammutianer wiederum ein weiterer Motivationsschub für das Team um Gary Bilton und Daniel Venne, dass es endlich wieder aufwärts geht.

„Die Freude steckt uns alle an“, lässt Bilton gleich wissen. Freude, die auch seine Maske nicht verbergen kann. Zehn Monate Stillstand sind für den Moment vergessen. Morgen für Morgen stehen Mammutianer in kleinen Standortgruppen vor der Tür der Kletterhalle, um sich einer Herausforderung zu stellen, die in 18,50 Metern Höhe enden könnte, aber nicht muss. „Ein, zwei Naturtalente sind immer dabei“, verrät Bilton mit britischem Akzent. Und ist sich sicher, einige bald wiederzusehen. Vielleicht mit der Familie.

Gary Bilton in seinem Element. Ferienkinder wollen hoch hinaus. Foto: Ulrich Gösmann

Seit dem 3. Juni ist die „Rockvibes“, die im Dezember 2018 den Standort übernahm, zurück. Gary Bilton spricht von großartigen Stammkunden, die während der nicht enden wollenden Hängepartie ihren Beitrag geleistet hätten, durchzuhalten. Dass es die „Rockvibes“ heute noch gebe, dafür auch ein großer Dank für staatliche Unterstützung. Dennoch hätten nicht alle Mitarbeiter gehalten werden können. „Wir haben einige sehr gute Leute verloren.“ Der 50-Jährige hofft auf ein Comeback, wenn sich alles weiter stabilisiere.

Das Konzept der Wiedereröffnung setzt auf Vorsicht. „Wir wollen nicht den großen Ansturm“, sagt der Berufskletterer. Die Angst sei zu groß, in zwei, drei Wochen wieder zurück in den Stillstand zu geraten. Bilton: „Wir haben großen Respekt vor der Situation.“ Mit den Wochenendkursen sieht der Betreiber einen ersten Schritt des behutsamen Aufbaus gemacht. Samstags versuchen sich Anfänger, sonntags Familien. Darüber hinaus dienstags und donnerstags wieder die Kinder-AG.

Gary Bilton

Klar machen sich auch die Sommerferien bemerkbar. Ausflügler steuern die Zeche Westfalen in Ahlen an. „Klettervolk ist Wandervolk“, sagt Bilton und zieht einen Einzugsradius von 60 Kilometern. Dass auch Sportler aus Spanien oder England die Gipfel von „Rockvibes“ erklommen hätten, habe sich durch Mundpropaganda ergeben. „Schöne Kletterlinien sprechen sich herum.“ Die Ahlener Anlage sei zwar nicht die bekannteste. Ihr besonderer Charme liege aber in dieser wunderbaren familiären Atmosphäre.

Ganz oben – in 18,50 Metern Höhe. Foto: Ulrich Gösmann
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