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Reihe „Marktmusik“

Mit Winfried Appel war‘s „Very British“

Ahlen

Die Marktmusik wurde nicht nur zum akustischen, sondern auch zum optischen Genuss. Das Spiel des Organisten Winfried Appel in der St.-Marien-Kirche wurde mit zwei Kameras auf eine Großleinwand übertragen.

Von Ralf Steinhorst

Winfried Appel und Michael Oertel (v.r.) hatten sich für den optischen Teil des Konzerts etwas ausgedacht, was bei den Marktmusikbesuchern sehr gut ankam. Foto: Ralf Steinhorst

Heitere Musik im Totenmonat November? Warum eigentlich nicht? Das dachte sich jedenfalls der Ahlener Organist Winfried Appel, als er nach einem Thema für seinen Auftritt in der monatlichen Marktmusik am Samstagmorgen in der St.-Marien-Kirche suchte. Heraus kam ein Konzert mit dem Titel „Very british“. Das Schmankerl: Sein Spiel an der Orgel wurde auf eine Großleinwand vor dem Altar übertragen.

Ausnahmslos junge Werke

Damit wurde die Marktmusik nicht nur zum akustischen, sondern auch zum optischen Genuss. Ausgewählt hatte Winfried Appel, abgesehen von der Zugabe, ausnahmslos junge Werke. Die Variationen von „Amazing Grace“ vom Kanadier Denis Bédard stammen aus dem Jahr 2009, die drei romantischen Stücke der Niederländerin Margaretha de Jong aus dem Jahr 2014 und Hans Uwe Hielschers drei Tänze für Orgel aus dem Jahr 2015. Warum die Werke so jung sind? „Weil man sich heute mehr traut, weltliche und sakrale Musik miteinander zu verbinden“, erklärte Winfried Appel.Viele Lieder des Programms hätten etwas Tänzerisches in sich.

Auf einer Großleinwand konnten die Konzertbesucher das Orgelspiel des Organisten verfolgen. Foto: Ralf Steinhorst

Der Clou des Konzerts lag in der Übertragung des Spiels von Winfried Appel auf eine Großleinwand vor dem Altar. „Ich habe Michael Oertel gefragt, ob er das umsetzen kann“, hatte sich der Organist daran erinnert, dass die Kirchengemeinde St. Bartholomäus zur digitalen Übertragung der Gottesdienste in der Zeit der Pandemiebeschränkungen eine neue technische Ausstattung inklusive zwei steuerbarer schwenkender Kameras angeschafft hatte, die nun wieder zum Einsatz kamen. Veranstaltungsfachmann Michael Oertel und sein Team nutzen die technischen Möglichkeiten der schwenkbaren Kameras so aus, dass die Konzertbesucher mehrere verschiedene Einstellungen zu sehen bekamen.

Nah dran am Organisten

Das wiederum führte dazu, dass die Konzertbesucher gefühlt sehr nah dran waren am Organisten. Sie konnten zum Beispiel verfolgen, wie Winfried Appel zwischen den Stücken die Registerhebel neu einstellte. Oder wie die „Fußarbeit“ einen verstärkten Eindruck auf das Hören machte. Wie beim „Capriccio in Jazz“ von Margaretha de Jong, einem tänzerischen Stück. Genauso schienen die Füße des Organisten über die Pedale der Orgel zu tanzen. Zudem wurde der Spiegel der Orgel so justiert, dass man Winfried Appels Gesicht beobachten konnte.

Dem Publikum gefiel es, und so durfte der Organist zum Ende des Konzerts Standing Ovation entgegennehmen. Mit „Will O’The Wisp“ von Gordon Nevin legte er aber auch noch eine Zugabe oben drauf.

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